Audi A3nalin - die zweite Generation

Audi A3nalin - die zweite Generation
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Olbia/Sardinien, 2. Mai 2003 – Viele haben wohl nicht erwartet, dass der A3, die Golf-Interpretation von Audi, erfolgreich sein wird. Doch seit seiner Markteinführung 1996 hat sich der kompakte Ingolstädter 900.000-mal verkauft. Diese Erfolgsgeschichte soll nun eine Fortsetzung finden. Deutlich vor der Markteinführung des Golf V schickt Audi seine Neuinterpretation des VW Golf im Mai 2003 ins Rennen. 

Für die zweite Generation hofft Audi mit 1,2 Millionen anvisierten Exemplaren auf einen noch größeren Erfolg. Dazu sollen dem A3 vor allem dynamische und sportliche Fahreigenschaften verhelfen. Ob er das Zeug zum Verkaufsschlager hat, konnten wir im sardischen Kurvengetümmel testen. Dort sind wir den neuen A3 in den Motorisierungen 2.0 FSI und 2.0 TDI gefahren. 

Optisch hat der A3 keine radikale Veränderung erlebt. Die Grundform wurde überarbeitet. Weniger rund, deutlich gestraffter und hochwertiger wirkt die Neuausgabe. Seine aggressive Frontpartie versprüht zudem Angriffslust und lässt ihn wie ein zum Sprung bereites Raubtier erscheinen. Seitenansicht und Heckpartie wirken sachlich. Von polarisierendem Design wie bei den jüngeren BMW-Modellen ist man weit entfernt. Sehr viel näher ist der A3 dafür am Geschmack der Massen. 

Zunächst nur als Dreitürer
Zur Markteinführung gibt es nur die coupéhafte dreitürige Version. Erst 2004 gesellt sich ein fünftüriger Bruder hinzu. Diese zweite Variante kommt im Kombi-Look und mit deutlich größerem Doppel-Kühlergrill. 

Sauber gemacht
Evolution statt Revolution auch im Innenraum: Optisch und in der Qualität hat man auf bewährtes Audi-Ambiente gesetzt. Wer auf einige Besonderheiten achtet, erkennt viel Liebe zum Detail. Das Innere bietet zahlreiche clevere und zugleich formschöne Lösungen. 

Etwas störend sind die diagonalen Verstrebungen an der Mittelkonsole. An diesen TT-Anleihen reibt sich oft das rechte Knie des Fahrers. Ansonsten sind Funktionalität und Verarbeitung auf sehr hohem Niveau. Das trifft auch auf die straff gepolsterten und vielfach verstellbaren Sitze zu, die nach längerer Fahrzeit bequem sind und viel Seitenhalt bieten. 

Raumverhältnisse
Das Platzangebot ist gegenüber dem Vorgänger erhöht worden. Personen um die 1,80 Meter haben mehr als ausreichend Raum – vorne wie hinten. Der Dreitürer bietet außerdem einen akzeptablen Einstieg in den hinteren Bereich. Lediglich der Knieraum könnte im Fond noch größer sein. 

In der Normalkonfiguration fasst der Kofferraum 350 Liter. Die im Verhältnis 60:40 geteilte Rücksitzbank lässt sich einfach umlegen. Dann können bis zu 1.100 Liter Gepäck transportiert werden. Neben der sauberen Verarbeitung runden auch hier einige praktische Details den guten Eindruck ab: Dazu gehören ein Gepäcknetz und eine 12-Volt-Steckdose, die jedoch aufpreispflichtig sind. Serie sind dafür die vier Verzurrösen. 

Messerscharfer Auftritt
Wer sich an der Schärfe und Präzision eines Skalpells erfreut, wird auch die Fahreigenschaften des neuen A3 lieben. Ähnlich sauber und schnell gleitet er durch die Landschaft. Und gleiten erscheint den Passagieren als überaus passende Umschreibung. Denn das Geräuschniveau und der Abrollkomfort sind beeindruckend hoch. 

