Mazda 6 2.0 Exclusive: Eine neue Nummer auf dem Mittelklasse-Markt

Mazda 6 2.0 Exclusive: Eine neue Nummer auf dem Mittelklasse-Markt
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Leverkusen, 31. Januar 2003 – Lacher erntete der Mazda 626 selten, ein breites Gähnen hingegen war oft zu sehen, wenn er vorüberfuhr. Klar – solide und zuverlässig war er, aber leider wenig aufregend. Mazda hat reagiert und präsentiert den Nachfolger. 

Sein Name ist schlicht, 6 heißt der Neuling. Aber Namen sind Schall und Rauch, denn der 6 verkaufte sich bereits kurz nach seiner Markteinführung um ein Vielfaches besser als sein Vorgänger. Liegt es am neuen Kleid oder überzeugen die inneren Werte? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben den Mazda 6 Exclusive mit einem Zweiliter-Benziner für Sie getestet. 

Dynamische Karosserie
Das Heck der 6er-Limousine wirkt dynamisch. Die weißen Rückleuchten sind Geschmackssache, verleihen dem Fahrzeug eine moderne Note. 

Die Schlitzaugen hat der 6 von seinem Vorgänger übernommen. Allerdings sind die Scheinwerfer nun nach außen hin spitz zulaufend. Die Chromleiste am oberen Ende des Kühlergrills wurde verbreitert. Beide Modifikationen sorgen für eine sportlichere Front. Die Dachlinie hingegen blieb weitgehend unverändert. In der Seitenansicht fallen die bulligeren Radkästen auf. Sie beherbergen je nach Ausstattung 15-, 16- oder 17-Zoll-Räder.

Einparkhilfe dringend gesucht
Im Alltag erweist sich die Karosserie der Limousine als unübersichtlich. Einzuschätzen, wo der Viertürer beginnt und wo er endet, glich einem Glücksspiel. In diesen Momenten haben wir eine Rückfahrkamera oder andere Einparkhilfen vermisst. Die gibt es leider nicht mal gegen Aufpreis. Das ist aber auch schon die letzte Kritik, die wir an der Ausstattung des Mazda 6 einzubringen haben. Bereits in der Basis-Version ist der Mittelklässler besser ausgestattet als etwa seine deutschen Konkurrenten namens Passat oder Vectra. 

Exklusiv für 1.200 Euro
Die von uns gefahrene "Exclusive"-Variante kostet 1.200 Euro Aufpreis. Darin enthalten: Lenkrad, Schalt- und Bremshebel aus Leder und Sitze mit Velours- statt Stoffbezügen. Doch damit nicht genug: Auch Klimaautomatik, Tempomat, eine im Lenkrad integrierte Audiobedienung, Bordcomputer, elektrische Fensterheber in allen Türen und beheizbare Außenspiegel sind inklusive. 

Die Konkurrenz schwächelt
Ähnlich gut ausgestattet, jedoch mit geringerer Motorleistung und einem um 1.500 Euro höheren Preis, ist der 130 PS starke VW Passat 2.0 Comfortline. Beim Opel Vectra hingegen muss man schon auf die Top-Ausstattung zurückgreifen, um mit dem Mazda 6 Exclusive mithalten zu können.

Hochtourig fahren
Der Mazda 6 2.0 leistet 141 PS. Das Datenblatt weist ein maximales Drehmoment von 181 Newtonmetern bei 4.100 Umdrehungen auf. In der Praxis heißt das: Der Viertürer hängt erst im hohen Drehzahlbereich gut am Gas. Vorher vermittelt einem der subjektive Eindruck ein vielleicht 120 PS starkes Triebwerk. 

Dennoch sprintet der Zweiliter-Benziner in weniger als zehn Sekunden von null auf hundert und verweigert erst bei knapp 210 km/h den Beschleunigungsdienst. Ein Grund dafür ist das im Vergleich zur Konkurrenz geringe Gewicht von 1.350 Kilogramm. 

