smart forfour cdi: klein, stark, bunt

smart forfour cdi: klein, stark, bunt
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Der Name ist Programm. In den smart forfour cdi passen vier Personen. Unter der Haube steckt ein Turbodiesel, der sich aus Sparsamkeitsgründen mit drei Zylindern begnügt - und dennoch gern die Muskeln spielen lässt.

Viele Fragen

In der bunten Welt des smart ist der forfour der Größte. Dabei wird der Viertürer in der Länge (3,75 m) von jedem VW Polo um eine Handbreite übertroffen. Übersehen wird er jedoch nicht, wie die letzten zwei Wochen auf den Straßen rund um Berlin gezeigt haben. Während jede noch so noble S-Klasse an der Zapfsäule höchstens gleichgültige oder mitleidige Blicke erntet, weckt der smart neugieriges Interesse. Selbst unser Stamm-Tankwart kann sich die Frage "wie fährt er denn mit Diesel?" nicht verkneifen.

Eine Antwort

Er fährt flott und sparsam. Genau, wie es sich für einen Common-Rail-Turbodiesel gehört. Modernste Einspritztechnik (bis 1.600 bar) hilft, den Normverbrauch auf 4,8 Liter zu drücken. Ein Wert, dem wir jedoch nie allzu nahe kamen. Im Schnitt genehmigte sich unser rot-silberner Flitzer 6,6 Liter. Allerdings nutzten wir die 95 PS (70 kW) oft zum Sprint über die Autobahn. 180 km/h sind drin, von null auf Tempo 100 geht es in 10,5 Sekunden. Beherzt und kräftig tritt der Turbodiesel auch beim Zwischenspurt an. Bei vollem Leistungseinsatz ist der forfour cdi zwar nicht gerade leise, doch der Sound des 1,5-Liter-Dreizylinders ist frei von störenden Dröhnfrequenzen. Ausgleichswellen im Motor sorgen für die gewünschte Laufkultur. Entspanntes Bummeln über Land war selten gefragt. Der Testwagen musste rund um Berlin viel Stop-and-go-Verkehr ertragen. Kühle Witterung und Winterreifen kosteten ebenfalls extra Kraftstoff. Insofern geht der Verbrauch doch in Ordnung.

City-King

In der Stadt spielt der forfour die Trümpfe seiner kompakten Karosserie aus. Die niedrige Fensterlinie schafft Übersicht, enge Parklücken sind damit kein Problem. Gangwechsel erledigt das softouch-Getriebe (Option) automatisch. Wer will, kann die sechs Fahrstufen auch mit Schaltpaddeln am Lenkrad (Option) oder durch Antippen des Hebels auf der Mittelkonsole wechseln. Bislang funktionierte das automatisierte Schaltgetriebe in keinem smart besser als im forfour 1.5 cdi. Satte 210 Nm Drehmoment bei 1.800 Umdrehungen helfen dem Motor, beim Gangwechsel sauber Anschluss zu finden und Schaltrucke zu vermeiden. Einzig direkt nach dem Kaltstart wirkt das Ganze etwas zögerlich. Für stressfreies Fahren im Stau verfügt das System über eine Kriechfunktion, die allerdings fein dosiertes Bremsen erschwert.

Für Liebhaber

Passion, nennt sich die Ausstattungsniveau des Testwagens. Laut Duden heißt das: Hingabe oder - im christlichen Sinne - Leidensgeschichte. Damit kommt man der Wahrheit schon recht nahe. Zwar sind beim Basispreis des 1.5 cdi (17.830 €) vier Airbags, Klimaanlage, Panorama-Glasdach, Lederlenkrad und Leichtmetallfelgen bereits an Bord. Doch der Blick auf die Ausstattungsliste weckt schnell weitere Begehrlichkeiten: softouch-Getriebe, Radio, Licht- und Regensensor, Lederausstattung und Details wie die Schnorchel-Instrumente auf dem Armaturenbrett oder Window-Airbags treiben den Preis auf gut 22.000 €. Wer so viel Geld in eine Kleinwagen steckt, braucht schon eine ordentliche Portion Leidenschaft für das Objekt der Begierde.

Etwas anders

Davon abgesehen, macht der forfour durchaus Laune. Das beginnt schon mit der Frontpartie, die einen auch an trüben Tagen fröhlich lächelnd empfängt. Smart vermeidet konsequent Peinlichkeiten wie billiges Holzimitat oder plüschige Stoffe. Die Ausstattung wirkt als hätte sie ein Designer mit den Hightech-Materialien der Sportindustrie gestaltet. Und praktisch ist er auch noch. Die beiden hinteren Einzelsitze lassen sich längs verschieben oder einzeln umklappen. Der Kofferraum wächst so von 268 auf bis zu 910 Liter. Pfiffig: Die Mittelarmlehe vorne (Option), die nach hinten geklappt als Becherhalter für die Fondpassagiere dient. Leider versperrt die Armstütze den Griff zum Handbremshebel und den elektrischen Fensterhebern. Auch das nur in der Höhe verstellbare Lenkrad lässt noch Spielraum für die nächste Modellpflege. Dafür flitzt das bunte Spielmobil nur so um die Ecken. Das sorgt für reichlich Fahrspaß, der allerdings mit einer sehr straffen Federung erkauft wird.

Fazit: Der smart forfour ist der etwas andere Kleinwagen. Flott, extravagant - aber nicht ganz perfekt. Damit zielt der auffällige Newcomer im Kleinwagesegment haarscharf auf die Kundschaft, die auch der erfolgreiche Mini im Visier hat.

planbar.de, Holger Schilp

 
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