Porsche Boxster S: 264 km/h schneller Roadster

Porsche Boxster S: 264 km/h schneller Roadster
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München, 11. April 2003 – Der Boxster S von Porsche ist nach gut sechs Jahren hübscher und stärker geworden. Bei der Motorkraft legten die Porsche-Ingenieure acht PS drauf, so dass der Roadster jetzt 260 PS leistet. Damit ist der schnittige Schwabe 264 Stundenkilometer schnell. Wir haben das stärkere der beiden Boxster-Modelle für Sie getestet. 

Verbesserte Aerodynamik durch verändertes Design
Am Bug gibt es neu gestaltete seitliche Kühllufteinlässe mit einer stärkeren Wölbung der äußeren Flanken. Neu gestaltet und jetzt in Wagenfarbe lackiert sind die Lufteinlass-Lamellen. 

Grau-weißes Blinkerglas für die Heckleuchten, ein neu gestyltes Abgas-End-Doppelrohr und zwei markante Stege geben dem tiefer gezogenen Heck eine neue Optik. Der ebenfalls neu gestaltete Spoiler am Heck fährt wie bei den Vorgängermodellen bei 120 km/h automatisch aus. 

Neue Verdeckform bringt mehr Platz
Ein vierter Verdeckbügel oberhalb der Heckscheibe bewirkt eine neue Verdeckform. Diese sorgt für ein großzügigeres Raumgefühl, wenn man geschlossen fährt und für eine bessere Sicht nach hinten. Das Heckfenster besteht jetzt nicht mehr aus Plastik sondern aus beheizbarem Festglas. 

3,2-Liter-Sechszylinder mit 260 PS
Der 3,2-Liter-Boxer mit sechs Zylindern bringt es auf 260 PS bei 6.200 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment konnte auf 310 Newtonmeter bei 4.600 Umdrehungen pro Minute gesteigert werden. Der Kraftstoffverbrauch wurde nach Angaben von Porsche um rund zwei Prozent auf 10,5 Liter pro 100 Kilometer gesenkt. 

Leistungs-Plus dank VarioCam-Technik
Die Leistungssteigerung sowie die Verbrauchsreduzierung verdankt der Boxster hauptsächlich der VarioCam-Technik, die Porsche zuvor bei den größeren 911-Modellen eingeführt hatte. VarioCam ermöglicht eine kontinuierliche Verstellung der Nockenwelle bis zu einer Winkelstellung von 40 Grad. Dies führt hauptsächlich zu einer Reduzierung der Verluste beim Ladungswechsel und zu weniger Verbrauch. 

Röhriger bis kreischender Motorsound
Durch die neue Motorentechnik hat sich ein merklich besserer Durchzug in allen Drehmoment-Bereichen ergeben. Der Boxster S spurtet aus dem Stand in nur 
5,7 Sekunden auf hundert. Sämig dreht die Maschine hoch. Im oberen Drehzahl-Drittel legt sich ein leichtes Kreischen aus dem Ansaugtrakt über den dezent röhrigen Sound, der noch von einem vollen Auspuffsound unterlegt wird. Das alles lässt sich natürlich bei offenem Verdeck besonders gut genießen. 

Schalten mit Spaß
Das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe ist erstaunlich leicht zu schalten. Es arbeitet mit kurzen Wegen und ist knackig. Die Betätigung der Kupplung erfordert nicht zu viel Kraft – so macht schnell fahren und sportlich schalten Spaß. 

Man kann den Boxster S auch niedertourig und schaltfaul fahren – etwa in der Stadt oder bei Ortsdurchfahrten. Das tiefe Grummeln des Sechszylinders ist dann ebenso reizvoll wie das beherzte Beschleunigen von unten heraus. 

