Suzuki Swift: Knuffiger Spaßmacher
Sportlich, sportlich. Der neue Suzuki Swift beherrscht sogar den Spagat: einerseits quirliger Stadtflitzer, andererseits komfortabler Charmeur. Und das alles zu Preisen ab 10.990 Euro.
Auf und niederSuzuki, da war doch was? Richtig. Motorräder und Bootsmotoren. Und außerdem bauen die Japaner Autos. In Deutschland erlebte der japanische Autohersteller Anfang der 8oer Jahre sogar einen regelrechten Boom. Die Mini-Offroader LJ 80 und SJ 413 waren Kult. Im Lauf der Jahre verblasste der Ruhm, daran konnten auch die anfangs erfolgreichen Modelle Vitara und Swift nichts ändern. Allenfalls der Micro-Van Wagon R+ ragte mit einem innovativen Fahrzeugkonzept nochmals heraus.
Suzuki gibt GasDoch jetzt soll es wieder aufwärts gehen. Mit dem neuen Swift als Vorbote einer bevorstehenden Modelloffensive. Zur Jahresmitte folgt mit dem Grand Vitara bereits das zweite neue Modell. Doch zunächst gebührt das Interesse dem Swift. Mit 3,70 Metern Länge bleibt er gut zwanzig Zentimeter hinter dem aktuellen Kleinwagen-Gardemaß von Polo, Corsa und Co. Schon eher passt er zum Mini. Auch optisch: aufgeblasene Pausebacken und das weit über die Panorama-Scheibe gezogene Dach drängen den Vergleich förmlich auf. Und doch spielt der Swift in einer anderen Liga - preislich. Der knuffige Flitzer ist ab 10.990 Euro zu haben. Mit 92 PS (68 kW), Kopf-, Seiten- und Window-Airbags, Funk-Zentralverriegelung und 15-Zoll-Bereifung. Die verhilft dem kleinen Japaner zu einem erwachsenen Auftritt.
Luxus für kleines GeldSie wollen eine Klimaanlage, ein Navigationssystem, Alufelgen, ein CD-Radio mit Fernbedienung am Lenkrad, Sitzheizung und ein Zugangssystem, bei dem der Zündschlüssel ausgesorgt hat und der Sender der Fernbedienung in der Jackentasche beleiben kann? Probieren Sie den Swift. Der kostet mit dieser Ausstattung als dreitüriger Comfort+ nur 13.990 Euro. Fünf Türen müssen mit 500 € extra bezahlt werden. Durch das geringe Gewicht von gut einer Tonne schafft der 1,3-Liter-Vierzylinder den Sprint von null auf 100 km/h in elf Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 175 Stundenkilometern erreicht. Den Fahrleistungen entsprechend ist das Fahrwerk sportlich straff. Bequeme Sitze und die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung gestalten den Alltag angenehm. Keine Kritik? Doch: Trotz Klimaanlage heizt sich der Innenraum hinter der Panorama-Windschutzscheibe stark auf.
Mehr MotorenSpäter folgen der stärkere Swift 1.5 (102 PS/75 kW) und ein 1,3-Liter-Turbodiesel (70 PS/51 kW). Auch ein kräftiger GTI ist in Vorbereitung. Der soll auch über das elektronische Stabilitätssystem ESP verfügen, das sich Suzuki beim Swift vorerst spart. Angesichts des ausgeprägt gutmütigen Fahrverhaltens fällt der Verzicht leicht. Bei ersten Testfahrten durch den hügeligen Taunus konnten wir den Swift trotz böswilliger Vorsätze nicht in Schwierigkeiten bringen. Es geht zackig um die Kurven, unerwartete Überraschungen bleiben zumindest auf trockener Fahrbahn aus. Für sportliche Gangart benötigt das nicht besonders bullige Aggregat viel Drehzahl, die das präzise Fünfganggetriebe liefert.
Günstig, nicht billigNatürlich kann auch der Swift nicht wirklich über sich hinaus wachsen. Doch vier Personen haben genug Platz, um sich wohl zu fühlen - auch ein Verdienst der geschmackvollen Inneneinrichtung. Weder billiges Holzimitat noch wilde Polstermuster schmerzen das Auge. Das Grau und Schwarz der Kunststoffe wird mit etwas Aluminiumoptik verziert. Die Oberflächen sind zwar hart, doch durch ihre stark strukturierte Oberfläche wirken sie hochwertig. Bei einer ersten Probefahrt bestand das Interieur auch den Kopfsteinpflaster-Klappertest. Etwas Bescheidenheit verlangt allenfalls das Gepäckabteil, das mit 213 bis 562 Liter nicht besonders groß ausfällt.
Fazit: Mit dem neuen Swift ist Suzuki wieder einmal ein großer Wurf gelungen. Der Kleine ist knuffig, macht viel Spaß und schont mit seiner umfangreichen Serienausstattung die Haushaltskasse. Für Singles oder Pärchen ohne Kinder ist der Japaner auch als Erstwagen interessant.
planbar.de, Holger Schilp
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