2,0-Liter-Diesel
Der 90 PS starke Diesel verfügt mit 205 Newtonmetern bei 1.900 U/min über deutlich mehr Drehmoment als der PS-stärkere 1,6-Liter-Benziner. Dies macht sich angenehm bemerkbar: Der Durchzug aus dem Drehzahlkeller hinauf in die Nähe des roten Bereichs am Drehzahlmesser ist beachtlich. Allerdings macht sich das hohe Drehmoment auch bemerkbar, wenn man versucht, bei Nässe an einer Steigung Gas zu geben. Denn dann drehen die Vorderräder munter durch.
Dem Berlingo-HDi merkt man bei genauem Hinhören noch an, dass er ein Diesel ist. Beim Abstellen des Motors ist auch ein leichtes Nachdieseln festzustellen. Doch auch der Diesel ist ausgesprochen leise selbst nahe der Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Hier machen sich Citroëns verstärkte Anstrengungen in punkto Lärmdämmung bezahlt.
Transporter-Anklänge
Der Schalthebel des Berlingo hakelt nicht, wirkt aber wie bei vielen Transportern etwas instabil. Eine Joystick-Schaltung wie beim Fiat Doblò oder Multipla wäre hier wohl angenehmer. Ebenfalls an Lieferwagen erinnert das große Lenkrad. Und die mit 1,82 Metern für einen Limousinen-Fahrer ungewohnt hohe Karosserie neigt in der Kurve zu Wankbewegungen.
In der von uns gefahrenen Multispace-Ausstattung hat der Berlingo zwei Schiebetüren, die sich ohne Anwendung gröberer Gewalt öffnen und schließen lassen. Nachteil: Kinder können nicht nur auf der Bürgersteig- sondern auch auf der Straßenseite aussteigen und sich selbst gefährden.
Das Mülleimerchen
Für die vorn Sitzenden gibt es genug Ablagen: in der Mittelkonsole, aber auch auf dem Armaturenbrett vor dem Beifahrer und in den Türen. Praktisch ist das "Mülleimerchen" des Berlingo: Ein entnehmbarer, becherförmiger Abfallbehälter, der sich auch als Aschenbecher nutzen lässt.
Über den Insassen befindet sich in der Multispace-Ausstattung das so genannte Modutop, ein Zwischendach aus hellem Plastik. Das Material, aus dem das Zwischendach besteht, wirkt allerdings wenig stabil. Darin sind vorne zwei, hinten drei kleinere Fenster eingelassen, die dem Innenraum eine freundliche Atmosphäre geben. Dazu gibt es zahlreiche Ablagen im Dachbereich: Vorn sind sie offen, hinten finden sich am Dach zwei Handschuhfach-artige Fächer mit Deckel.
Innenraum mit viel Kopffreiheit
Obwohl das Zwischendach den Innenraum etwas verringert, bleibt die Kopffreiheit auf allen Plätzen hervorragend. Sie ist immer noch wesentlich größer als in einer normalen Limousine.
Die Sitze geben akzeptablen, aber verbesserungswürdigen Seitenhalt. Für einen Insassen mit einer Körpergröße von 1,75 Metern sind die vorderen Kopfstützen ausreichend lang. Hinten sind sie für diese Größe ein wenig zu kurz. Anmerkung am Rande: Eine Kopfstütze ist dann richtig eingestellt, wenn sie die gesamte Höhe des Kopfes abdeckt.
Die Fondinsassen genießen sehr guten Sitzkomfort. Ist der Vordersitz für einen 1,75 Meter großen Passagier eingestellt, so bleiben vor den Knien des dahinter Sitzenden neun Zentimeter Platz. Zum Abstellen von Getränken oder Ähnlichem gibt es herausklappbare Tabletts in den Lehnen der Vordersitze. Außerdem können Gegenstände in Türfächern untergebracht werden oder sogar unter dem Fahrzeugboden verstaut werden. Separat zu bedienende Lüftungsdüsen erlauben es den Passagieren in der zweiten Reihe, auf das Innenraumklima einzuwirken.
Enorm viel Kofferraum
Die Kofferraumklappe öffnet sich weit nach oben und gibt den Blick frei auf einen großen, gut nutzbaren Laderaum. Er ist mit stabilem Kunststoff ausgekleidet, so dass man keine Angst haben muss, mit Metallteilen Kratzer zu hinterlassen. Der Laderaum hat eine fast rechteckige Form und misst 120 Zentimeter in der Breite und 86 Zentimeter in der Tiefe. In dieser Konfiguration passen schon sehr beachtliche 624 Liter Gepäck hinein. Im Dach über dem Laderaum kommt in der Multispace-Ausstattung ein weiteres Fach mit einer Tragkraft von zehn Kilogramm zum Vorschein.
Modubox für die Einkäufe
Im Kofferraum befindet sich bei der Multispace-Ausstattung serienmäßig die so genannte Modubox, eine zusammenfaltbare Plastikkiste. Sie dient zur Verstauung von Einkäufen. Die Kiste lässt sich im Kofferraum leicht gegen Verrutschen befestigen und kann durch die Rollen am Boden auch geschoben werden.
Die Sitzlehnen des Berlingo lassen sich sehr einfach nach vorne umlegen, wobei noch nicht einmal die Kopfstützen herausgezogen werden müssen. Dann kann der ganze Sitz nach vorn geklappt werden. Die Laderaumlänge vergrößert sich so auf 137 Zentimeter, der Laderaum erweitert sich auf schier unglaubliche 2.800 Liter. Zum Vergleich: Ein Kombi wie der Audi A4 Avant kann mit rund 1.200 Litern nicht mal die Hälfte dieses Volumens einladen.
Preis und Ausstattung
Die Preise für den Berlingo beginnen bei 12.950 Euro. Dafür erhält der Käufer die Ausstattung "X" mit 75-PS-Motor. Die Servolenkung ist anders als bisher Serie, ABS ist allerdings noch immer aufpreispflichtig. Der etwa genauso teure Renault Kangoo 1.2 16V Authentique mit 75 PS hat beides serienmäßig. Doch für Citroën ist die X-Ausstattung laut Pressesprecher Thomas Albrecht weniger relevant. Die meisten Käufer werden das Sondermodell "Tonic" bestellen. Es besitzt unter anderem die Modubox, die verschiedenen Ablagen im Dach und zwei Schiebetüren. Hier beginnen die Preise bei 13.770 Euro. Der Preisvorteil gegenüber dem Serienmodell plus Extras beträgt 2.500 Euro.
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| Diesel | Benzin | Super | Super+ | |
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| Durchschnittspreis | 1.116 | 1.141 | 1.142 | 1.227 |
| Günstigster Preis | 1.081 | 1.106 | 1.106 | 1.162 |