Wenn schnell, dann laut
Bei einer Geschwindigkeit von 140 km/h befindet sich der Motor bereits jenseits von 4.000 U/min, was mit einem sehr markigen Motorgeräusch einher geht. Ein sechster Gang stände dem Mazda deshalb gut. 

Den 6 gibt es wahlweise mit einer Fünfgang-Handschaltung, einer Viergang-Automatik oder als Allradler mit einem Fünfgang-Automatikgetriebe. Unser Testwagen verfügte über ein knackiges Schaltgetriebe, das etwas hakte. Dafür lag der Schaltknauf gut in der Hand. 

Exzellentes Fahrwerk
Einen bleibenden Eindruck hinterlässt das Fahrwerk des Mazda 6. Es überrascht mit einer exzellenten Spurtreue und ist über jede Bodenwelle erhaben. Die dynamische Stabilitätskontrolle (DSC) sorgt bei der unbekümmerten Kurvenhatz für genügend Sicherheit, ist aber nicht in allen Modellen serienmäßig. 

Dazu passen die gut dosierbaren Bremsen. Sie packen in jeder Situation fest zu. Das serienmäßige ABS und die elektronische Bremskraftverteilung (EBD) verhindern ein Ausbrechen bei Vollbremsungen. 

Ansprechendes Inneres
Doch wie sieht es im Innenraum aus? Dass der Mazda 6 mit einer preislich unschlagbaren Ausstattung trumpfen kann, haben wir bereits erwähnt. Die von Chromringen umrandeten Instrumente sind durch die großen Ziffern sehr gut ablesbar. In der Mittelkonsole informiert ein digitales Display unter anderem über Innenraum-Temperatur und Lüftungseinstellung. Beides wird über drehbare Ringe an zwei großen Knöpfen reguliert. 

Das Navigationssystem überzeugt
Ein Highlight unseres Testwagens war zweifelsohne die DVD-Navigation. Diese gehört mit Sicherheit zur Spitzengruppe der Systeme, die wir bisher getestet haben. 

Auf Knopfdruck erhebt sich das große Display aus dem Armaturenbrett. Die Route wird mittels Fernbedienung eingegeben. Die Programmierung erfolgt dank eindeutig beschrifteter Buttons problemlos und weitgehend intuitiv. 

Praktische Zoomfunktion
Zahlreiche liebevoll gestaltete Piktogramme für Parkgaragen, Eislaufstadien oder Weingüter machen die Kartendarstellung zu einem optischen Erlebnis. Besonders empfehlenswert ist das System wegen der zuschaltbaren Zoomfunktion: Nähern Sie sich einer Kreuzung, wird diese im Display mit deutlichen Abbiegepfeilen vergrößert dargestellt. 

Viel Geld für den richtigen Weg
Die DVD-Navigation ist leider nicht für alle 6er-Modelle verfügbar und hat einen stolzen Preis: 2.300 Euro müssen Sie mindestens dafür ausgeben. In der „Exclusive“-Ausstattung kommen noch einmal 1.320 Euro für das obligatorische Bose-Soundsystem und die 16-Zoll-Leichtmetallfelgen hinzu. 

In der Top-Version bleibt es hingegen bei den 2.300 Euro für das Navigationssystem, denn der hervorragende Bose-Sound und die Alus sind hier bereits serienmäßig im Limousinen-Preis enthalten. 

Der Einstiegs-6er, die 1,8-Liter-Limousine mit 120 PS, kostet weniger als 20.000 Euro. Konkurrenzprodukte wie Opel Vectra und VW Passat können da nicht mithalten. Den von uns getesteten 2.0 Exclusive gibt es ab 22.450 Euro. Für die teuerste Sport-Limousine, den 2,0-Liter-Diesel mit 136 PS und Top-Ausstattung, müssen Sie 26.800 Euro auf den Tisch legen. 

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