Motor: Schon bei niedrigen Drehzahlen flott
Der 65-PS-Diesel verrichtet seine Arbeit ordentlich. Das Aggregat wird zwar spätestens bei 4.000 Touren etwas laut. Dafür spurt es schon bei niedrigen Drehzahlen.
Fahrwerk weich in der Kurve
Das Fahrwerk quittiert Fahrbahnunebenheiten schon mal mit einem leichten Poltern und fühlt sich in den Kurven eher weich an. Dies wirkt sich unangenehm aus, da die 1,54 Meter hohe Karosserie einen hoch liegenden Schwerpunkt hat. Die elektrische Servolenkung arbeitet ohne durch besondere Stärken oder Schwächen aufzufallen.
Nettes Innenraumdesign
Der Innenraum sieht nett aus. So gibt es schöne, runde Bedienelemente für das Klimasystem. Sie sind eigenständig gestaltet, und doch intuitiv zu bedienen. Auch die hübschen Innengriffe der Türen haben wir in dieser Art noch nirgends sonst gesehen. Die Sitze geben jedoch in scharf gefahrenen Kurven zu wenig Seitenhalt. Immerhin hakelt und wackelt der Hebel des manuellen Fünfgang-Getriebes nicht.
Sitzkomfort vorne
Auf den Vordersitzen von Kleinwagen haben Erwachsene mit einer Körpergröße um die 1,75 Meter inzwischen kaum mehr Probleme, die richtige Sitzposition zu finden. So auch beim Micra. Die Ablagemöglichkeiten sind ebenfalls ausreichend.
Fach unter dem Beifahrersitz
Eine Besonderheit des Micra ist ein großes Fach unter dem hochklappbaren Sitzpolster des Beifahrersitzes. Ein weiteres Gimmick ist ein Tablett, das sich ab der Acenta-Ausstattung aus dem recht großen Handschuhfach herausziehen lässt.
Gute Rundumsicht
Die Rundumsicht für den Fahrer ist ausgezeichnet. Dafür stehen die schmalen Dachsäulen und das sehr große Rückfenster. Parkplatzsuchende Städter werden es den Micra-Designern danken.
Verschiebbare Rückbank
Ab der Ausstattung Visia Plus kann der Raum hinter den Vordersitzen durch eine verschiebbare Rückbank variabel genutzt werden. Wenn hinten Passagiere mitfahren sollen, sollte man die Bank in die hinterste Position bringen. Denn so bleiben vor den Knien eines 1,75 Meter großen Fondpassagiers beachtliche zwei bis drei Zentimeter Platz, wenn der Sitz vor ihm auf dieselbe Körpergröße eingestellt ist.
Kopffreiheit hinten zu gering
Legt man den Kopf an die Kopfstütze, so stößt man bereits bei einer Körpergröße von 1,75 Metern an die Decke. Das ist auch bei einem Kleinwagen ein trauriges Ergebnis - vor allem, wenn die Karosserie wie beim Micra über 1,50 Meter hoch ist. Die Kopfstützen auf den hinteren Plätzen sind zudem etwas zu niedrig für Erwachsene. Fondpassagiere werden im Dreitürer zudem die Möglichkeit vermissen, die Seitenfenster auszustellen.
Hintern auf dem Gurtschloss
Der Micra ist ein Fünfsitzer. Auf der Rückbank finden sich konsequenterweise drei Dreipunktgurte, jedoch nur zwei Kopfstützen. Ist die Bank voll besetzt, so ruht der Hintern des mittleren Passagiers teilweise auf dem Gurtschloss des links neben ihm Sitzenden. Immerhin finden sich genügend Ablagemöglichkeiten im Fondraum: Es gibt Fächer in den Türen und Kartentaschen in den Vordersitzlehnen.
Klappe öffnet nicht weit genug
Der Kofferraum öffnet sich durch eine Klappe, die nicht weit genug nach oben schwingt: Schon ein mittelgroßer Europäer läuft Gefahr, sich daran die Stirn zu stoßen.
Hohe Ladeschwelle, niedrige Ladekante
Über die Ladeschwelle von 20 Zentimetern, über die man etwa einen im Kofferraum verstauten, vollen Bierkasten hieven muss, werden sich besonders Frauen nicht besonders freuen. Die Ladekante, also die Höhe, auf die man Transportgut heben muss, damit man es in den Kofferraum bugsieren kann, ist mit 65 Zentimetern dagegen erfreulich niedrig.
Rechteckiger Kofferraum
Der fast rechteckige Kofferraum ist 56 Zentimeter tief und 101 Zentimeter breit, wenn die Rückbank ganz nach hinten geschoben wird. In dieser Konfiguration passen 251 Liter Gepäck hinein.
Leicht verschiebbare Rückbank
Die Rückbank lässt sich sowohl vom Fondraum als auch von der Kofferraumklappe her um etwa 15 Zentimeter verschieben. Dazu reichen sicherlich auch die Kräfte einer Frau aus. Nun passen 371 Liter in den Laderaum.
Nach dem Umklappen unpraktischer Laderaum
Schließlich lassen sich die Lehnen der Fondbank auch nach vorne klappen. Dabei kann in der Basisausstattung Visia die Lehne nur im Ganzen umgeklappt werden. So oder so bleibt nach dem Umlegen eine rund zehn Zentimeter hohe Schwelle, die beim Beladen stört. Im Vergleich zu einem konventionellen Laderaum ist die verschiebbare Rückbank bei mittelgroßem Gepäck ein Plus. Nicht aber für größere Gegenstände wie einen Kühlschrank oder ein Fahrrad. Bei umgeklappten Sitzlehnen wächst der Stauraum auf 982 Liter an - ein durchschnittlicher Wert in dieser Klasse.
Herabhängendes Stoff-Teil
Unpraktisch ist das Stück Stoff, das an der Hutablage herunterhängt und dazu dient, diese zu verlängern, wenn die Sitzbank nach vorne geschoben wird. Wenn dies nicht gemacht wird, ist das Textilteil ständig im Weg.
Nachschwingende Blechhaut
Wirkliche Schwächen in der Verarbeitung sind beim Micra nicht zu entdecken. So fallen die Türen leicht ins Schloss. Dabei schwingt allerdings oft die Blechhaut nach, was ein metallisches Scheppern zur Folge hat.
ESP ab Herbst 2003 erhältlich
Die Serienausstattung umfasst unter anderem Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Seitenairbags für die Vordersitze und elektrische Fensterheber vorne. Ein Kopfairbag ist als Extra erhältlich. Dasselbe gilt für das ESP ab September 2003 - allerdings nur für die 80 und 88 PS starken Benziner im Micra.
Der Renault-Diesel im Micra ist noch nicht nach Euro 4, sondern nur nach Euro 3 eingestuft. Damit kommt man nicht in den Genuss der entsprechenden Steuerbefreiung. Ansonsten tut der Motor seine Arbeit gut.
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