Honda Jazz: Kleinwagen erweist sich als Fexibilitätskünstler

Honda Jazz: Kleinwagen erweist sich als Fexibilitätskünstler
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München, 20. Dezember 2002 – Mit 3,83 Metern Länge und einem Radstand von 2,45 Metern besitzt der Honda Jazz klassische Kleinwagenmaße. Doch im Innenraum hat Honda gezaubert: Der Jazz ist besonders variabel. Wir waren neugierig auf das Innenraumkonzept und natürlich auch auf die Fahreigenschaften und haben das 83 PS starke Auto für Sie getestet.

Plopp-Effekt
An der Verarbeitung gibt es nirgends etwas zu mäkeln. Wie sorgfältig Honda den Jazz baut, wird deutlich, wenn man die Türen schließt: Sie fallen mit einem sanften Plopp ins Schloss. Wo sonst – außer vielleicht beim Mini - gibt es so was in der Kleinwagen-Klasse?

Im Inneren blickt der Fahrer auf drei Rundinstrumente, die in tiefen Röhren liegen. Drehzahlmesser, Tacho und Tankanzeige wirken besonders bei Dunkelheit und angeschaltetem Licht schön schlicht und harmonisch. Honda hat auch an anderen Stellen im Cockpit überflüssigen Firlefanz weggelassen und strikt auf intuitive Bedienung geachtet. Lautstärke und Frequenz lassen sich beim Radio zum Beispiel einfach über zwei Drehknöpfe einstellen - wie eh und je. Zumindest die Grundfunktionen kann hier jeder ohne Einweisung bedienen. Sowohl vorne als auch im Fond finden sich ausreichend Ablagen. 

Schöner Innenraum
Das Innenraum-Design in Graublau und Schwarz gefällt. Zum eher sportlich-kühlen Ambiente passt das Lenkrad mit seiner genoppten Oberfläche. Für Ablagen in der Umgebung von Fahrer und Beifahrer wie auch für die Fondpassagiere ist gesorgt. Praktisch: Der Aschenbecher ist wie eine Tasse geformt und herausnehmbar. So kann man ihn beim Camping oder Picknick auch draußen verwenden.

Das Auto scheint auf europäische Körpermaße ausgerichtet zu sein. Denn die Mitte der Frontscheibe ist bei mittelgroßen Fahrern auf Augenhöhe, während solche bei vielen anderen asiatischen Autos schon auf das obere Drittel der Scheibe sehen. Die Sitze bieten sehr guten Seitenhalt und können fast schon als Sportsitze durchgehen. Die Sitzposition ist recht niedrig - eigentlich verwunderlich bei der Höhe des Autos.

Hohe Kopffreiheit
Der Sitzkomfort ist vorne und hinten gut. In beiden Sitzreihen genießt man sieben Zentimeter Kopffreiheit, wenn man 1,75 Meter groß ist. Hinten bleiben sechs Zentimeter Platz vor den Knien, wenn der vordere Sitz auf die genannte Körpergröße eingestellt ist. Das ist ein sehr guter Wert für einen Kleinwagen. Die hinteren Kopfstützen – zwei sind Serie – sind nicht höhenverstellbar. Ihre Höhe passt für eine Körpergröße von etwa 1,70 Metern. 

Sitze aus der Versenkung
Besonderes kann der Jazz in puncto Variabilität anbieten: Denn die asymmetrisch geteilten Fondsitze lassen sich buchstäblich im Boden versenken. Dazu wird zunächst das Polster nach oben geklappt. Darunter wird ein Metallbügel sichtbar, der den Sitzen gewissermaßen als Stuhlbein dient. Diesen muss man zusammenlegen. Dann wird die Lehne entriegelt und der gesamte Sitz nach vorn gelegt. Dazu müssen nicht einmal die Kopfstützen aus der Lehne gezogen werden. Die entstandene Ladefläche ist vollständig eben und misst 150 Zentimeter in der Länge und 104 Zentimeter in der Breite. Die Ladekante liegt mit 60 Zentimetern über dem Boden recht günstig. Beim Ausladen muss man beispielsweise Getränkekisten 15 Zentimeter anheben.

Im Normalzustand ist der Kofferraum mit einer Tiefe von 74 Zentimetern großzügig ausgelegt. Das Kofferraumvolumen wird von Honda mit 380 Litern angegeben – ein beeindruckender Wert, der nur von ganz wenigen Autos dieser Klasse überboten wird.

Spritziger Motor
Der 1,4-Liter-Motor mit Doppelzündung erfreut durch seine Spritzigkeit. Beschleunigen lässt sich schon ab 1.800 U/min. Bei höheren Drehzahlen legt der Jazz immer noch weiter an Leistung zu und kann bis 6.000 Touren gedreht werden, wo der rote Bereich beginnt. Die Maximalleistung von 83 PS steht bei 5.700 U/min zur Verfügung. Ab 3.000 U/min wird der Motor etwas brummig, wenn man beschleunigt.

Spitzentempo ohne Anstrengung
Die Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h erreicht der Jazz ohne Probleme. Der Drehzahlmesser zeigt dann im fünften Gang 5.000 Touren an, und man hört, dass der Jazz-Musikant auch zu unangenehmer Lautstärke fähig ist. Unseren Testverbrauch berechneten wir mit 6,7 Litern auf 100 Kilometer - der Hersteller gibt 5,7 Liter an.

Die Lenkung ist sehr leichtgängig. Bei längerer Geradeausfahrt mit flottem Tempo wäre wünschenswert, dass sie sich mehr verhärten würde. Die Schaltung ist exakt und leichtgängig. Der Schalthebel fällt für unseren Geschmack allerdings etwas dünn aus.

Straffes Fahrwerk
Federn und Dämpfer sind recht straff abgestimmt. Fahrbahn-Unebenheiten spüren die Insassen deutlich. Es sind weniger Wellen, als vielmehr harte Kanten, die sich dabei unkomfortabel bemerkbar machen. Auf der Autobahn bewegt man sich bei hohem Tempo ein wenig unruhig fort. In Kurven bleibt das Auto jedoch bemerkenswert stabil und wankt nicht nach außen.

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