Verkanntes Talent: Im Chrysler Sebring 2.7 LX steckt Amerika

Verkanntes Talent: Im Chrysler Sebring 2.7 LX steckt Amerika
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München, 04. Oktober 2002 – Im Gegensatz zu deutschen Fabrikaten auf dem amerikanischen Markt haben es US-Modelle hierzulande schwer. Vielleicht liegt es daran, dass sich der Großteil der Bevölkerung bei amerikanischen Auto an benzinfressende Dreitonnen-Offroader oder pinkfarbene Luxus-Cadillacs denkt.

Der in Deutschland angebotene Chrysler Sebring erfüllt keines dieser Klischees. Für uns ein Grund, die 2,7-Liter-Version zu testen.

Konkurrenz für die deutsche Elite
Der Sebring hat 2001 den in die Jahre gekommenen Stratus abgelöst und rangiert zwischen Neon und 300M. Damit stößt er laut Kraftfahrt-Bundesamt in das hart umkämpfte D-Segment mit Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse. Doch mit seiner Länge von 4,78 Metern konkurriert er wohl eher mit Audi A6 und BMW 5er. 

Ganz so PS-lastig wie die Giftschlange ist er zwar nicht, aber die 203 PS des 2,7-Liter-V6-Motors sind eines amerikanischen Autos durchaus würdig. Das sonore Schnurren dürfte ruhig ein wenig blubbernder sein. Das Gaspedal spricht auf jede Berührung sofort an und schiebt den Anderthalb-Tonner kraftvoll über den Asphalt. Den Sebring gibt es im Übrigen auch mit einem 141 PS starken 2,0-Liter-Motor. 

Komfortable Schaltung
Bei der im Sebring eingebauten Viergang-Automatik handelt es sich um ein sequentielles Getriebe. Auf Wunsch darf also auch manuell geschaltet werden. Das funktioniert problemlos. Die Automatik erlaubt ein Anfahren im ersten, zweiten und dritten Gang. Dann beschleunigt der Chrysler bei Bedarf auf über 6.000 U/min, um daraufhin fast unmerklich raufzuschalten. Eine Handschaltung bietet Chrysler für dieses Modell übrigens nicht an.

Ab einer Geschwindigkeit von 24 km/h kann im vierten Gang gefahren werden. Das hilft Spritsparen. Wirklich notwendig ist das allerdings nicht. Unser Testverbrauch lag bei knapp zwölf Litern auf 100 Kilometer. Chrysler gibt einen Schnitt von 10,6 Litern an. Damit bewegt sich der Sebring im klassenüblichen Rahmen und widerstrebt dem Vorurteil, Autos amerikanischer Abstammung wären Schluckspechte.

Ami-Like: Tempomat serienmäßig
In einem anderen Punkt wird der Sebring seinem Ursprung jedoch gerecht: Er besitzt wie wohl fast jedes Auto aus den Staaten einen Tempomat. Die Geschwindigkeitsregelung ist wegen des Langstrecken-Charakters des Chryslers schon fast ein Muss. Probier’s mal mit Gemütlichkeit ... 

Tourer durch und durch
Der Chrysler Sebring ist ganz klar auf nervenschonende lange Autofahrten ausgelegt. Er liegt ruhig auf der Straße und bügelt Unebenheiten weg. Nur bei ruckartigen Lenkbewegungen wirkt das Fahrwerk leicht schwammig und schaukelig.

Satter Sound im Innenraum
Ein beeindruckendes Detail im Innenraum ist die Soundanlage. Satte Beats und kräftige Bässe verwandeln das Auto in einen Konzertsaal. Auch die in Chromringe gefassten Instrumente gefallen uns gut. Der Rest des Cockpits ist eher schlicht, aber keinesfalls billig gehalten. Dafür sorgen in erster Linie die Wurzelholz-Applikationen. 

Die sechsstufige Sitzheizung sorgt für ein wohliges Gefühl auf den grauen Ledersitzen. Die lassen sich standesgemäß elektrisch verstellen und sind sehr bequem. Im Gegensatz zur Konkurrenz ist die Lederausstattung samt Sitzheizung im Sebring Serie. Ebenso die Klimaanlage, der Tempomat und das CD-Radio-Soundsystem. Die weiteren Ausstattungsmerkmale entnehmen Sie bitte dem Datenblatt. 

Verwirren Sie Ihren Nachbarn
Heimleuchten will Chrysler seinen Sebring-Kunden und hat daher eine 90-Sekunden-Abschaltautomatik für die Scheinwerfer eingebaut. Wer das nicht weiß, steht nachts verdutzt vor seinem Auto und grübelt. Hat man sich erst mal daran gewöhnt, sind es die Nachbarn, die grübeln und Alarm schlagen, weil das Licht noch brennt.

Die Sicherheitsausstattung ist umfangreich, aber nicht komplett. Doch bis auf das fehlende ESP gibt es hier keine Beanstandungen: Fahrer- und Beifahrerairbag, Antiblockiersystem ABS-Plus, Seitenaufprallschutz sowie Windowbags sind serienmäßig.

Keine Angst vorm Kofferraum
Der Kracher allerdings befindet sich im 453 Liter großen Kofferraum: Sollte sich jemand mal hier einsperren oder gar einsperren lassen, ist die Befreiung dank innenliegender Notentriegelung kein Problem. Doch derart rüde Gangstermethoden sind hierzulande glücklicherweise eher selten. 

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