Suzuki Ignis 4WD: Fast wie ein Großer

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(planbar) Allradantrieb ist das Markenzeichen von Suzuki. Zumindest optional rüsten die Japaner alle ihre Modelle damit aus. Beim Ignis 4WD kommt hinzu, dass er auch wie ein SUV aussieht. Wenn auch nur wie ein ganz Kleines.

Dicke Backen

Ausgestellte Radläufe, schwarze Schutzleisten und das hohe Dach wecken Offroad-Gefühle. Typisch SUV (Sport Utility). Nähert man sich dem Ignis, wird er einfach nicht größer. Steht man schließlich direkt vor dem Auto, reicht das Dach nur bis zum Kinn. Dennoch ist der Ignis eine Handbreit höher (1,56 m) als ausgewachsene Limousinen. Mit eine Länge von nur 3,70 m gehört er aber eindeutig ins Kleinwagensegment.

Robust und schick

Suzuki preist den Ignis als Multitalent, als Mix von Pkw und SUV. Innen ist der Grenzgänger zwischen den automobilen Welten ein typischer Pkw. Dunkle Stoffe und ansprechende Kunststoffe zeugen von Geschmack. Keine Spur von Kleinwagen-Armseligkeit. Die Rundinstrumente im zweifarbigen Armaturenbrett sind mit einem grauen Rand geschmückt. Der gleiche Farbton ziert die Mittelkonsole. Auch die Verarbeitungsqualität überzeugt - sie besteht den Test auf den Kopfstein-Rüttelpisten Brandenburgs. Hinter dem höhenverstellbaren Dreispeichenlenkrad findet sich schnell eine entspannte Sitzposition. Nur schade, dass die Polster dem Rücken zu wenig Halt bieten.

Flink auf den Beinen

Der 1,5-Liter-Benziner ist ein kultivierter Geselle. Beim entspannten Dahinrollen ist von den 99 PS (73 kW) kaum etwas zu hören. Erst beim Tritt aufs Gas mischen sich ernstere Töne ins Konzert. Auf der Autobahn stören zunächst tiefen Frequenzen. Ab 140 km/h wird das Tongemenge wieder klarer. Maximal 165 Stundenkilometer sind möglich. Im Redaktionsbetrieb schwankten die Verbrauchswerte zwischen sieben und neun Liter. Dann ist der Ignis aber auch häufig zum Spurt angetreten. Doch genau das macht viel Spaß. Der drehfreudige Vierzylinder hängt dank variabler Ventilsteuerung (VVT) gut am Gas. Und der kurze Radstand macht dem Ignis flinke Beine.

Bei Bedarf 4WD

Wie zu vermuten war, findet sich innen kein Hinweis auf die Allradtechnik. Alles geschieht automatisch. Suzuki setzt auf eine Viscokupplung, die bei Bedarf die Hinterachse mit Kraft versorgt. Auf Asphalt genügt Frontantrieb. Wie der Kavalierstart an der Ampel zeigt, reagiert die Technik so schnell, dass auch auf regennasser Fahrbahn kein Rad durchdreht. Wer es bei Nässe mit der Traktion übertreibt und in zu schnell angegangenen Kurven erschreckt Gas wegnimmt, sollte mit einem Heck rechnen, das ein Eigenleben entwickelt. Ein elektronische Stabilitätsprogramm ist nicht im Angebot. Das Sicherheitspaket umfasst ABS, Front- und Seitenairbags.

Der Härtetest

Da der Ignis auf SUV macht, musste er sich auch einen Ausflug ins Gelände gefallen lassen. Zugegeben, normal dürfte das für einen wie ihn nicht sein. Schließlich gibt es für Offroad-Eskapaden den Jimny im Suzuki Modellprogramm. Auf einer Baustelle vor den Toren Berlins: Steile Hügel, tiefe Furchen und loser Sand. Schnell zeigt sich, dass die erhöhte Bodenfreiheit ausreicht, wenn man aufmerksam allzu große Steinbrocken umfährt. Sind Böschungen zu meistern, profitiert der Japaner von den kurzen Überhängen an Front und Heck. Allerdings wird eine Geländeuntersetzung vermisst. Der erste Gang ist für gefühlvolle Schleichfahrt zu lang übersetzt. Immer wieder muss die Kupplung strapaziert werden. Dennoch wühlt sich der Kleine tapfer durchs Gelände. Prüfung bestanden.

Für jeden Tag

Weil im Alltag andere Qualitäten zählen, zeigt die Ausstattungsvariante Comfort (15.670 €), dass sie ihren Namen zu Recht trägt. Klimaanlage, Sitzheizung, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und ein CD-Radio sind an Bord. Unter dem Beifahrersitz wartet eine Schublade auf Kleinkram. Wenn es mehr zu transportieren gibt, lässt sich die geteilte Lehne der Rückbank steiler stellen oder umklappen. Das Gepäckabteil wächst so von 236 auf über 1.000 Liter. Nicht schlecht für einen so kleinen Gesellen. Allerdings entsteht keine ebene Ladefläche, die Rückbank beliebt als Stufe zurück. Wer bei der Anschaffung des Ignis sparen will, muss sich sputen. Bis Ende Februar 2005 läuft noch eine Aktion, die 500 € in Form von Einkaufsgutscheinen des Einzelhandels und 1.000 € als Tankgutschein zurück vergütet.

Fazit: Der Suzuki Ignis 1.5 4WD ist nicht für schweres Gelände gedacht, kleine Extratouren sind aber jederzeit drin. In der Praxis überzeugt der Japaner als handlicher Kleinwagen mit vielen Talenten.

(02/05) planbar.de, Holger Schilp

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