Autos zünden
Als nächstes müssen die Rennautos gezündet werden. Diesen von den Opel-Fachleuten gebrauchten Begriff halten wir zunächst für leicht übertrieben. Doch als dann die Techniker ans Werk gehen, verstehen wir den Ausdruck: Es hört sich an, als ob sich im Auspuff eine Serie von Explosionen ereignen würde.
Anschließend wird es ernst. Wir ziehen uns einen wattierten Rennanzug über und zwängen unseren Kopf in einen Integralhelm. Dann unter die Flügeltür des DTM-Boldiden gebückt, das linke Bein vorsichtig hinein, den Rest des Körpers nachziehen, den Renngurt geschlossen, und ab gehts.
Fahren als Erlebnis
Die Strecke ist ein wenig sandig und feucht, daher kann Reuter heute nicht alles geben. Doch auch so gerät die Fahrt zum einmaligen Erlebnis. Die Bodenplatte, an der wir uns mit den Füßen abstützen, vibriert so stark, dass es an den Fußsohlen kitzelt. Natürlich vibriert auch der Schalensitz.
Reuter zeigt uns vor jeder Kurve mit Gesten an, in welche Richtung er fahren wird, damit wir uns auf das Kommende einstellen können und nicht mit dem Helm gegen die Seitenscheibe krachen. Wenn der Rennfahrer bremst, stemmen wir die Beine gegen das Auto. Nur einmal passen wir nicht auf, weil wir fasziniert die Geschwindigkeitsanzeige beobachten. Und als Reuter kurz vor der Kurve in die Eisen geht, fallen wir mit voller Wucht in den Gurt. Für uns Renn-Laien ist die Verzögerung fast beeindruckender als die Beschleunigung. Mit zitternden Knien entsteigen wir dem Boliden.
Rennerfahrungen nutzbar gemacht
Das Motorsport-Team rund um Volker Strycek ist bei Opel organisiert im so genannten Opel Peformance Center (OPC). Dieselbe Bezeichnung tragen jene Autos, die die Rennsportexperten gemeinsam mit weiteren Opel-Spezialisten entwickeln. Den Anfang machte 1999 der erste Astra OPC, ausgestattet mit einem Zweiliter-Saugmotor mit 160 PS. Das Auto war auf 3.000 Stück limitiert, und die gingen weg wie warme Semmeln.
Im Jahr 2001 folgte der erfolgreiche Sportvan Zafira OPC, der 8.500 mal verkauft wurde. Und nun ist ein neuer Astra OPC auf dem Markt, der in den nächsten zwölf Monaten 3.000 mal verkauft werden soll. Wir haben erste Fahreindrücke von dem Auto gesammelt.
Breites Drehzahlband
Den OPC-Neuling gibt es als dreitürige Limousine und als Kombi. In beiden Fällen arbeitet ein Zweiliter-Turbo unter der Haube, der 200 PS leistet. Aber bei Opel ist man weniger auf die Leistung stolz, sondern eher auf das Drehmoment. Und das kann sich wirklich sehen lassen: Von 1.950 bis 5.600 U/min stehen 250 Newtonmeter zur Verfügung. Der extrem breite Bereich, in dem das maximale Drehmoment anliegt, beeindruckt nicht nur auf dem Papier. Auch als Fahrer macht es Spaß, das Auto von unter 2.000 bis zur Maximaldrehzahl zu scheuchen. Ein Turboloch konnten wir nicht entdecken. Auch das bei manchen Turbos zu hörende Pfeifen unterlässt der Zweiliter.
Ein Leisetreter
Was an dem Aggregat ansonsten auffällt, ist, wie leise es arbeitet. Über den gesamten Drehzahlbereich bis knapp 7.000 Touren hinweg schnurrt der Motor, statt vorlaut zu brüllen. Damit ist eine Voraussetzung gegeben für die Alltagstauglichkeit, die Opel bei den OPC-Autos so wichtig ist.
Zum Thema Alltagstauglichkeit passt auch das Fahrwerk. Es wurde gegenüber den übrigen Astra vorne um zwei Zentimeter, hinten beim Kombi zusätzlich um einen Zentimeter abgesenkt. Dies bedingt eine straffere Auslegung der Federn und Dämpfer. Doch in der Fahrpraxis zeigt sich: Das Fahrwerk ist zwar straff, aber nicht einseitig sportlich ausgelegt. Bei Unebenheiten zeigt es Komfortqualitäten. Die Bremsen wurden gegenüber den anderen Astra verstärkt.
Wir konnten das Auto auf den portugiesischen Autobahnen nur bis 120 km/h fahren, doch es soll bis 231 km/h (Kombi) beziehungsweise 240 km/h beschleunigen. Um das mit nur fünf Gängen hinzukriegen, hat Opel die Gänge eher lang ausgelegt kein Problem bei diesem Motor, der bei jeder Drehzahl spurt.
Schöne Instrumente
Von außen wirkt der Kombi sehr dezent: ein eher unauffälliger Heckspoiler, ein OPC-Logo am Heck und am Grill das wars im Wesentlichen auch schon. Im Inneren fällt der Blick zuerst auf die schön gestalteten Instrumente: Metallringe umrahmen weiß hinterlegte Rundinstrumente mit schwarzen Ziffern und roten Zeigern.
Ansonsten fallen die blau gehaltenen Gurte auf. Ein Lob verdienen die serienmäßigen Recaro-Sportsitze: Sie bieten sehr guten Seitenhalt, sind dabei aber nicht hart.
Beide Astra OPC gibt es bereits zu kaufen. Den Dreitürer bekommt man für 25.660, den Kombi für 27.370 Euro. Die Ausstattung ist recht umfangreich auch die Sicherheitsausrüstung. Ein Sicherheitsmerkmal wie das Trennnetz für den Laderaum des Kombis sollte allerdings unserer Ansicht nach Serie sein.
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| Diesel | Benzin | Super | Super+ | |
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| Durchschnittspreis | 1.116 | 1.141 | 1.142 | 1.227 |
| Günstigster Preis | 1.081 | 1.106 | 1.106 | 1.162 |