Nissan Primera: Der neue Fünftürer

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Fürth, 19. Juli 2002 – Der Fünftürer ergänzt die Karosserie-Palette des Nissan Primera. Ab Ende Juni 2002 wird das speziell für den europäischen Markt entwickelte Fließheck-Modell zu den Händlern kommen.

Wir haben das neue Modell in drei verschiedenen Motorisierungen für Sie getestet.

Astro-Look
Mit dem neuen Primera Fünftürer befährt Nissan interessante neue Wege im Design-Land. Gut, so völlig neu sind sie nun auch wieder nicht. Im heutigen Straßenbild aber hebt sich der Primera optisch angenehm ab. Trotz den genehmigten Ecken und Kanten wirkt das Fließheck-Profil wie rundgestreichelt. “Monosilhouetten“-Form nennen die Designer diese neue Optik.

Das Fünftürer-Heck erinnert in der Gestaltung an amerikanische Formen in den sechziger Jahren. Astro-Look hieß wohl die Designrichtung, bei der stilisierte Raketenantriebe auch in der Auto-Optik Einzug hielten. Witzigerweise versprühen auch die unter ihrer Verkleidung spitzen Heckleuchten des Primera jenes Lavalampen-Flair.

Unter der großen Klappe verbirgt sich ein Kofferraum von 460 Litern. Das sind immerhin zehn Liter mehr als beim Viertürer. Wer mehr Raum will, kann beim Fünftürer durch Umklappen der Rücksitzbank 980 Liter Gepäck reinstecken.

Natürlich kann man die Sitzbank auch für Mitfahrer nutzen. Nur große Menschen könnten mit dem tief gezogenen Dach Kopfkontakt haben. Für die Knie ist jedenfalls genügend Platz.

Von dieser Warte aus hat der Passagier im Fond einen guten Blick nach vorn. Dort gibt es eine Menge zu entdecken. Die zentrale Einheit von Bedienelementen und Instrumenten ist in der Mitte der Armaturentafel untergebracht. Mit großem Navigationsmonitor und den pultartig angeordneten Tasten sieht die Steuerung aus wie im Raumschiff Enterprise. Und das spiegelt sich auch in der Größe wieder: Vom Pilotensessel aus wird ein Raumgefühl wie im Van verbreitet.

In Sachen Hightech kann der Primera einiges bieten: So dient eine Kamera als drittes Auge beim Rückwärtsfahren. Im Bordmonitor sieht der Fahrer Hindernisse rechtzeitig. Eine intelligente Geschwindigkeitsregelanlage in Verbindung mit dem Automatikgetriebe CVT hilft, den Abstand zum Vordermann konstant zu halten. Auch eine solche Option war bisher den Premiummarken vorbehalten.

Eindringlich erinnert der Primera an das Anlegen des Sicherheitsgurtes: Dem Starten des Motors folgt ein nervendes Piepen, das von einer blinkenden Warnlampe begleitet wird.

Der neue Zweiliter
Zwei Benziner und einen Diesel gibt es für den Primera Fünftürer. Schauen wir uns zunächst den neuen Otto-Zweiliter mit zwei Antriebswellen an. Er leistet 140 PS.

Im Leerlauf erweist sich das Aggregat als ruhiger Zeitgenosse. Es ist kaum zu hören. Beim Hochdrehen wird die Geräuschentwicklung stärker. Doch der Sound verleugnet bescheiden die gute Kraftentfaltung. Der Ton könnte jedoch ein wenig tiefer sein. Schließlich fährt auch das Ohr mit.

Die Leistungsentwicklung ist vorbildlich. Das Aggregat zieht nicht nur sauber hoch, sondern schickt auch bei Zwischenspurts genügend Power an die Antriebsräder. 9,6 Sekunden braucht der Primera auf Hundert. Das ist für diese Klasse nicht schlecht.

Dazu passt das Sechsgang-Getriebe. Es ist gut abgestimmt. Einziger Minuspunkt: Beim Gangwechsel gibt sich der Schalthebel zuweilen etwas hakelig.

Der Primera Fünftürer hat insgesamt eine gute Straßenlage. Das Fahrwerk ist komfortabel, aber eindeutig nicht für einen Sportwagen konzipiert. Auf unebenen Wegstecken muss man ziemlich oft am fest gefassten Volant die Richtung korrigieren.

Der 1,8-Liter Benziner
Nicht ganz so spritzig kommt der 1.8 von unten heraus. Er hat 116 PS zu bieten, die ein Fünfgang-Getriebe an den Antrieb schickt. Im fünften Gang ist allerdings im niedrigen Drehzahlbereich keine Puste da.

Fast sportlicher als beim 2.0 kommt hier der Sound rüber. Das Geräusch ist eine Spur tiefer und satter. In hohen Drehzahlen wird es allerdings etwas zu rauh. Alles in allem ist der Primera aber mit dem Einsteiger-Otto genügend motorisiert.

Der 2,2-Liter Common-Rail-Turbodiesel Für einen Diesel ist der Common-Rail im Stand angenehm leise. Im Antritt kommt der bereits aus dem X-Trail bekannte Selbstzünder kraftvoll aus den unteren Drehzahlen. Das Drehmoment von 280 Newtonmetern liegt spürbar an. In punkto Elastizität macht der zwozwoer einen guten Eindruck. In Zahlen heißt das: Das 126 PS starke Aggregat sprintet in 10,9 Sekunden von null auf 100.

Er ist ebenfalls mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet. Der sechste Gang ist allerdings eher als Spargang zu verwenden.

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