Renault Vel Satis 2.2 dCi FAP: Die rauchfreie Ausnahme
(planbar.de) Eine hohe, kantige Karosserie, die an einen Van erinnert und eine Heckklappe: der Renault Vel Satis. Die luxuriöse Alternative in der Oberklasse. Bei dem jetzt vorgestellten Modelljahr 2005 ist erstmals auch ein Rußpartikelfilter an Bord - allerdings nur bei einer Modellvariante.
Nobel, nobelLederausstattung, stilvoll eingesetzter Holzschmuck und Rundinstrumente, die an wertvolle Chronometer erinnern. So empfängt das Topmodell Vel Satis Initiale seine Gäste. Von außen gibt sich der neue Jahrgang mit einem Kühlergrill zu erkennen, an dem horizontale Chromstreben die strenge vertikale Gestaltung ablöst. Am Heck recken sich zwei große Auspuffrohre ins Freie, die Kraft signalisieren.
Praktisch, praktischNeu sind adaptive Xenon-Scheinwerfer, die bei langsamer Fahrt von bis zu 30 Stundenkilometern den Nahbereich vor dem Fahrzeug besonders hell ausleuchten. Auch ein Navigationssystem mit perspektivischer Darstellung, das bis zu drei Alternativrouten berechnet, gehört zum Lieferprogramm. In die Multimediazentrale ist zudem ein Sechsfach-CD-Wechsler integriert. Bereits vom Vorgänger bekannt sind das schlüssellose Zugangsystem Handsfree Keycard und die elektronische Handbremse. Gestartet wird per Knopfdruck am Armaturenbrett. Die akustische Einparkhilfen hinten ist serienmäßig, vorne kostet sie Aufpreis. Praktisch, wenngleich nicht neu, ist auch der in den Deckel integrierten Tankverschluss. Besonders Dieselfahrer wissen es zu schätzen, wenn der stinkende Treibstoff nicht mehr mit den Händen in Berührung kommen kann.
Nur einer raucht nichtDavon hat der 3,5-Liter-V6-Motor jede Menge. Die seidenweich agierende Topmotorisierung schüttelt locker 241 PS (177 kW) aus dem Ärmel. Interessanteste Variante dürfte jedoch der 2,2-Liter-Turbodiesel sein. Der mit einem Rußpartikelfiltersystem ausgerüstete Vierzylinder entwickelt 140 PS (103 kW) - zehn Pferdestärken als die Version ohne Partikelfilter, die mit einer Fünfgangautomatik kombiniert ist. Auch beim 3,0-Liter-V6-Diesel mit 177 PS (130 kW) ist noch keine Filterlösung in Sicht. Die Benziner-Palette verfügt noch über einen 2,0-Liter-Vierzylindermotor, der dank Turboaufladung 170 PS (125 kW) mobilisiert. Mit FAP-Technik und Topausstattung Initiale kostet der Vel Satis 42.300 Euro, die Automatikversion kommt auf 43.450 Euro. Ohne Rußpartikelfilter.
Leise und entspanntGroßes Augenmerk legten die Entwickler auf die Reduzierung des Innenraumgeräuschs. Allein die Windschutzscheibe verringert dank einer integrierten Harzschicht die Geräuschbildung um bis zu 20 Prozent. Zudem wurden, um störende Vibrationen zu unterbinden, alle Hohlräume geschlossen. Und so präsentiert sich der Vel Satis als ausgesprochen leises Fahrzeug. Das gilt auch für den 2.2 dCi FAP, der bereits im Vorgängermodell als elastische und laufruhige Antriebsvariante überzeugte. Mit einem Sechsgangetriebe ausgerüstet, beschleunigt der Common-Rail-Diesel die immerhin fast 1,8 Tonnen schwere Luxuslimousine in 11,1 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 194 Stundenkilometern erreicht. Damit eignet sich diese Variante nicht für Prestigeduelle auf der Straße. Weder bei den Fahrleistungen noch beim Image. Da hat die Oberklasselimousine - zumindest in Deutschland - bislang noch nicht punkten können. Doch Renault gibt nicht auf. Obwohl die Fachpresse bereits im letzten Jahr von einem bevorstehenden Produktionsstopp des Vel Satis berichtete, zeigen die Franzosen Durchhaltevermögen. Am Nachfolger wird angeblich bereits gearbeitet.
Fazit: Schade, dass Renault nur ein Turbodieseltriebwerk mit FAP-Filtertechnik ausrüstet. Diese Aggregate passen mit ihrem ausgeglichenen Charakter nämlich perfekt zu einer Nobellimousine wie dem Vel Satis.
planbar.de, Holger Schilp
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