Fiat Stilo Abarth: Skorpion mit Stil jagt den GTI

Fiat Stilo Abarth: Skorpion mit Stil jagt den GTI
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München, 29. November 2002 – Abarth? Gab es da nicht mal einen rabiaten Ritmo, der einen GTI hinter sich ließ und einen Skorpion auf der Haube trug? Und war da nicht sogar ein Porsche Carrera Abarth, der zu Vaters Zeiten einmal Pokale abräumte? Lang ist´s her. Beinahe wäre der Skorpion in Vergessenheit geraten. Mit dem 170 PS starken Fiat Stilo Abarth hat die italienische Autoschmiede das Label von Carlo Abarth wiederbelebt. 

Wir haben den Skorpion gereizt, um zu sehen, ob er wieder sticht.

Aktuelle Karosseriemode
Mit seinem kantigen Äußeren fährt der Stilo Abarth eindeutig mit der aktuellen Karosserie-Mode. Ein kleiner Spoiler ziert das stark abfallende Heck des Dreitürers. Die Rückleuchten wirken wie geschliffene Kristalle. 

Sportlich, sportlich: Dicke Seitenschweller, 17-Zoll-Alus in Titangrau und eine mächtige Frontschürze deuten unmissverständlich auf den zur Zeit stärksten Fiat hin. 

Weiche Sitze
Hat man Platz genommen, lässt französische Sitzkultur grüßen: Für Sport-Sitze erscheinen die Polster zu weich, lassen aber auch längere Strecken ermüdungsfrei überstehen. In Kurven würde man sich allerdings mehr Seitenhalt wünschen.

Darf's ein bisschen weniger sein?
Das Cockpit will an die sportlichen Traditionen anknüpfen. Weiß hinterlegte Instrumente leuchten mit roten Zeigern hinterm griffigen Dreispeichen-Lenkrad hervor. Die Mittelkonsole glänzt mit Alu-Look.

In punkto Bedienbarkeit aber rutscht der Abarth auf der Punkte-Liste leider um einiges nach unten. Die Designer haben einfach zu tief in die Knopf-Schachtel gegriffen. Um das Navigationssystem, den Bordcomputer, das Radio, den CD-Spieler und das Fiat-Telematik-System Connect richtig bedienen zu können, muss man die Betriebsanleitung zu Rate ziehen. 

Starkes Herz schlägt in der Brust
Als Herz schlägt ein 170 PS starker Fünfzylinder. Mit einem Soundspektrum von tief bassig bis kernig dreht das Aggregat unaufdringlich hoch, könnte vielleicht noch satter klingen. Die volle Leistung ist bei 6.000 Umdrehungen freigesetzt. Um den angenehmen Karussell-Druck im Rücken möglichst permanent zu erleben, sollte der Abarth auf Drehzahlen gehalten werden. 

Getriebe denkt mit
Das Selespeed-Getriebe passt sich seinem Fahrer an: Merkt es, dass ein sportlicher Fahrer schnell vorankommen will und deshalb das Gaspedal kräftig durchtritt, dreht es die Gänge entsprechend höher aus. 

Abarth gibt sich einen Ruck
Man kann die Gänge wie in der Formel 1 an Lenkrad-Wippen oder am joystickartigen Schalthebel per Hand sequenziell wechseln. Die Alternative wäre, dem Automatikmodus die Arbeit zu überlassen. Bei beiden Möglichkeiten bekommt der Spaßfaktor nicht die volle Punktzahl. Speziell im Automatikmodus scheint sich der Abarth jedes Mal einen klitzekleinen, aber spürbaren Ruck geben zu müssen, um hoch- oder runterzuschalten. 

Straffes Fahrwerk
Das Fahrwerk des Basis-Stilo wurde für den Abarth betont sportlich und straff abgestimmt. Es vermittelt auch bei hohem Kurven-Speed das Gefühl, auf der Straße bleiben zu wollen. Bodenwellen werden aber doch recht deutlich nach innen vermittelt.

Die Servolenkung verstellt sich nach den Anforderungen: Je schneller man fährt, desto stärker verhärtet sie. Für die Stadt gibt's per Knopfdruck einen City-Modus. Damit lässt sich der Wagen beim Einparken besonders leicht dirigieren. 

Scheibenbremsen packen zu
Gestoppt wird der Abarth von gut zupackenden Scheibenbremsen. Im Notfall greifen elektronische Helfer wie das Stabilitätsprogramm ESP, ABS, EBS, einen Notbremsassistenten und die Anti-Schlupf-Regelung ASR ein.

Sportler braucht viel Flüssigkeit
Das starke Sportler-Herz des Abarth hat einen hohen Spritkonsum. Vom Hersteller wird der Durchschnittsverbrauch mit 9,7 Liter angegeben. Wir erreichten beim Test im Schnitt stolze 13,5 Liter. 

Ab 26.100 Euro
26.100 Euro kostet der Fiat Stilo Abarth 2.4 20 V. Zum Vergleich: Der Golf 1.8 GTI ist für 25.025 Euro zu haben, der Honda Civic 2.0i Type-R schlägt mit 22.465 Euro zu Buche. Der Ford Focus ST170 steht ab 24.200 Euro in der Liste. Seine besonders umfangreiche Serienausstattung macht den Fiat dennoch zum preiswerten Konkurrenten in dieser Liga.

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