Fahrbericht Kia Carnival 2.9 HPDI-EX: Großer Diesel für die Familie 

Fahrbericht Kia Carnival 2.9 HPDI-EX: Großer Diesel für die Familie 
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München, 20. September 2002 – Der Kia Carnival erfreut sich wachsender Beliebtheit. So wurden im Zeitraum von Januar bis Juli 2001 in Deutschland 2.641 Carnival neu zugelassen. Im gleichen Zeitraum 2002 waren es schon 2.917 Einheiten. 

Der Kia Carnival wurde im November 2001 vollkommen überarbeitet, was noch bessere Verkaufszahlen erwarten lässt. Wir haben den knapp fünf Meter langen und 1,80 Meter hohen Siebensitzer mit 2,9-Liter-HPDI und Common-Rail-Einspritzung für Sie getestet.

Bullig und trotzdem elegant
Außen fallen zunächst die großen Stoßfänger und der breite Kühlergrill auf. Die Einfassung des Grills ist mit Chrom überzogen. Am solide wirkenden Stoßfänger befinden sich ein breiter Kühllufteinlass und integrierte Nebelscheinwerfer. Die Scheinwerfer mit vier Lichteinsätzen für Fern- und Abblendlicht sind in Klarglasoptik ausgeführt.

Die Version mit Turbodiesel-Motor hat als Erkennungszeichen zusätzlich eine große Lufthutze auf der Motorhaube, über die Luft zum Ladeluftkühler strömen kann. An der Seite aller Carnival-Modelle finden sich in den Seitenschutzleisten Chromeinlagen und verchromte Türgriffe. Dadurch wirkt das äußere Erscheinungsbild trotz der bulligen Front ziemlich hochwertig.

Seitliche Schiebetüren
Die beiden seitlichen Schiebetüren sind toll zum Ein- und Aussteigen. Die geöffnete Schiebetür des Carnival schlägt auch bei einem Halt auf abfallender Straße nicht zu, was besonders mit Kindern wichtig ist.

Eine Easy-Entry-Funktion erleichtert das Einsteigen für Passagiere der dritten Sitzreihe. Der Name sagt es bereits: Mit Easy-Entry ist das besonders leichte Einsteigen über der sehr weit nach vorn geklappten Vordersitzlehne des komplett nach vorne schwenkenden Sitzes in den Fond möglich.

Interieur
Der Innenraum wirkt insgesamt hochwertig, das Material der Bedienelemente dagegen nicht. Die Mittelkonsole im Aluminium-Look ist mit matt glänzendem Holzimitat eingefasst. Die mit Chrom umrandeten schwarzen Rundinstrumente sind gut ablesbar.

Übersichtlich angeordnet
Die Schalter sind übersichtlich angeordnet. Der Schalthebel des Fünfgang-Getriebes ist am unteren linken Rand der Mittelkonsole platziert und sehr gut erreichbar. Die Schaltung ist etwas hakelig, das Einlegen des Rückwärtsganges funktioniert oft erst im zweiten Anlauf. 

Sitze
Der Fahrersitz und die Lenksäule sind serienmäßig höhenverstellbar. Bei der von uns getesteten EX-Variante ist der Sitz sogar sechsfach elektrisch verstellbar. Dadurch können Fahrer fast jeglicher Größe im Carnival eine gute Sitzposition finden. Der Fahrersitz hat eine Lendenwirbelstütze und ist auch auf längeren Strecken immer noch bequem.

Bis zu sieben Personen finden in dem großdimensionierten Innenraum Platz. Zwischen den Sitzen gibt es eine Durchstiegsmöglichkeit, durch die man bis zur dritten Reihe gehen kann. In der zweiten und dritten Sitzreihe befinden sich herausnehmbare Einzelsitze. Diese verfügen über Armlehnen und können bis zu 14 Zentimeter in Längsrichtung verschoben werden. 

Ausklappbare Tabletts
An den Rückenlehnen der Vordersitze und den Sitzen der zweiten Reihe finden sich ausklappbare Tabletts mit Cupholdern. Die Sitze der hinteren Reihen verfügen außerdem über Liegesitzpositionen.

Platz für Kleinigkeiten und Getränke
15 verschiedene Getränkehalter – so viele hat der Carnival nämlich – sollten wirklich ausreichen. Immerhin stehen damit den maximal sieben Passagieren im Schnitt 2,14 Getränkehalter zur Auswahl. Dazu kommen mehrere Handschuhfächer, Schubladen und Haken für Einkaufstaschen. Das abschließbare Fach unter dem Beifahrersitz ist eine besonders gelungene Idee.

