Fiat Punto 1.2 Sound: Alles, nur nicht langweilig

Fiat Punto 1.2 Sound: Alles, nur nicht langweilig
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München, 23. August 2002 – Ein roter Knaller steht vor unserer Tür: In der Farbe des Formel-1-Boliden von Michael Schumacher lackiert, mit schwarz vergitterten kleinen "Lufteinlässen" und im schicken Blechgewand, sieht unser 60-PS-Punto aus wie ein Sportgerät. Wir haben ihn für Sie getestet.

Innen empfängt uns ein solide verarbeitetes Cockpit. Allerdings passen die verwendeten Materialien nicht besonders gut zusammen. Positiv fallen die vielen Ablagen auf. Allein auf dem Armaturenträger finden sich drei Fächer, dazu kommen ein Münzhalter und ein weiteres Fach links neben dem Lenkrad. Die Mittelkonsole ist im schicken Alu-Stil gehalten. Das sieht gut aus, beim Berühren allerdings entpuppt sich die Verkleidung als dünnes Plastik.

Exzellente Sitze
Greift man mit geschlossenen Augen geradeaus nach vorne zum Lenkrad, dann fasst man daneben: Das Lenkrad ist gegenüber der Sitzposition um einige Zentimeter nach links verschoben. Die Sitze sind exzellent: Sie geben sehr guten Seitenhalt, ohne unbequem zu sein.

Die Blenden lassen sich nicht stufenlos dem Stand der Sonne anpassen, sondern rasten in nur drei Stufen ein. Außerdem lassen sie sich nicht zur Seite klappen. Praktisch dagegen: Die serienmäßigen vorderen Fensterheber lassen sich noch bis zu zwei Minuten nach dem Motorstopp betätigen.

Goodie für die Stadt
Ein besonderes Goodie ist der "City"-Knopf. Ist er gedrückt, so lässt sich der Punto spielend leicht mit einem Finger durch die schärfsten Kurven dirigieren. Besonders praktisch ist das beim Wenden oder beim Einparken. Mit dem City-Knopf wird nicht etwa die Servounterstützung angeschaltet, sondern die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung erlaubt bei jeder Geschwindigkeit zwei verschiedene Lenkungseinstellungen. Der Schalthebel gibt keinerlei Grund zur Beanstandung, er hakelt und wackelt nicht.

Der Panoramablick wird etwas durch die breiten C-Säulen behindert. Doch ansonsten lässt sich der Verkehr von der hohen Sitzposition aus gut im Blick behalten.

Guter Sitzkomfort
Der Sitzkomfort ist auf allen Plätzen gut. Vorne maßen wir über dem Scheitel eines 1,75 Meter großen Fahrers stolze 13 Zentimeter Kopffreiheit. Die Kopfstützen sind mithilfe eines seitlichen Knopfes erfreulich leicht verstellbar, sie enden jedoch bereits bei einem mittelgroßen Fahrer unterhalb des Scheitels – ein Sicherheitsrisiko also für Große.

Auf der Fondbank sitzt man für die Klasse ebenfalls sehr gut: Es bleiben fünf Zentimeter über dem Kopf und drei Zentimeter vor den Knien des Fondpassagiers, wenn der vordere Sitz für einen 1,75 Meter großen Insassen eingestellt ist. Seitlich wird die Kopffreiheit allerdings ein wenig durch einen Wulst über dem Fenster eingeschränkt. Die Kopfstützen im Fond sind nur als Nackenstützen zu verwenden.

Leichter Zugang zum Fond
Bei unserem Testfahrzeug, einem Dreitürer, ist der Zugang zu den Rücksitzen kein Problem. Der vordere Sitz fährt aus dem Weg, wenn man die Lehne umlegt. Nach dem Einsteigen fährt der Sitz wieder in die ursprüngliche Position zurück.

Der Kofferraum bietet einen Stauraum von 264 Litern und vergrößert sich beim Umlegen auf 1.080 Liter. Die Ladekante befindet sich 71 Zentimeter über dem Boden – etwas höher als bei den meisten anderen Kleinwagen. Rückbank und Rücklehne sind bei den höheren Ausstattungen asymmetrisch geteilt umlegbar. Es ergibt sich eine fast ebene Ladefläche. Eine sehr dünne Verkleidung schließt den Kofferraum nach unten ab. Sie verrutscht leicht. So hält sich etwa der Warndreieck-Beutel mit einem Klettverschluss an der Verkleidung fest. Nimmt man ihn heraus, kommt die Pappe gleich mit.

Guter Durchzug
Von einem 60-PS-Motor kann man keine sportlichen Leistungen verlangen, auch nicht bei einem Kleinwagen. 14,3 Sekunden von null auf 100 km/h sind aber auch für einen 1,2-Liter-Motor kein Spitzenwert. Positiv fällt auf, dass die gebotene Leistung über ein breites Drehzahlband zur Verfügung steht. So kann man schon unter 2.000 U/min beschleunigen. Außerdem ist der Geräuschpegel erfreulich niedrig.

Niedriger Verbrauch
Das Fahrwerk lässt das Auto schon bei kleinen Unebenheiten poltern. Bei längeren Fahrten oder auf der Autobahn braucht man da einen gesunden Rücken, der ständige Stöße aushält.

Zum Autobahnfahren ist der 60-PS-Punto aber auch sonst weniger geeignet. Das Maximaltempo von 155 km/h wird nur mit etwas Geduld erreicht. Positiv aber der Spritverbrauch: Er lag in unserem Test bei 5,3 Litern auf 100 Kilometer.

Den Fiat Punto 1.2 Sound gibt es – ausschließlich als Dreitürer – für 11.600 Euro. Das Basismodell1.2 Active mit drei Türen ist für 10.700 Euro zu haben. Noch günstiger kommt man mit dem Sondermodell Start weg: Als Dreitürer kostet er 8.990 Euro.

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