Mercedes C 30 CDI AMG: Diesel-Sportler

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Affalterbach, 18. Oktober 2002 – Wer hätte jemals gedacht, dass Mercedes-AMG ein neues Modell präsentiert und dabei den geringen Spritverbrauch anpreist. Es liegt doch in der Natur der Sache, dass diese besonders sportlichen Mercedes-Modelle viel Durst haben. Entsprechend war ein hoher Benzinverbrauch in der Produktbeschreibung bislang kein Thema.

Bislang. Denn demnächst kommt ein wirklich sparsamer Diesel-AMG auf den Markt. Im Februar 2003 wird Mercedes mit dem C 30 CDI den ersten Selbstzünder-Sportwagen anbieten. Das tolle an ihm: Er verbindet die hervorragende Fahrwerksauslegung und hohe Leistung von AMG-Modellen mit den besonderen Fahrfreuden und der Sparsamkeit eines Dieselfahrzeuges. Mit Drehmomentstärke, geringem Verbrauch und dynamischen Fahreigenschaften liegt der neue AMG voll im Trend. Von diesen und anderen Qualitäten wollten wir uns auf einer ausgiebigen Testfahrt überzeugen.

Einmalige Sprintstärke
Die Modellbezeichnung C 30 CDI steht für einen neu entwickelten Fünfzylinder-Motor mit 2.950 Kubikzentimetern Hubraum. Der Direkteinspritzer mit Turbolader und Common-Rail-Technologie leistet 231 PS bei 3.800 U/min. Sein maximales Drehmoment von 540 Newtonmetern steht zwischen 2.000 und 2.500 U/min zur Verfügung. Ganz klar: Hier geht die Dieselpost ab. 

Die Limousine schafft den Sprint von null auf 100 km/h in 6,8 Sekunden. Damit bietet kein anderes Diesel-Serienfahrzeug einen schnelleren Antritt. Nach 27,5 Sekunden erreicht er die 200er-Marke. Und der C 30 hat auch danach einen respektablen Durchzug. Erst wenn die Tachonadel sich 260 km/h nähert, setzt der Begrenzer dem Vorwärtsdrang ein Ende. Beim C 30 CDI lohnt sich übrigens eine Aufhebung der Abregelung nicht. Mehr als echte 250 km/h sind ohnehin nicht drin. 

Muskulöser Gentleman
Optisch bietet der C 30 CDI die typischen AMG-Insignien: Im Innenraum sorgen Sportsitze, Alu-Applikationen und aufpreispflichtiges Leder für gediegene Sportlichkeit. Auch äußerlich wurde aus der bürgerlichen C-Klasse ein muskelbepackter Edelmann. Dazu gehört die Frontschürze mit integrierten Nebelscheinwerfern und drei großen Lufteinlässen. Seitenschweller und ein nach unten gebogenes Doppelendrohr am Heck sind weitere optische Merkmale. Besonders markant sind die filigranen und hochwertigen 17-Zoll-Leichtmetallfelgen im Doppelspeichen-Design. 

Lustvolle Grenzerfahrung
Gut sichtbar ist auch die großdimensionierte Bremsanlage. Sie wurde ebenso wie das gesamte Sportfahrwerk vom C 32 AMG V6 Kompressor übernommen. Die rundum innenbelüfteten und vorne gelöcherten Scheiben sind nicht allein Blickfang, sondern ermöglichen eine enorme Verzögerung: Nur 36 Meter Bremsweg aus 100 km/h sind ein erstklassiger Wert. 

Die daraus resultierenden Reserven verlocken zum zackigen Kurvenspaß. Voll auf die Biegung zu, spät abbremsen und mit Schwung um die Ecke – keine Panik, kein Angstschweiß. Dosierbarkeit und Stabilität der Stopper sind grandios. Die Lenkung ist sehr präzise. Und trotz sportlicher Fahrwerksauslegung bleibt der Wagen erstaunlich komfortabel. 

An die Zeiten gemütlicher Bauern-Diesel erinnert hier nun gar nichts mehr. Aber ein Diesel bleibt immer noch ein Diesel: Erst bei höherer Geschwindigkeit verschwindet das typische Nageln. 

Reifen als Pinsel
Auf sportliche Fahrweise wurden auch ESP, Antischlupfregelung, Bremsassistent und ABS abgestimmt. Damit bietet das neue AMG-Modell die hohen Sicherheitsstandards der C-Klasse. Wen die spaßhemmenden Eingriffe vom ESP stören, der kann dieses per Knopfdruck ausschalten. Danach ist jedoch die Gefahr des Ausbrechens größer. Ohne ESP lassen sich wunderschöne schwarze Streifen beim Kavalierstart auf den Asphalt zeichnen. 

Direktes Fahrerlebnis trotz Automatik
Mehr Fahrspaß ermöglicht auch der manuelle Schaltmodus der Fünfgang-Automatik. Wer aus der Kurve heraus beschleunigen möchte, fühlt sich im Automatik-Modus gelegentlich gehemmt. Denn diese liefert den per Gaspedal verlangten Schub nur mit merklicher Verzögerung. Im manuellen Modus lassen sich die Gänge schnell wechseln und der Motor bleibt auf Drehzahl. Schlimm ist der automatische Modus aber ohnehin nicht. Bereits ab 2.000 Umdrehungen wuchtet das volle Drehmoment den Sport-Benz katapultartig nach vorne. 

Auf der Autobahn fährt man mit dem C 30 CDI AMG wohl vornehmlich auf der linken Spur. Zumindest hatten wir noch nie die Gelegenheit, mit einem Dieselfahrzeug konstant 250 Sachen zu fahren. Der Blick auf den Momentverbrauch im Hochgeschwindigkeitsbereich sorgt für ein halbwegs ruhiges Gewissen. Wirklich sparsam ist die Drei-Liter-Maschine dann aber auch nicht mehr. Im Vergleich zu anderen AMG-Modellen ist er aber überaus genügsam. 

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