Montag Mai 5
Schweres Gepäck im Kofferraum zwingt jedes Auto in die Knie. Durch die einseitige Mehrbelastung an der Hinterachse gerät das Fahrzeug in eine Schieflage, die negativen Einfluss auf Fahrverhalten, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß hat. Für Abhilfe sorgen Niveauregel-Systeme, die für viele Pkw gegen Aufpreis zu haben sind.Sitzt viel Gewicht auf der Hinterachse, federn die Stoßdämpfer bereits im Stand stark ein. Während der Fahrt steht dann schnell nicht mehr genug Federweg zur Verfügung. Die Folgen sind eine verminderte Fahrsicherheit, besonders bei hohen Geschwindigkeiten: Die Seitenneigung in der Kurve erhöht sich, in kritischen Situationen ist das Auto nur noch schwer beherrschbar. Aber auch schon bei gemäßigtem Tempo lässt durch das schwammige Fahrverhalten der Komfort nach. Zudem steigt durch die Schieflage des Autos der Windwiderstand und in seiner Folge auch der Spritverbrauch. Reifen und Fahrwerkskomponenten werden stärker als gewöhnlich belastet und verschleißen schneller.
Als besonders preiswerte und robuste Lösung bieten unter anderem Mercedes-Benz, Ford, Opel und VW als Option bei vielen Modellen eine vollautomatische Niveauregulierung an, die direkt im Stoßdämpfer integriert ist. Dieses vom Zulieferer ZF entwickelte System "Nivomat" hält das Fahrzeugheck bei wechselnden Beladungszuständen immer auf gleicher Höhe. Dadurch bleibt auch der Federweg in jeder Situation konstant, was schwammiges Fahrverhalten verhindert. Pluspunkt: Das ZF-System kommt ohne Elektronik und zusätzlichen Energieverbrauch aus: Zum "Pumpen" auf die passende Höhe nutzt es die Energie, die aus der Bewegung zwischen Rad und Fahrzeugaufbau entsteht. Der Aufpreis von beispielsweise 665 Euro beim Ford Mondeo Turnier lohnt sich vor allem beim häufigen Transport schwerer Güter. Auch bei Fahrten mit Anhänger oder Wohnwagen ist die Niveauregulierung sinnvoll, denn ein Niveauunterschied zwischen den beiden Teilen des Gespannes kann für gegenseitiges Aufschaukeln sorgen.
Dagegen eine technisch aufwendigere Lösung ist die Niveauregulierung mittels Luftfederung. Vor allem Fahrzeuge der oberen Klassen verfügen über diese Technik. Sie arbeitet mit Luftbälgen, in denen Druckluft beim Ein- und Ausfedern mit schwankendem Druck die Gegenkraft zu den fahrdynamischen Kräften am jeweiligen Rad oder der Achse bildet und die Wagenhöhe unabhängig von der Belastung konstant hält. Nachteil der Technik sind die relativ hohen Kosten von rund 2 000 Euro sowie das zusätzliche Gewicht für die notwendigen Hydraulik- oder Pneumatik-Pumpen.
Keine Hilfe bieten beide Systeme allerdings, wenn das Auto vollkommen überladen ist. Die erlaubte Zuladung ist aus den Fahrzeugpapieren ersichtlich: Sie ergibt sich aus der Differenz von Leergewicht (inklusive Fahrer) und zulässigem Gesamtgewicht. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass auch die Passagiere als Zuladung berücksichtigt werden müssen. Wer sich beim tatsächlichen Gewicht unsicher ist, kann das Auto auch gegen eine geringe Gebühr an vielen TÜV-Stationen wiegen lassen.
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