Subaru Impreza: Mit Sänger Haddaway auf dem Höllentrip

  1. Test
  2. Bildergalerie
  3. Datenblatt
  4. Preisliste
  5. Fazit
München, 21. Februar 2003 – "Don’t touch this car" (Finger weg von diesem Auto) – normalerweise bekommt man das nicht zu hören, wenn man als Medienvertreter zur Präsentation eines neuen Fahrzeugs eingeladen ist. Dann ist anfassen und ausprobieren ausdrücklich erwünscht.

Doch Subarus schönster Mitarbeiter hat etwas dagegen, wenn man den blauen Impreza WRX STi neben ihm berührt. Der Mann heißt Haddaway und fährt dieses Auto privat – mit einer Liebe und einem Stolz, dass seine Augen dabei leuchten. Subarus Pressechefin Jutta Sein stellt ihn gern als "Außendienst- mitarbeiter" vor, wohlwissend dass der Sänger mehr ist als nur ein Vertreter.

Spritztour mit Haddaway
Und so wollte er auf jeden Fall dabei sein, wenn Subaru in München den neuen Impreza präsentiert. Gerade zurück von der Ski-WM in St. Moritz (Subaru war dort Hauptsponsor) und dem anschließenden Training mit Formel-1-Fahrer Heinz-Harald Frentzen lud mich der stets gut gelaunte Haddaway spontan zu einer Spritztour in seinem WRX STi Prodrive ein. Was ich dabei erlebte, folgt später. Der eigentliche Star der Veranstaltung war schließlich der neue Subaru Impreza.

Impreza 2.0 GX: Preisgünstige Einstiegslimousine
Der Impreza ist neben dem Forester Subarus erfolgreichstes Modell in Deutschland. Zum Modelljahr 2003 wurde er einer Frischzellenkur unterzogen. Sein Herz, den Allradantrieb, hat man ihm dabei natürlich nicht entrissen. Vielmehr wurde die Front verändert: Verschwunden sind die Kulleraugen mit den Blinkerlidern. Die nun dreieckigen Scheinwerfer lassen den Impreza moderner wirken.

Unter der Motorhaube des von uns gefahrenen 2.0 GX werkelt weiterhin ein 125 PS starker Boxermotor. Außerhalb der Porschewelt besetzen die Subarumodelle mit diesem Triebwerkskonzept eine Monopolstellung. Die 2,0-Liter-Limousine ist mit einer Beschleunigung von Null auf Hundert in zehn Sekunden und der Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h zwar keine Schnecke, weiß aber auch nicht übermäßig zu beeindrucken. 

Allradler mit Leib und Seele
Ganz anders das Fahrwerk: Dank des permanenten Allradantriebs liegt der Viertürer jederzeit gut auf der Straße und empfiehlt sich damit für Spritztouren im platten Land. Und auch wenn durch eine geschlossene Schneedecke mal nichts vom Asphalt zu sehen ist, setzt der Impreza 2.0 GX seinen Antriebstrumpf souverän in die Tat um.

Am Interieur nicht gespart
Am Innenraum gibt es ebenfalls nichts zu kritisieren: Alles gut einsehbar, sauber verarbeitet und strukturiert angeordnet. Die Sportsitze bieten selbst bei rasanter Kurvenfahrt einen ausgezeichneten Seitenhalt. Lediglich der Schaltknauf ist etwas zu klein geraten. Das gilt nicht für den Kofferraum: 400 Liter sind alltagstauglich.

Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Im Preis von 19.850 Euro sind unter anderem elektrische Fensterheber vorne und hinten, halbautomatische Klimaanlage, höhenverstellbares Lenkrad, Sportsitze und elektrisch verstellbare Außenspiegel enthalten.

Den Impreza 2.0 GX mit 125 PS gibt es auch als Fünftürer. In dieser Karosserievariante steht zusätzlich ein 95 PS starker 1,6-Liter-Boxer zur Verfügung. Mit 17.950 Euro ist er das günstigste Exemplar der Baureihe. Wem die Leistung dieser beiden Motoren nicht ausreicht, für den bietet Subaru zwei sportlichere Alternativen.

Impreza WRX: Das Tor zur Glückseligkeit
Der Einstiegssportler von Subaru hat diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient. Denn mit 225 PS ist der Impreza WRX kein Einsteiger mehr, sondern ein Profi. Sie werden trotzdem nie den Boden unter den Reifen verlieren, denn der WRX hat wie alle Subaru-Familienmitglieder einen permanenten Allradantrieb. Der trägt dazu bei, dass sich das Auto als wahrer Kurvenkiller entpuppt.