Dies ist vor allem dem sportlich-agil abgestimmten Fahrwerk zu verdanken. Es gehört zu den herausragenden Errungenschaften der zweiten A3-Generation. Einzelradaufhängung vorne und hinten, Quer- und Längslenker und der verstärkte Einsatz von Bauteilen aus Aluminium verhelfen zu hoher Stabilität, Kurventauglichkeit und Komfort. 

Seitenneigung und Übersteuerungstendenzen sind kaum spürbar. Im Kurvenkarussell haftet er fest auf dem Asphalt. Wer das ESP abschaltet und mit voller Wucht ums Eck zirkelt, bringt die Räder zwar zum Quietschen. Mulmig wird dem Fahrer deswegen nicht. Was sportliche Fahrweise angeht, zeigt sich der A3 willig, willig und abermals willig. Alle Achtung! 

Zum narrensicheren Fahrverhalten verhelfen neben den fein dosierbaren und kräftigen Bremsen eine erstaunlich direkt wirkende Lenkung. Die neue Elektromechanik beeindruckt mit sehr eindeutiger Rückmeldung. Von Antriebseinflüssen bleibt die Lenkung weitgehend unbehelligt. Das erstaunt besonders mit dem drehmomentstarken 2.0 TDI, der beim Beschleunigen aus der Kurve kaum an den Vorderrädern zerrt. Das passt bestens zum sportlich-neutralen Fahrverhalten. 

2.0 FSI: Der Sportive
Der 2.0 FSI ist derart gleichmäßig und kultiviert, dass man oft nicht genau sagen kann, ob man ihn nun mit 2.000 oder 5.000 Umdrehungen fährt. Dem Benzindirekteinspritzer wünscht man daher einen Turbolader, der mehr Wucht vermittelt. Wirklich nötig hat er den Turbo jedoch nicht. 

An Leistung mangelt es kaum. Und die Akustik ist attraktiv: Der Benziner kann leise säuseln und auch markig röhren. Sein gutes Durchzugsvermögen bis in hohe Drehzahlregionen qualifiziert ihn zum sportlichen Triebwerk. Der Sprint von null auf 100 km/h ist nach nur 9,1 Sekunden erledigt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 211 km/h. Sofern die Angabe von 6,9 Litern Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometern stimmt, wäre der 150-PS-Benziner dazu noch sparsam. 

2.0 TDI: Der Wuchtige
Auch der 140 PS starke 2.0 TDI wirkt auffallend kultiviert. Für einen TDI bietet er einen erstaunlich gleichmäßigen Charakter und geringe Abgaswerte. Der 16-Ventiler erfüllt bereits die EU-4-Abgasnorm. Dennoch geht das Dieseltriebwerk mit beachtlichem Drehmoment von 320 Newtonmetern forsch zur Sache. Die Traktionsleuchte meldet sich dabei relativ selten. Beim Beschleunigen aus der Kurve zerrt der Antrieb nicht ungebührlich an den Vorderrädern. 

Die Fahrleistungen liegen auf ähnlich hohem Niveau wie beim 2.0 FSI: Von null auf 100 km/h in 9,5 Sekunden, Topspeed 207 km/h. Lediglich das Drehzahlband ist etwas kurz. Wer gerne am Limit fährt, wird viel im Sechsgang-Getriebe schalten, um nicht regelmäßig am Ende des Drehzahlbandes abgebremst zu werden. Erstaunlich wenig spürt man vom schwergewichtigen Dieselaggregat. Er bietet ein hohes Maß an Neutralität, auch akustisch. 

Preise
In der Ausstattungsvariante Attraction kostet der 2.0 FSI 22.100 Euro. 400 Euro mehr sind für den 2.0 TDI fällig. Die Einstiegsversion mit dem 1,6-Liter-Benzinmotor gibt es bereits für 18.850 Euro. 

Damit befindet sich der neue A3 preislich auf dem nahezu gleichen Niveau wie sein Vorgänger. Das ist erfreulich. Denn obwohl vieles verbessert wurde, muss man nur wenig tiefer in die Tasche greifen. 

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