Enormes Laderaumvolumen
Der Carnival ist äußerst variabel. Die hinteren Sitzreihen lassen sich zusammenklappen und mit Haken festzurren. Dann können die Lehnen als Arbeits- oder Spielfläche verwendet werden. Die Sitze lassen sich leicht komplett entfernen. Wenn die zweite und dritte Sitzreihe komplett ausgebaut sind, ergibt sich ein enormes Laderaumvolumen von 3.321 Litern. Das Öffnen und Schließen der Heckklappe wird durch den schwergängigen Kofferraumdeckel erschwert. Sehr gut ist die mit circa 50 Zentimetern niedrige Ladekante.

Serienmäßige Klimaanlage
Die serienmäßige Klimaanlage lässt sich nicht nur von vorn steuern. Auch in der zweiten und dritten Sitzreihe kann die Lüftungsstärke theoretisch über einen Drehschalter eingestellt werden. Bei unserem Test ließ die Dosierbarkeit der Klimaanlage in der ersten Reihe aber zu wünschen übrig. Entweder war es zu kalt oder zu warm. Die Einstellung in den hinteren Reihen funktionierte überhaupt nicht. Ein weiteres Manko: Hinten kann man den Luftstrom zwar nach vorne und hinten, nicht jedoch nach oben und unten verstellen, so dass es oft zieht.

Wenn man die Klimaanlage mal nicht nutzen möchte, gibt es gegen 650 Euro Aufpreis ein elektrisches Schiebedach mit Sonnenschutz.

Sicherheit
Zu den wichtigsten serienmäßigen Sicherheits-Features gehören die beiden Frontairbags. Kia bietet nur diese beiden. Konkurrenten wie Opel Zafira und VW Sharan haben dagegen serienmäßig vier Airbags an Bord.

Die automatische Scheinwerferfunktion schaltet die Leuchten beim Durchfahren eines Tunnels ein und wieder aus. Ein Infrarotsender erkennt einsetzenden Regen und regelt auch die Geschwindigkeit der Scheibenwischer.

2,9-Liter-Common-Rail-Diesel
Der 2,9-Liter-Vierzylinder-Diesel mit Ladeluftkühlung und Common-Rail-Einspritzung mobilisiert bei 2.000 U/min ein Drehmoment von 310 Newtonmetern. Die Leistung beträgt 144 PS bei 3.800 U/min. Der rote Bereich des Drehzahlmessers beginnt wenig später bei 4.500 U/min. Schon im unteren Drehzahlbereich ist der Motor durchzugskräftig. Das gut abgestimmte manuelle Fünfganggetriebe harmoniert sehr gut mit dem Motor.

Die Geräuschentwicklung des robusten Diesel-Direkteinspritzers ist in der Stadt normal, auf der Autobahn wirkt er eher unkultiviert und zu laut.

Unser Durchschnittsverbrauch im Test lag bei 8,8 Litern. Das Tankvolumen beträgt 75 Liter. Daraus ergibt sich eine theoretische Reichweite von 852 Kilometern.

Fahrwerk
Das Fahrwerk des Fronttrieblers ist insgesamt erfreulich. Man hat ein sicheres Fahrgefühl, der Van läuft spurstabil und neigt nicht zum Wanken. Die Lenkung ist leichtgängig, aber etwas indirekt. Beim Anfahren mit Vollgas bringt der Frontantrieb die Kraft nicht hundertprozentig sauber auf die Straße.

Als wendig kann der Carnival nicht gerade bezeichnet werden – der Wendekreis beträgt 12,8 Meter. Fiats Ulysse dagegen hat nur einen Wendekreis von 11,60 Metern.

Bremsen
Die Bremswirkung ist direkt und durchaus akzeptabel. Serienmäßig gibt es ABS und den elektronischen Bremskraftverstärker EBD, die in schwierigen Situationen helfen können.

Preis
Der Grundpreis des Carnival mit 2,9-Liter-Dieselmotor in der LX-Version beträgt 22.850 Euro. Der Einstiegspreis des höherwertigen EX liegt bei 23.970 Euro. Zum Vergleich: Der VW Sharan mit dem größten Diesel, dem 1,9-Liter-TDI-Aggregat, kostet in der Einstiegsversion schon 30.900 Euro.

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