Der WRX gibt sich äußerlich abgesehen von der Lufteinlass-Hutze auf der Motorhaube eher zurückhaltend gestylt. Die von uns getestete Limousine hat noch nicht mal einen Heckspoiler. Dafür einen 2,0-Liter-Turbomotor, der es richtig krachen lässt. Der beim 218 PS starken Vorgängermodell noch dezente Ruck fällt nun deutlich stärker aus. Wir müssten lügen, würden ihn als unangenehm bezeichnen.

Erstaunlich alltagstauglich
Wie es sich für ein Auto dieser Klasse gehört, thront man im Innenraum auf Sportsitzen mit ansehnlichen Netzbezügen. Das ist dann aber neben der Alu-Pedalerie auch schon das sportlichste Detail im Innenraum. Schalter, Knöpfe und Instrumente sind alltagstauglich unauffällig gehalten. Sonst hat sich hier im Vergleich zu den vergangenen Baujahren nicht viel geändert.

Doch einen 225-PS-Allradler kauft man sich auch nicht wegen des Innenlebens, sondern wegen seiner souveränen Straßenlage. Und diesem Anspruch wird der Subaru WRX auch im Modelljahr 2003 gerecht. Wir haben uns jedenfalls nur ungern von der Glückseligkeit in leuchtendem Blau verabschiedet.

Impreza WRX STi: Böse kann so schön sein
Wer jetzt glaubt, schöner kann’s nicht werden, der irrt gewaltig. Denn nach der Glückseligkeit folgt bei Subaru die Boshaftigkeit. Und die heißt "STi". Laut ist hier nicht nur laut, knackig nicht nur knackig und auch der Turbo ist irgendwie anders. Der Boost bei etwa 3.000 U/min gleicht eher einem Urknall. Das typische Pfeifen wird dann übertönt vom präsenten Motorengeräusch, das süchtig macht. 

Die Schaltung ist dermaßen knackig und kurzwegig, dass man oft nicht weiß, ob der Gang schon eingelegt ist. Aber in diesem Auto schaltet man auch nicht, man haut die Gänge rein. Doch Achtung: Während des Urknalls sollten die Hände am Lenkrad und nicht am Schaltknauf sein. Dann geht nämlich ein solch gewaltiger Ruck durchs Auto, dass man meint, gleich auf den Rücksitzen zu landen. Wer jetzt an eine Automatik denkt, um auf Nummer sicher zu gehen, der hat den WRX STi einfach nicht verdient.

Wir schwören: Spätestens bei 240 km/h auf der Autobahn haben Sie nur noch Augen für die Vibrationen der Lufteinlass-Hutze auf der Motorhaube und des Bügelbrettes am Heck. Letzteres war bisher nur den Fahrern der Prodrive-Version vorbehalten. Mit dem neuen Modelljahr gibt es den überdimensionalen Heckflügel auch für den Basis-STi.

Haddaways Goldstück
Die goldfarbenen Felgen beeindrucken die Frauen, der Rest des Autos die Männer: Das erlebt Haddaway tagtäglich, wenn er mit seinem WRX Sti Prodrive Europas Asphalt zum Glühen bringt. Bei einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von mehr als 240 km/h hält er sich damit natürlich besonders gern auf deutschen Autobahnen auf. Immer in Begleitung seines monegassischen Führerscheins, der ihm hierzulande im Ernstfall vor einem Entzug der Fahrerlaubnis bewahren würde.

Wenn Fahrer und Auto verschmelzen
Der Sänger ist gern gesehener Gast bei Motorsportveranstaltungen und selbst fünf Jahre lang im Porsche Supercup gefahren. Doch während unserer gemeinsamen Testfahrt wird schnell klar: Seine heimliche Liebe gilt dem Rallyesport.

Kompetent erklärt er mir, wie man eine Haarnadel-Kurve optimal erwischt. Und dass mit dem WRX STi theoretisch 450 km/h möglich wären, das aber auf der Straße keinen Sinn machen würde. Ich glaube ihm jedes Wort und stelle fest, dass Haddaway dieses Auto nicht nur liebt, sondern lebt. Es scheint die perfekte Liaison zu sein. Jetzt verstehe ich auch die Bedeutung von "don’t touch this car": Wer trennt sich schon gern von seiner großen Liebe? 

Wenn auch Sie wahre Liebe erfahren wollen, können Sie jetzt entweder den ausführlichen Fahrbericht lesen oder zu Ihrem Subaru-Händler fahren und einen WRX STi für 38.150 Euro kaufen. Oder beides.

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