Schöner V6-Sound
Doch auch wenn der 350Z Roadster von den Daten her gegenüber den Konkurrenten zurückliegt, fährt er sich wie ein echter Sportwagen. Er spurtet schon aus dem unteren Drehzahlbereich heraus gut, und auch wenn ein rotes Lämpchen schon ab 5.500 U/min rät, einen Gang höher zu schalten, kann man den Motor noch deutlich höher drehen. Und der Auspuffsound lässt sich hören: Besonders gut klingt er bei mittleren Drehzahlen. Wenn man hoch dreht, bleibt der Motor akustisch stets gesittet. Wer den hohen, fast berstenden Sound eines Vierzylinders vom Schlage eines Honda S2000 oder Lotus Elise 111R schätzt, bleibt deshalb vielleicht ein wenig unbefriedigt. Doch der 350Z ist ein V6-Roadster, und für Sechszylinderfans sind solche Autos Zwiebacksägen. Beim Nissan können sie sich über einen mittelhohen, eher brabbelnden V6-Sound freuen.
Gesittetes Fahrwerk
Der Motor des Nissan wird serienmäßig mit einem Sechsgang-Getriebe kombiniert, das nur ganz gelegentlich etwas hakelt. Auch bei mutiger Kurvenfahrt bleibt das Fahrwerk berechenbar. Wer beispielsweise mit viel Gas ein paar waaghalsige Runden im Kreisverkehr dreht, merkt, wie das Hinterteil des Hecktrieblers nach außen drängt. Aber es überrascht den Fahrer nicht durch plötzliches Ausbrechen. Die Gewichtsverteilung erreicht mit 53 zu 47 fast Idealwerte. Ansonsten ist das Fahrwerk sportlich, aber nicht extrem ausgelegt. Man kommt damit schnell und ohne große Seitenneigung durch enge Kurven. Erfreulich, dass der Kurvenkomfort nicht mit allzu harten Federn bezahlt wird. ABS und ESP sind Serie. Zur Sicherheit tragen auch vier Airbags bei.
Elektrisch betätigtes Verdeck
Das Verdeck besteht aus einlagigem Stoff. Den Ausblick nach hinten gewährleistet eine beheizbare Glasheckscheibe. Damit ist der Roadster bedingt wintertauglich. Die Stoffhaube wird halbautomatisch betätigt: Zuerst muss sie manuell mit einem einzigen Griff in der Mitte des Windschutzscheibenbügels entriegelt werden. Dann betätigt man einen Knopf links neben dem Lenkrad, und das Stoffdach fährt automatisch zurück. Es verschwindet unter einer Kunststoffklappe hinter den Überrollbügeln. Der Verdeckkasten liegt vor dem Kofferraum, sodass das Gepäckvolumen bei offenem und bei geschlossenem Verdeck gleich ist. In den Kofferraum passen 130 Liter. Das reicht gerade mal für einen Golfbag. Pärchen, bei denen beide Partner Golf spielen, müssen sich also etwas einfallen lassen. Das ist bei der Konkurrenz anders: Der Z4 schluckt 260 Liter, der Boxster 280 Liter. Ebenfalls deutlich schlechter ist die Zuladung des Nissan, die bei nur 100 Kilo liegt, wobei das Gewicht des Fahrers nicht mitzählt. Wer einen 60 Kilo schweren Beifahrer mitnimmt, darf nur noch 40 Kilo Gepäck einladen.
Ab 36.500 Euro
Erfreuliches gibt es hingegen zu Ausstattung und Preis zu sagen. Zur umfangreichen Ausrüstung des 350Z gehören unter anderem Xenonscheinwerfer, 18-Zoll-Aluräder, elektrische Fensterheber, ein Sechsfach-CD-Wechsler mit Kassettenfunktion, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, elektrisch einstellbare Sitze und Klimaautomatik. Der Preis für den Roadster liegt dennoch bei erträglichen 36.500 Euro. Zum Vergleich: der Chrysler Crossfire Roadster 3.2 V6 kostet 38.400 Euro, der BMW Z4 3.0 ist ab 38.900 Euro zu haben. Deutlich über 40.000 Euro liegen der Audi TT 3.2 V6 quattro, der Mercedes SLK 350 und der Porsche Boxster.
(sl)
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