Audi A3 1.8T quattro 180 PS: ...und tschüss, GTI 

Audi A3 1.8T quattro 180 PS: ...und tschüss, GTI 
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München, 3. Januar 2003 – Der Audi A3 ist die Ingolstädter Kompakt-Antwort auf den VW Golf. Seit Jahren bereichert er dezent das Straßenbild. Zwar lässt sich der Ring-Träger mit PS-starken Aggregaten motorisieren, aber die Pferdchen haben einen unauffälligen Stall.

In dieses Bild passt der 1.8T mit der auf 180 PS gepowerten Maschine. Dieser Motor kommt unter anderem im aktuellen Golf GTI zum Einsatz. Dort kämpft er im üppig verspoilerten Sportdress um vordere Plätze. Der Audi mit diesem starken Antrieb sieht ohne das optisches Tuning des GTI vergleichsweise beinahe wie ein Buchhalter aus.

Wir haben den bissigen Unaufdringling in der Ausstattung Ambition mit dem Sportpaket „S line“ für Sie getestet. 

Nüchternes Blechkleid 
Fast nüchtern sind die 180 PS des A3 1.8T in Blech gekleidet. Der dreitürige Audi-Kraftzwerg fällt mit seinem misanoroten Perllack-Mantel in unserem Testfuhrpark eher als Farbtupfer denn als Kraftpaket auf. An der Flanke verweist der „S line“-Schriftzug auf die besonders sportliche Ausstattungsnote. Am Heck verrät ein „1.8T quattro“, dass der kompakte Audi wohl mehr kann, als Einkäufe zu transportieren.

Bequeme Sportsitze
Was „S line“ bedeutet, offenbart sich innen: Es gibt höhenverstellbare Sportsitze mit Lendenwirbelstütze. Ein wenig hart, aber herzlich umarmen sie ihre Gäste. Wem im Power-Audi noch nicht heiß genug wird, der kann sie optional zusätzlich beheizen. Das Dreispeichenlenkrad und der Schaltknauf sind mit genopptem Leder bezogen und übertragen sozusagen hautnah das besondere Feeling dieses Automobils.

Auch im Fond müssen die Fahrgäste nicht in der Holzklasse reisen: Die Heckbank bietet zwei Erwachsenen bequemen Platz.

Gehobene Ausstattung
In punkto Ausstattung verblüffte unser Testwagen durch eine Vielzahl an optionalen Features: Ein einfach zu bedienendes Navigations-System mit Farbmonitor in der Mittelkonsole, die Möglichkeit des TV-Empfangs, ein CD-Wechsler und Bose-Sound beeindrucken in einem Auto von der Größe des A3.

Wie bei vielen Audi-Modellen fällt das kleine Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser angenehm ins Auge. Es zeigt wahlweise die Daten des Bordcomputers oder die wichtigsten Informationen des Navigations-Systems.

Weniger angenehm ist die Bedienung der Klimaautomatik: Die Tasten dafür sind zu weit unten untergebracht.

Motorsound ist ein Kompromiss 
Der Vierzylinder-Fünfventiler ist beim Hochdrehen nicht sonderlich leise, wird aber auch nicht aufdringlich laut. Es scheint wie der Versuch eines Kompromisses aus röhrendem Sound und bescheidener Lautstärkeentwicklung. Erst in höheren Drehzahlen hört man das Trappeln der Pferdestärken. 

Aber das ist eigentlich egal: Wer die Maschine mit voll durchgetretenem Gaspedal zur Arbeit getrieben hat, wird ohnehin durch die satte Kraftentfaltung abgelenkt. Nach einer kurzen Bedenkpause beim Anfahren schickt der Turbo-Motor bei knapp 2.000 Umdrehungen rasante 235 Newtonmeter an den permanenten Allradantrieb. Das reicht, um beim Sprint von null auf hundert die Stoppuhr bei 7,5 Sekunden anzuhalten. Laut Audi fährt der starke A3 eine Spitzengeschwindigkeit von 226 Stundenkilometern. Wir haben bei unserem Test die rote Tachonadel auf hellgrauem Untergrund bis zum 240er Strich gedreht.

...und tschüss, GTI
Pluspunkt für den Audi: Der Golf GTI braucht mit dem gleichen Motor 7,9 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 222 Stundenkilometern. Das ist zwar keine große Abweichung, aber wer gern die Nase vorn hat, wird sich freuen.

Elastischer sechster Gang
Das Sechsgang-Getriebe unseres Testwagen überzeugte durch knackige Gangwechsel. Die Schaltwege könnten allerdings ein wenig kürzer sein. Für den sechsten Gang war ein wenig Kraftaufwand vonnöten. Bei allzu lässiger Schaltarbeit landete das Getriebe im Vierten.

Auf der Autobahn ist der letzte Gang eine segensreiche Erfindung. Wer ohne Stop-and-go durchkommt, wird erst bei der Abfahrt zum Tankstopp ans Runterschalten erinnert. Bis dahin lässt sich der starke Kompakt-Audi ab etwa 70 Stundenkilometer mit dem sechsten Gang richtig muskulös beschleunigen.

Sicherer auf allen vieren
Der permanente Allradantrieb stellt eine sichere Verbindung zwischen dem A3 und der Straße her. Auf trockener Fahrbahn muss man schon ziemlich rasant in eine Kurve gehen, um die ESP-Kontrolllampe blinken zu sehen. Auf nasser oder vereister Fahrbahn packen die vier getriebenen Räder griffig zu.

Das extra-harte Sportfahrwerk des “S line“-Paketes gibt sich straff und bodenständig. Bei schnellen Kurvenfahrten bringt der Untersatz eine super Haftung mit dem Asphalt. Bei kurzen Bodenwellen auf der Autobahn wippt der Sport-A3 jedoch ein wenig zu aufgeregt über die Piste.

Überaus lobenswert sind die zupackenden Bremsen, die den A3 auch aus hohen Geschwindigkeiten spursicher zum Stehen bringen. Dabei helfen das Antiblockiersystem und die elektronische Bremskraftverteilung.

In punkto Verbrauch gibt sich der 180 PS starke A3 quattro recht vernünftig: Laut Audi braucht er im Durchschnitt 9,3 Liter. Wir haben im rasanten Test allerdings 12,6 Liter verheizt. 

Ab 26.000 Euro 
Den A3 Ambition 1.8T quattro mit 180 PS und Sechsgang-Getriebe gibt es ab 26.000 Euro. Rechnet man unter anderem den Perleffekt-Lack, das S line-Sportpaket, das Navigationssystem, die Klimaautomatik und ein paar Bonbons wie TV-Karte und Bose-Anlage dazu, ist man rasch bei 35.000 Euro. Den Golf GTI gibt es ohne Allradantrieb ab 25.025 Euro.

Zum weiteren Vergleich die mit demselben Motor bestückten Kinder des Volkswagen-Konzerns: Ein Seat Leon 1.8T Allrad mit 180 PS kostet 25.270 Euro, der frontgetriebene Skoda Octavia RS 1.8 Turbo ist ab 24.660 Euro zu haben.

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