Feintuning bei Fahrwerk und Bremsen
Fahrwerk und Bremsanlage des Boxster S haben die Porsche-Ingenieure mit etwas Feintuning vom Vorgänger übernommen. Gemeinsam mit der direkten Lenkung ergibt sich ein sportliches Handling, das seinesgleichen sucht. Unser Testwagen war mit aufpreispflichtigen 18-Zoll-Rädern bestückt. So ergab sich eine perfekte Straßenlage mit der Möglichkeit, Kurven superschnell und sicher zu durchzirkeln. Trotz der 18-Zöller ist der Boxster ausreichend komfortabel, so dass wir diese Kombination nur empfehlen können. 

Besseres Handling als beim Porsche 911
Straßenlage und Handling empfanden wir besser als beim größeren Porsche 911. Der Boxster S wiegt nur 1.320 Kilogramm, während das 911er-Cabrio 1.450 Kilo auf die Waage bringt. Und dass im Boxster S 56 PS weniger ihren Dienst verrichten als im 911, merkt man kaum. So ergibt sich insgesamt ein agilerer Gesamteindruck. Wir sind der Meinung, dass der Boxster auf Grund seines direkten Handlings und seiner Leichtigkeit mehr Fahrspaß bietet als der 911. Und das für erheblich weniger Geld. 

Mehr Platz für die Beine würde gut tun
Natürlich hat der Boxster immer noch nicht das Image des 911 Coupés oder Cabrios. Nicht jedem gefällt die etwas weichliche Heck-Ansicht. Doch spätestens, wenn man hinter dem Volant sitzt, kann einem das egal sein. Die Platzverhältnisse sind zwar nicht gerade üppig – insbesondere Leute über 1,85 Meter können ihre Beine nicht genügend ausstrecken. 

Neu: Das Handschuhfach
Unterhalb der Mitteldüse gibt es jetzt einen Becherhalter. Neu ist auch ein abschließbares Handschuhfach mit Beleuchtung und einem Fassungsvermögen von fünf Litern. Die Tippschalter im Armaturenbrett sind jetzt waagerecht eingebaut. Eine auffälligere Designänderung ist die farbliche Angleichung des bisher schwarzen Leders von Lenkrad, Schalthebel, Türgriffen und Handbremshebel an die Farbe der Innenausstattung. 

Gefälliges Ambiente im Innenraum
Auch die Aluminiumapplikationen der Innenausstattung wurden überarbeitet. Das Kombiinstrument mit den drei Rundanzeigen ist beim Boxster S durch weiße Zifferblätter mit Alu-Ringen gekennzeichnet. 

Nach wie vor gefallen uns die kursiv gestalteten Ziffern nicht: Sie sind wie alle kursiven Schriften schlecht lesbar. Insgesamt haben sich die Maßnahmen gelohnt – das Ambiente im Innenraum ist mit der Neuauflage des Boxster edler und gefälliger geworden. So stellt sich der gleich gute Gesamteindruck ein wie im größeren Zuffenhausener. . 

Hohes Niveau: Aktive und passive Sicherheit
Im Falles eines Falles werden die Insassen des Boxster S durch einen Überrollbügel geschützt, der direkt hinter den Sitzen angeordnet ist. Neben Fahrer- und Beifahrerairbags gibt es noch Seitenairbags. Diese sollen auch bei offenem Dach und heruntergelassenen Seitenscheiben Kopf und Brust der Insassen schützen. 

Hohes Niveau: Der Preis
Der Porsche Boxster S kostet ab 49.764 Euro. Für diesen Preis erhält man ein recht gut ausgestattetes Fahrzeug. Immerhin sind Seitenairbags, ein elektrisches Verdeck, elektrische Fensterheber, eine Wärmeschutzverglasung, elektrische Außenspiegel, eine Zentralverriegelung, eine Wegfahrsperre und eine Alarmanlage mit Innenraum- Überwachung an Bord. 

Dennoch kann man mit sinnvollem Zubehör wie dem Sportfahrwerk und den 18-Zoll-Alus unseres Testwagens und weiteren edlen Zutaten wie dem Navigationssystem „Porsche Communication Management“ oder Ledersitzen den Preis leicht um 10.000 Euro erhöhen.

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