Viele tolle Extras
Das Innenraumdesign bietet interessante und geschmackvolle Neuerungen: Die wuchtige Mittelkonsole ist übersichtlich und attraktiv gestaltet, der optionale Bildschirm elegant integriert. Neben dem Navigationssystem mit Farbdisplay gibt es für den Astra noch eine Vielzahl weiterer Nobel-Extras, für die Opel jedoch ordentlich Aufpreis verlangt. Das Studium der Preisliste nimmt in jedem Fall viel Zeit in Anspruch.
Nur kleine Schwächen
Obwohl die tunnelartigen Rundinstrumente mit Chromumrandung durchaus schick sind, wirken die altbackenen Zifferblätter etwas zu nüchtern. Dafür ist die Verarbeitung insgesamt sauber, die wertigen Materialien im Innenraum sind jedoch an einigen Stellen etwas hart und kratzempfindlich. Die Fensterheber-Schaltereinheit unseres Testwagens gab ein Hinweis auf Verarbeitungsmängel: Sie lag unbefestigt in ihrer Mulde in der Fahrertür. Ansonsten liegt im Astra alles bestens zur Hand und ist intuitiv bedienbar. Überzeugen können auch die straff gepolsterten Vordersitze. Mit viel Seitenhalt und langer Beinauflage sind sie für sportliche Fahrweise bestens geformt.
Geht straff ums Eck
Auf viel Sportlichkeit wurde auch das bemerkenswert gute Fahrwerk ausgelegt. Mit der bewährten Verbundlenker-Konstruktion lässt sich der Astra direkt und mit gutem Einlenkverhalten präzise ums Eck bewegen. Wer es zu ambitioniert angeht, wird von der Regelelektronik ESP Plus ausgebremst. Doch bis dahin bietet das Fahrwerk sehr viel Reserven. Unser Testwagen war zusätzlich mit dem 295 Euro teuren IDS-Sportfahrwerk ausgestattet. Mit härteren Federn, Stoßdämpfern und einer Tieferlegung um 15 Millimeter ist das optionale Sportfahrwerk besonders straff ausgelegt. Die Komforteinbußen sind entsprechend groß. Dafür durchfährt man im Astra mit IDS-Sportfahrwerk Kurven noch präziser. Und es geht sogar noch sportlicher: Per Knopfdruck ist ein Sportmodus zuschaltbar. Dieser bewirkt eine noch dynamischere Charakteristik von Lenkung und Gasannahme und ein verbessertes Handling.
Sparen vor Spaß
Deutlich weniger Potenz als das Fahrwerk bietet der Motor des von uns gefahrenen 1.6 Twinport. Dem 1,6-Liter-Vierzylinder-Motor mangelt es trotz der immerhin 105 PS vor allem an Druck von unten raus. Immerhin stehen laut Opel die 150 Newtonmeter bereits bei 3.900 Umdrehungen zur Verfügung stehen. Dennoch braucht unser Test-Astra lange 12,3 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h ist ein vollkommen akzeptabler Wert. Für einen Benziner arbeitet der Vierzylinder zudem ungewöhnlich rau. Zunächst möchte man einen Diesel unter der Motorhaube vermuten. Immerhin gehört das Triebwerk zu den sparsamsten seiner Klasse: Mit 6,7 Litern Durchschnittsverbrauch und Euro-4-Zertifizierung ist der 1.265 Kilogramm schwere Astra genügsam und umweltfreundlich. Wer sich mehr Leistung wünscht, sollte besser auf den 125 PS starken 1.8 Ecotec zurückgreifen.
Günstiger als Golf und Corolla
Den Astra gibt es vorerst nur als Fünftürer. Für den von uns getesteten 1.6 Twinport verlangt Opel 16.460 Euro. Das ist ein durchaus günstiges Angebot. Für einen vergleichbar motorisierten Golf als Dreitürer verlangt VW bereits 16.800 Euro, ein dreitüriger Toyota Corolla ist sogar 18.050 Euro teuer. Der neue Ford Focus als Dreitürer bereits ab 15.275 Euro zu haben kostet in der vergleichbar motorisierten Version mit fünf Türen 16.075 Euro.
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