Toller Handschmeichler
Hinzu kommen ein paar attraktive Neuerungen. Neben den zahlreichen Staufächern gibt es erstmals ein spezielles Fach für einen Regenschirm in der Fahrertür. Ein kleiner Schalter für die elektromechanische Parkbremse ersetzt den bisherigen Handhebel in der Mittelkonsole. Und eine besonders durchdachte Handy-Freisprechanlage mit Bluetooth-Schnittstelle gibt es gegen Aufpreis. Ein Handschmeichler ist der elektronische Funkschlüssel, der auf so manchem Kneipentisch für Gesprächsstoff und neidische Blicke sorgen dürfte. Der kleine Klotz wird einfach in das elektronische Zündschloss geschoben und nach kurzem Druck startet der Motor.
Kein Leistungswahn
Bei Wahl der Motorisierungen hat man sich bei VW gegen den allgemein vorherrschenden Upgrade-Trend entschieden. Da liegen in Wolfsburg bombastische Diesel- und Benzinantriebe mit sechs bis zwölf Zylindern rum. Doch zum Passat-Serienstart gibt es fast nur biedere Hausmannskost: Die bekannten Reihenvierzylinder aus den TDI- und FSI-Familien. Daran wird sich künftig wenig ändern. Statt längs werden die Motoren nämlich neuerdings quer eingebaut. Und deshalb bleibt maximal noch Platz für den kompakten 3,2-Liter-V6-Benziner. Mit 250 PS soll er ab Herbst 2005 die Leistungshungrigen verwöhnen. Obwohl der Passat antriebsseitig ohne Sensationen auskommen muss, erscheint die Wahl dennoch sehr vernünftig. Denn eigentlich sind die gebotenen Vierzylinder bereits völlig ausreichende Antriebe. Der aus dem Vorgänger bekannte 1,6-Liter-Vierzylinder wird weiterhin mit 102 PS angeboten. Darüber rangieren bei den Benzinern der 1.6 FSI mit 115 und der 2.0 FSI mit 150 PS. In einer späteren Ausbaustufe sogar mit 200 PS. Bei den Dieselaggregaten kommen zunächst der 1.9 TDI mit 105 PS sowie der 2.0 TDI mit 140 PS.
Viel Druck aus dem Keller
Der 2.0 TDI zeichnet sich vor allem durch sein hohes Drehmoment aus. Akustisch ist der Pumpe-Düse-Turbo nunmal kein Flüstertriebwerk. Von außen betrachtet mag das Nagelgeräusch mit der eleganten Erscheinung des Passat so gar nicht harmonieren. Wen das Dieselnageln jedoch nicht stört, der kann sich ungetrübt am Druck aus dem Drehzahlkeller erfreuen. Die 320 Newtonmeter stehen zwischen 1.750 bis 2.500 Touren an. In Kombination mit dem tollen DSG geht es mit zwei Kupplungen nahezu ruckfrei und mit perfektem Kraftschluss voran. Einfach aufs Gaspedal drücken und in 9,8 Sekunden steht die Tachonadel auf Tempo 100. Der Vortrieb endet laut VW bei 206 km/h. Und trotz guter Fahrleistungen ist der Diesel sparsam: 6,3 Liter Treibstoff werden alle 100 Kilometer durch die Einspritzdüsen gedrückt. Bei fast 1,5 Tonnen Fahrgewicht ein fraglos günstiger Wert. Euro 4 schaffen übrigens alle Passat-Motoren. Den Partikelfilter gibt es für beide TDIs gegen 565 Euro Aufpreis.
Typisch VW: Straff und bequem
Bei den Fahrwerkskomponenten hat VW den Passat mit Golf-Genen bestückt. Insgesamt ist der Komfort gut, wenn auch nicht auf höchstem Luxusniveau. Eher straff als weich, lässt er sich sehr zielgenau und stabil durch Kurven dirigieren. Erst bei sehr sportlicher Fahrweise neigt der schwere Diesel zu kopflastigem Untersteuern. Hier wird das neu abgestimmte ESP aktiv und fängt den Passat sauber ein. Insgesamt scheint der Kompromiss aus Sicherheit und Fahrdynamik bei dem weiterhin ausschaltbaren ESP noch besser gelungen. Ein gutes, wenn auch nicht betont direktes Gefühl vermittelt die um die Mittellage präzise Lenkung.
Preis gesunken
Der neue Passat 2.0 TDI kostet mit serienmäßigem Sechsgang-Schaltgetriebe ab 25.650 Euro. Das sind sogar 550 Euro weniger als bisher. Angesichts der Aufwertung (Kofferraum plus 90 Liter) und vielfach verbesserter Ausstattung eine für den Autokunden durchweg erfreuliche Entwicklung. Der Aufpreis für das empfehlenswerte Doppelkupplungsgetriebe ist noch offen. Doch dürfte es ähnlich wie beim Touran mit 1.350 Euro zu Buche schlagen.
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| Diesel | Benzin | Super | Super+ | |
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| Durchschnittspreis | 1.369 | 1.47 | 1.47 | 1.559 |
| Günstigster Preis | 1.311 | 1.411 | 1.411 | 1.499 |