Neuer Fiat Ulysse: Der Euro-Van für Vernunft-Käufer

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Binz, 15. November 2002 – Stellt man sie in einer Reihe auf und ruft: "Der preiswerteste vorfahren!", müsste er seine Nase recken. Denn der neue Fiat Ulysse kostet von den vier auf einer Plattform rollenden Großraum-Limousinen am wenigsten: Einstiegspreis 24.680 Euro. Der Citroen C8 steht ab 25.260 Euro in der Liste. Und der Lancia Phedra aus der italienischen Konzernfamilie will gar ab 29.350 Euro vom Händler freigekauft werden.

Kleiner Hinweis: Man bekommt für sein Geld eines von fast baugleichen Autos. Man kann sich also je nach seiner Marken- und Luxus-Vorliebe einen aussuchen. Also auch ein bisschen Image mitkaufen oder sich von Vernunft leiten lassen.

Nach unseren Tests vom Phedra, vom C8 und vom 807 haben wir uns den Fiat Ulysse für Sie näher angeschaut.

Markante Nase
Die Euro-Vans unterscheiden sich optisch von außen in erster Linie am Gesicht und am Rücken. Beim neuen Fiat Ulysse ist die Nase deutlich ausgeprägt und im Bereich der Schürze durch markante Linien gegliedert. Mit seiner vorgeschobenen Lippe wirkt der Ulysse wie eine alte Western-Dampflok mit Kuhfänger.

In der Seitenlinie gibt es bei den Van-Geschwistern keine gravierende Unterscheidungsmerkmale. Am Heck trägt der neue Ulysse moderne italienische Design-Elemente mit leichten Kanten und den fiat-typisch hochgezogenen Heckleuchten. 

Bis zu acht Plätze
Genau wie bei seinen Amtskollegen lässt sich der Innenraum mit bis zu acht Sitzplätzen bestücken. Serienmäßig hat der Ulysse fünf Sitze. Je nach Wunsch können in der dritten Reihe eine Sitzbank oder ebenfalls einzelne Sitze eingebaut werden. Am bequemsten für sieben Passagiere dürfte die Variante mit fünf Sitzen und zwei Einzelplätzen in dritter Reihe sein.

Laufschienen für die hinteren Plätze
Die Sitze sind in der zweiten und dritten Reihe auf Laufschienen montiert. Sie sind um bis zu 15 Zentimeter verschiebbar. Eine weiteres Plus ist die optionale Möglichkeit, die Frontsitze um 180 Grad zu drehen und die Lehnen der zweiten Reihe zu klappen. Das Ergebnis: Es bildet sich ein Tisch in der Mitte. Die Sitze können aber auch ausgebaut werden. Damit wird der Innenraum noch variabler.

Hinein kommt man übrigens recht bequem durch die Schiebetüren an den Seiten. Diese lassen sich gegen Aufpreis auch elektrisch öffnen und schließen. 

Spiegel hilft beim Kinder-Beobachten
Recht clever gelöst ist die Unterbringung der tausend kleinen Dinge des Alltags. Es gibt jede Menge Ablagen und Staufächer. So ist zum Beispiel auf der Beifahrerseite ein spezielles CD-Fach untergebracht. Ebenfalls eine gute Idee ist ein spezieller konvexer Spiegel am Dachhimmel. Mit ihm kann man die Kinder auf dem Rücksitz im Auge behalten. 

Witzig sehen die je nach Ausstattung mit oder ohne Navigationsgerät runden oder eckigen Instrumente aus: Sie erinnern an Außenthermometer aus den Fünfziger Jahren.

Benziner genügt Ansprüchen
Für den Ulysse sind zwei Benziner und zwei Common-Rail-Diesel im Angebot. Die Einsteiger in Diesel- oder Otto-Motorisierung haben jeweils zwei Liter Hubraum und leisten 109 (Diesel) beziehungsweise 136 PS (Benziner). Bei den Selbstzündern ist noch ein 2,2 Liter mit 128 PS im Angebot. Nur dieser hat einen Rußpartikelfilter (FAP). Das gibt einen Minuspunkt, denn bei Peugeot und Citroen werden jeweils auch den kleinen Diesel mit FAP angeboten.

Die stärkste Motorisierung bildet ein Dreiliter-Sechszylinder-24V-Aggregat mit 204 PS. 

Ausreichende Leistung
Wir haben uns mit dem Zweiliter-Otto und dem 2,2-Liter-Diesel vertraut gemacht. Für den Einsatzzweck "Familie transportieren" ist das kleine Benzin-Aggregat ausreichend. Fiat gibt den Sprint auf Hundert mit 12,2 Sekunden an. Spitze fährt der Ulysse 185 Stundenkilometer.

Während der Motor im unteren Drehzahlbereich noch ein wenig nach der Kraft sucht, scheint er sie dann etwa ab 3.000 Umdrehungen gefunden haben. Angenehm ist, dass er bei keiner Drehzahl aufdringlich laut wird. 

Kleiner Benziner: Kein Sportler
Besonders sportlich kann man mit dieser Motorisierung nicht fahren. Schade, das komfortable Fahrwerk würde durchaus mehr zulassen. Angenehm ist die knackige Schaltung, die über einen kurzen Hebel in der Mittelkonsole bedient wird. 

Bei den Benzinern fehlt eine etwas leistungsstärkere Alternative, da der Dreiliter-Motor sowohl in Anschaffung als auch Unterhalt teurer ist.

Durchzugsstarker Diesel
Mehr Spaß macht da der 2.2 JTD. Seine maximale Leistung setzt bereits im niedrigen Drehzahlbereich ein. Der Selbstzünder ist entsprechend durchzugsstark und lässt bei jeder Drehzahl genügend Vortriebswillen spüren.

Weniger arbeitswütig sind die Bremsen: Sie könnten etwas zupackender sein. Positiv: Die Bremsanlage ist serienmäßig mit Antiblockiersystem und elektronischer Bremskraftverteilung ausgestattet. 

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