Viel Druck von unten raus
Bereits zwischen 1.200 und 1.400 Umdrehungen stehen üppige 400 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, ab 1.600 liegen die vollen 510 Newtonmeter an. Bis 2.800 Touren bleibt das Drehmoment konstant, um dann bis zur Höchstdrehzahl kurz jenseits der 4.000er-Marke wieder abzuflauen. In nur 6,9 Sekunden wuchtet so die immerhin 1.650 Kilogramm schwere Limousine auf Tempo 100. Der Zwischenspurt von 60 auf 120 km/h ist nach nur 6,2 Sekunden zu Ende. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt. Hinsichtlich der Fahrleistungen liegt der C 320 CDI nahezu gleich auf mit der bereits wieder eingestellten AMG-Version C 30 CDI.
Das sanfte Schaltwunder
Trotz der brutalen Kraft und monströsem Drehmoment: Die Siebengang-Automatik schaltet sanft, ruckfrei und blitzschnell. Der Gangwechsel geht mit nahezu perfektem Kraftschluss vonstatten. Nur beim Kick-down, wenn mehr als ein Gang runtergeschaltet wird, kommt es zu einer kurzen Schaltpause.
Zum Durchdrehen
Eindrucksvoll ist der stets spürbare Vorwärtsdruck selbst bei kleinsten Gasbefehlen. Lediglich beim Anfahren ist ein kleines Turboloch spürbar. Beim Sprint aus dem Stand drehen dennoch sehr leicht die Antriebsräder mit kurzem Quietschen durch, um umgehend von der Traktionskontrolle ASR eingefangen zu werden. Doch lassen sich durchaus kleine schwarze Streifen beim Kavalierstart auf den Asphalt zeichnen.
Gepflegt sportlich
Wer nun meint, ein schwerer und kopflastiger Diesel lasse sich nicht sportlich um enge Kurven zirkeln, wird vom Fahrverhalten des C 320 CDI positiv überrascht. Die Fahrwerksmodifikationen anno 2004 haben bei der C-Klasse fast schon Wunder bewirkt. Die Präzision bei ambitionierter Fahrweise ist beeindruckend. Und obwohl überraschend sportlich abgestimmt, bleibt der Federungskomfort ganz Mercedes-typisch auf hohem Niveau. Dennoch: Wer auf besonders ambitioniertes Fahren steht, könnte den Sternträger als zu behäbig und die Lenkung als zu indirekt empfinden.
Fast wie ein hubraumstarker V8
Obwohl konstruktionsbedingt ein V6-Diesel mit hohen Schwingungsmomenten, ist der neue Motor recht kultiviert. Mit dem Einsatz einer Ausgleichswelle konnte Mercedes den Antrieb erstaunlich ruhig stellen. Auch das Geräuschniveau ist für einen Diesel noch niedrig. Leistungsabfrage quittiert der Motor zwar mit deutlich hörbarem Grummeln. Die voluminöse Klangkulisse erinnert dafür an einen hubraumstarken V8-Motor. Manch Autofahrer steht ja auf eine derartige Akustik, anderen dürfte der 320 CDI dennoch zu laut sein. Im Teillastbereich auf der Autobahn ist der Motor zwischen den anderen dezenten Fahrgeräuschen hingegen kaum noch auszumachen. Wer sich jedoch das samtig-seidige Niveau eines V6-Benziners wünscht, wird auch mit diesem Flüster-Diesel weiterhin schlecht beraten sein.
Verbrauch bleibt niedrig
Die Leistung im Überfluss sorgt für hohen Fahrspaß, hat jedoch ihren Preis: Zwar ist der Verbrauch theoretisch mit 7,3 bis 7,6 Litern auf 100 Kilometer auf dem Niveau des C 270 CDI. Auf unserer Testfahrt konnten wir mit ruhigem Gasfuß den Verbrauch sogar unter sieben Liter drücken. Doch die meist flotte Gangart treibt den Dieselkonsum über die Zehn-Liter-Marke. Dies zeigte zumindest der Bordcomputer auf unserer Testfahrt an.
Partikelfilter abbestellbar
Die aufwendige Dieseltechnik macht die gelungene Mischung aus kultivierter und sparsamer Kraft erst möglich. Mit neuen Piezo-Ventilen konnte die Kraftstoffeinspritzung nach dem Common-Rail-Prinzip deutlich verbessert werden. Die Einspritzventile arbeiten schnell, präzise und ermöglichen eine fein dosierte Kraftstoffversorgung. Pro Arbeitstakt sind bis zu fünf Einspritzungen möglich. Der elektronisch variable Turbolader sorgt zudem für ein stets explosives Gemisch und saubere Abgase. Nahezu rauchfrei werkelt der Motor dank des serienmäßigen Rußpartikelfilters. Die Abgasnorm Euro 4 ist für den C 320 CDI keine Hürde. Auf Wunsch kann der Kunde den V6-Diesel ohne Filter bestellen und damit sogar 700 Euro beim Kaufpreis sparen. Und selbst dann soll die Euro-4-Norm noch erfüllt werden.
Kein billiges Vergnügen
Nicht nur die Leistung ist hoch, sondern auch der Preis. Ab 38.338 Euro ist die neue C 320 CDI Limousine mit Handschaltgetriebe zu haben. 1.750 Euro mehr kostet das T-Modell. Für die unbedingt empfehlenswerte 7G-Tronic unseres Testwagens werden nochmals 2.192 Euro fällig. Wer seine C-Klasse zudem noch mit den zahlreichen Komfort-Extras von Mercedes ordert, kann den Preis locker jenseits der 50.000-Euro-Grenze treiben.
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