Eigenwillig und schön
Auch im Innenraum ist es gelungen, die stilvolle Atmosphäre des englischen Automobilbaus umzusetzen. Zunächst fällt es jedoch schwer, sich ein Schmunzeln zu verkneifen. Die konsequente Anhäufung von runden und ovalen Formen wirkt etwas exzentrisch.
Grund zur Kritik bietet der Innenraum dennoch nicht. Alles ist fließend und harmonisch, sinnvoll angeordnet und leicht zu bedienen. Die verschiedenen Farben und Materialien sorgen zudem für eine wohnliche Atmosphäre. Neidlos muss man anerkennen: Die Engländer haben Stil. Allerdings darf er als leicht eigenwillig und dennoch geschmackvoll abgestimmt bezeichnet werden.
Lediglich das 2.966 Euro teure Navigationssystem von BMW wirkt in der Mittelkonsole mit seinen geraden Linien wie ein Fremdkörper. Dafür bietet es eine hervorragende Orientierungshilfe, eine leicht verständliche Bedienung und viele sinnvolle Funktionen.
Weniger leicht fällt die Orientierung mit dem großen Kombi im Straßenverkehr. Seine Außenmaße qualifizieren ihn zum Straßenkreuzer mit schwer auszumachenden Fahrzeugenden. Die Rundumsicht wird durch die hinteren Kopfstützen und die breite C-Säule ein wenig getrübt. Auch die schicken Außenspiegel liefern einen dürftigen Blick nach hinten.
Raumkonzept
Angesichts seiner Größe kann die Raumausnutzung im Inneren nur mäßig beeindrucken. Auf allen Plätzen sitzt man zwar auch auf langen Strecken sehr bequem. Das Platzangebot ist aber nicht überragend.
Der Gepäckraum bietet bis zur Dachlinie immerhin 680 Liter Stauvolumen. Mit klassentypischer Variabilität kann die hintere Sitzbank im Verhältnis zwei zu drei umgelegt werden. Der maximale Stauraum von 1.222 Litern macht aus dem 4,79 Meter langen 75 Tourer kein Raumwunder. Einige seiner Hauptkonkurrenten kann er jedoch locker überbieten.
Sinnvoller Bestandteil des gut zugänglichen Gepäckabteils ist ein großes Staufach unterhalb des Kofferraumbodens. Dieser lässt sich einfach hochklappen und wird dann pfiffiger Weise von einem Gasdruckdämpfer oben gehalten. Neben Ersatzreifen finden sich dort vorgeformte Taschen, die viel Platz für Werkzeuge und Kleinteile bieten. Versenkbare Verzurrösen, Druckhaken, die separate Glasklappen- und eine Durchladeöffnung runden die gute Alltagstauglichkeit ab.
Motor und Getriebe
Obwohl der Zwei-Liter-Common-Rail-Diesel ein ordentliches Drehmoment von 260 Newtonmetern bei bereits 2.000 Umdrehungen bietet, ist der Vortrieb alles andere als wuchtig. Nur halbwegs zügig geht es zwischen 2.000 und 4.000 Umdrehungen voran. Im Zusammenspiel mit der Fünfgang-Automatik zeichnet sich der Motor vor allem durch einen komfortbetonten und angenehmen Charakter aus. Sanft nimmt er Fahrt auf. So gleitet man bei geringer Drehzahl durch den Stadtverkehr. Schön ist das niedrige Geräuschniveau der Kraftquelle.
Es geht natürlich auch zügiger. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h haben wir laut Tacho deutlich überschritten. Auf der Autobahn macht der Britenkombi eine ordentliche Figur. Insgesamt harmoniert der Motor hervorragend mit dem 1.631 Kilogramm schweren Briten. Sportlichkeit sucht man jedoch vergeblich und Sie wäre auch nicht passend.
Beim Verbrauch kann man trotz moderner Common-Rail-Technik nicht von einem Sparwunder sprechen. Den von Rover angegebenen Spritkonsum von 6,9 Litern haben wir mit durchschnittlich 8,5 Litern Diesel auf 100 Kilometer deutlich überschritten. Dafür steigt dieser selbst bei zügigen Autobahnetappen nicht ins Astronomische. Einen Durchschnittsverbrauch jenseits der neun Liter haben wir nicht gemessen.
Mit Fünfgang-Schaltgetriebe soll der Verbrauch bei niedrigen 5,8 Litern liegen. Das geschmeidig schaltende Automatikgetriebe bietet also mehr Komfort, verursacht jedoch deutlich höhere Kosten.
Fahrwerk und Bremsen
Das Fahrwerk ist ebenso wie der Antrieb auf Komfort und Gemütlichkeit abgestimmt. Der große Brite gehört keinesfalls in die Liga fahraktiver Konkurrenten wie die Kombiversionen von Audi A4 oder 5er BMW. Eine sportlichere Fahrwerksnote käme der gesamten Fahrzeugphilosophie ohnehin nicht entgegen.
Obwohl komfortbetont, fühlt man sich relativ sicher im 75 Tourer. Im Grenzbereich greift notfalls das serienmäßige ESP ein. Die Bremsen könnten angesichts des Gewichts durchaus größer dimensioniert sein. Zumindest haben wir uns mehr Biss gewünscht.
Beim Rangieren könnte die Lenkung noch eine Spur leichtgängiger sein. Dafür ist sie sehr präzise, reagiert jedoch bei hohen Geschwindigkeiten sensibel auf plötzliche Lenkbewegungen.
Preis und Ausstattung
In der von uns gefahrenen Topausstattung Celeste kostet der 75 Tourer 2.0 CDT 31.200 Euro. Diese Version bietet bereits viel Luxus. Mit zusätzlichen Ausstattungsdetails wie Navigationssystem und Geschwindigkeitsregelanlage werden dann immerhin fast 37.000 Euro fällig. Dafür bekommt man einen durchaus geräumigen Luxuskombi - komplett ausgestattet - der nur noch wenige Wünsche offen lässt.
|
|
|
Yahoo AUTONEWS März 2008
Yahoo AUTONEWS März 2008 berichtet über den Lexus IS-F, Toyota Prius Plug In Hybrid und den Mazda 6. |
|
Der neue Laguna Grandtour: So leicht klappts bei Renault
Der neue Laguna Grandtour überzeugt mit einer Reihe von praktischen Lösungen im Ladeabteil. Dazu gehört nicht nur das halbautomatische Rollo, sondern vor allem die simple Art und Weise, wie die Rü... |
|
Interview Toyota Prius Plug-In: Hans-Peter Wandt, Toyota
Hans-Peter Wandt, Toyota, über die Funktionsweise des Plug-In Hybrid Antrieb und dessen Vorteile |
| Diesel | Benzin | Super | Super+ | |
|---|---|---|---|---|
| Durchschnittspreis | 1.114 | 1.183 | 1.183 | 1.264 |
| Günstigster Preis | 1.089 | 1.129 | 1.129 | 1.216 |