Mercedes C 320 CDI: Auf die Spitze getrieben
(planbar.de) Power-Diesel, 7-Gang-Automatik, Rußpartikelfilter - und 224 PS. Der neue Mercedes C 320 CDI ist angetreten, um Bestmarken zu setzen. Entsprechend selbstbewusst ist auch die Preisgestaltung: Mindestens 38.338 € kostet das gute Stück.
Im Wandel der ZeitVergangenes Jahr wurde die C-Klasse optisch und im technischen Detail aufgefrischt. Jetzt spendiert Mercedes - als Vorgeschmack auf die nächste Modellgeneration - einen neuen V6-Turbodiesel. Der C 320 CDI löst den Reihenfünfzylinder C 270 CDI ab. Mit dem neuen Triebwerk wollen die Schwaben zeigen, wo der Hammer hängt.
Immer mehr, immer wenigerVerbrauchswerte zwischen sieben und acht Liter klingen zunächst recht harmlos. Doch die Mittelklasselimousine hat Kraft im Überfluss. 224 PS (165 kW) reichen für 250 Stundenkilometer, der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 dauert nur 6,9 Sekunden. Wir reden über ein Fahrzeug mit Automatik - und sieben Schaltstufen! Der Getriebeautomat mit den vielen Zahnrädern feiert mit dem 320 CDI in der C-Klasse Premiere. Und er ist der serienmäßigen Sechsgangschaltung weit überlegen. Wer von Hand schalten möchte, muss nämlich auf Drehmoment verzichten. Statt 510 Newtonmetern stehen dann "nur" 415 Nm bereit. Mehr verträgt das manuelle Getriebe nicht. Und so erklärt sich auch, dass die Automatikversion 1,2 Sekunden schneller von null auf Tempo 100 beschleunigt und vier km/h schneller rennt.
Schalten lassenIn der Praxis ist der Unterscheid kaum spürbar. Kräftemäßig stehen beide bestens im Futter. Bereits knapp über der Leerlaufdrehzahl drücken 250 Nm auf die Kurbelwelle. So viel, wie ein gewiss nicht schlapper 1.9 TDI (105 PS) im VW Golf maximal bereit stellt. Entscheidender ist, dass die Automatik gut zum kultivierten Diesel passt. Spontane und sanfte Schaltvorgänge lassen nie den Wunsch nach dem guten alten Rührstock aufkommen. Allerdings schlägt die Hightech-Automatik mit 2.192 € extra zu Buche. Damit stürmt die 320 CDI Limousine locker die 40.000 Euro Grenze. Das T-Modell schafft das auch mit Handschaltung.
Da steckt was drinIm V6-Dieselmotor kommt Common-Rail-Einspritztechnik der dritten Generation zum Einsatz. Neu entwickelte Piezo-Injektoren arbeiten präziser als die Magnetventile, die zuvor für die Kraftstoffzuteilung zuständig waren. Pro Verbrennungsvorgang sind nun bis zu fünf Kraftstoffeinspritzungen mit Drücken von bis zu 1.600 bar möglich. Kraftstoffverbrauch, Laufruhe und Abgasverhalten profitieren gleichermaßen davon. Die Schadstoffnorm Euro 4 ist für den Hochleistungsdiesel jedenfalls keine Hürde. Erfreulicherweise ist auch ein Rußfilter an Bord, der die unter Krebsverdacht stehenden Rußpartikel zum größten Teil unschädlich macht. Für ein schnelles Ansprechverhalten und einen optimierten Drehmomentverlauf kommt ein VNT-Turbolader (Variable Nozzle Turbine) zum Einsatz. Ja nach Motorbetrieb lassen sich dessen Turbinenschaufeln elektrisch verstellen, um die größtmögliche Abgasmenge für die Komprimierung der Ansaugluft zu nutzen. Viel Aufwand, doch das Ergebnis überzeugt.
Keine falsche BescheidenheitWer die Leistungsbereitschaft des Aggregats auch optisch dokumentieren möchte, wählt das Sondermodell "Sport Edition" (1.682 €). Härteres Fahrwerk, Aluminium-Pedale, AMG-Spoilerpaket, 17-Zoll-Aluräder, Lederlenkrad und CD-Radio sind im Paket enthalten. Die Mittelkonsole ziert eine schicke Aluminiumblende. So gesehen, fast ein Schnäppchen. Ansonsten erfüllt die Basisausstattung Avantgarde die automobilen Grundbedürfnisse der Premiumliga. Klimaautomatik, Lichtsensor, Tempomat, Multifunktionslenkrad, sechs Airbags, ESP und Bremsassistent sind serienmäßig.
Fazit: Sicher, die Verbrauchswerte beeindrucken. Doch insgesamt dürften der Komfort und die Leistungsbereitschaft für die Kaufentscheidung maßgeblich sein. Und hier hat der C 320 CDI wirklich gute Argumente.
planbar.de, Holger Schilp
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