Skoda Fabia Combi 1.4 TDI: Hauptsache sparsam
(planbar.de) Kleines Auto mit viel Platz. Eine Erfolgsformel, die nicht nur für die boomenden Micro-Vans gilt, sondern auch für den Fabia Combi. Zum Test tritt der Tscheche als 1.4 TDI an mit 75 PS an.
Kein Heckmeck
Eigentlich seltsam, dass bei den Kleinwagen der Kombi keine große Rolle spielt, während das praktische Heck in der Mittelklasse immer beliebter wird. In Deutschland gibt es mit dem Fabia Combi und dem Peugeot 206 SW nur zwei Wettbewerber, die sich den Markt untereinander aufteilen. Während sich der Franzose in der Lifestyle-Ecke positioniert, setzt der Skoda auf handfeste Qualitäten: jede Menge Platz für das Gepäck.
Klein und doch groß
Rückt man dem Fabia Combi mit dem Maßband aufs Blech, zeigt sich, dass der Begriff "Kleinwagen" nicht wirklich passend ist. Mit einer Länge von 4,23 m spielt der Kombi-Bruder des Polo bereits in der Golf-Liga. Er überragt den fünftürigen Fabia um 26 Zentimeter, die dem Kofferraum zugute kommen. Die Unterschiede zur Kompaktlimousine beginnen mit den Fondtüren. Ab hier spannt sich das Dach in einem durchaus eleganten Bogen bis zum Heck. Darunter stecken 426 Liter Ladevolumen, die sich auf bis zu 1.225 Liter erweitern lassen. Damit liegt der Combi auf dem Niveau eines A4 Avant - zu Preisen, die beim 1.4 TDI bei 13.190 Euro beginnen.
Viel drin
Lang und schmal. So lässt sich das Raumgefühl im Fabia Combi zusammenfassen. Das Armaturenbrett präsentiert sich in dunklem Grau, ganz ohne Chromschmuck. Der findet sich nur an den Türöffnern. Hellgrau gemusterte Stoffe mit einer groben Struktur, die an Türtafeln und Sitzflächen zum Einsatz kommen, sorgen für eine etwas freundlichere Optik. Beim dunkelgrünen Testwagen handelt es sich um das Sondermodell "Extra". CD-Radio und Klimaanlage sind hier beim Preis von 15.790 Euro inklusive. Xenon-Licht, ein Navigationssystem oder ein Tempomat lassen sich aber - im Gegensatz zu anderen Ausstattungsversionen - nicht zusätzlich ordern.
Logisch gemacht
Die Bedienung Bedarf keiner Erklärung. Vom Drehzahlmesser bis zum Bordcomputer ist alles an Bord. Angenehm: ein in Länge und Höhe verstellbares Lenkrad. Keine Selbstverständlichkeit in dieser Fahrzeugklasse. Gut zur Hand liegt auch der Schaltknauf, der locker durch die fünf Gänge flutscht. In Sachen Fahrverhalten und Federungskomfort erfüllt der Testwagen gehobene Ansprüche. Generell dient die Abstimmung eher der entspannten Fortbewegung als der sportlichen Ertüchtigung auf der Straße. Dennoch werden hektische Fahrmanöver mit Gleichmut pariert. Zur Sicherheit lässt sich das Stabilitätsprogramm ESP (465 Euro) ordern. Das Sicherheitspaket umfasst zudem ABS, Front- und Seitenairbags. Window-Airbags sind jedoch nicht im Programm.
Die Diesel-Mitte
Mit 75 PS (55 kW) positioniert sich der 1,4-Liter-Dreizylinder-Turbodiesel etwas über dem 1.9 SDI, der 64 PS (47 kW) leistet. Größer ist der Abstand zum stärkeren 1.9 TDI mit 100 PS (74 kW). Was aber nicht für den Preis gilt: Der Vierzylinder, der in einem früheren Test bereits seine Klasse bewiesen hat, kostet nur 400 Euro mehr als der kleine Pumpe-Düse-Dreizylinder. Testen wir nun, ob sich der Verzicht auf einen Zylinder und 25 Pferdestärken auszahlt. Das Datenblatt verspricht eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 14,4 Sekunden und Tempo 170 Spitze. Maximales Drehmoment: 195 Nm bei 2.200 Umdrehungen. Manko: Schadstoffnorm Euro 3 - und kein Rußpartikelfilter.
Nur ruhig Blut
In der Praxis erwacht der Motor erst bei 1.900 Umdrehungen zum Leben. Dann geht es fix voran. Darunter herrscht tote Hose. An kraftvolles Herausbeschleunigen aus dem Drehzahlkeller ist nicht zu denken. Hier fordert die Spitze Drehmomentkurve ihren Tribut. Ins dreizylindertypische Brummen mischt sich beim 1.4 TDI in jeder Lebenslage der harte Pumpe-Düse-Arbeitstakt des Direkteinspritzers. Man könnte es kraftvoll nennen. An der
Tankstelle sind die rauen Sitten schnell vergessen. Fünf bis sechs Liter reichen im Schnitt für 100 Kilometer. Und das, obwohl der Gasfuß wegen der Motorcharakteristik oft auf das Bodenblech drückt. Ruhige Naturen zaubern problemlos auch die vier vor dem Komma auf das Display des Bordcomputers.
Fazit: Der Skoda Fabia Combi überzeugt mit einem in dieser Klasse konkurrenzlos großen Kofferraum und gutem Komfort. Der 1.4 TDI ist eine zwar sparsame aber nicht besonders harmonische Antriebsquelle. Als kaum kostspieligere Alternative bietet sich Vierzylinder 1.9 TDI an, der zudem bereits die Schadstoffklasse Euro 4 erfüllt.
planbar.de, Holger Schilp
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