Klein, aber fein
Immerhin 419 bis 1.273 Liter schluckt der Kofferraum des SportCombi. Obwohl kein Lademeister, befindet sich der 4,65 Meter lange Skandinavier in guter Gesellschaft mit den Konkurrenten Audi A4 Avant (1.184 Liter) und dem kommenden BMW 3er Touring (1.385 Liter). Obwohl etwas knapp geschnitten, kann das Gepäckabteil des 9-3 mit einigen Clever-Lösungen überzeugen. So ist die hintere Sitzbank serienmäßig im Verhältnis 60 zu 40 umlegbar. Außerdem befindet sich unterm Kofferraumboden ein praktisches Staufach für kleineres Gepäck. Für besonders lange Fracht empfiehlt sich der gegen Aufpreis nach vorne klappbare Beifahrersitz. Dann lassen sich sogar bis fast drei Meter lange Gegenstände transportieren. Für den Ikea-Großeinkauf ist der 9-3 SportCombi nicht nur stilecht, er bietet zudem ordentlich Platz und bewältigt die Wegstrecke bei Bedarf sogar besonders schnell.
Seidiger Turbodruck aus dem Drehzahlkeller
Der 2,8-Liter-V6-Motor beeindruckt einerseits mit viel Leistung und mit seiner seidigen Laufkultur. Selbst bis zur Höchstdrehzahl von 6.500 Touren wirkt das Aggregat unangestrengt. Aus den zwei volumigen Auspuffrohren gesellt sich bei Leistungsabfrage dennoch ein an- und aufregendes Röhren. Hinzu kommt das sehr dezente Pfeifen des zweiflutigen Laders, welches den vehement einsetzenden Turboschub des 24-Ventilers ankündigt. Bei nur knapp über 1.000 Touren bietet der V6 bereits ein recht hohes Drehmoment. Die vollen 350 Newtonmeter stehen zwischen 2.000 und 4.500 Umdrehungen zur Verfügung. Die Höchstleistung von 250 PS wird bei 5.500 Touren erreicht. Mit seinem Leistungsprofil gehört der 2.8 V6 zu den stärksten Antrieben seiner Hubraumklasse. Entsprechend fährt der Schwede weit vorne mit. Für den 100-km/h-Sprint lautet die Ansage von Saab 6,9 Sekunden. Das Topspeed liegt bei souveränen 245 km/h. Letzteres konnten wir jedoch im restriktiven schwedischen Verkehr nicht antesten.
Hier fehlt 4x4
Dafür aber das Zerren des drehmomentstarken Antriebs an der Lenkung. Vor allem wer beim Beschleunigen aus Kurven runterschaltet, wird gelegentlich die führende zweite Hand am Lenkrad vermissen. Bei Vollgas aus der Biegung kommt viel Bewegung ins Volant und genau dann werden beide Hände dringend am Steuer benötigt. Eine Automatik und/oder ein Allradantrieb könnten hier Abhilfe leisten. Ersteres kann man für 1.960 Euro bestellen. Letzteres gibt es nicht gegen Geld und gute Worte. Obwohl mit der Firma Haldex ein Allradspezialist quasi gleich um die Ecke wohnt. Den Saab-Ingenieuren ist das Traktionsproblem durchaus bewusst, doch wurde das 4x4-Projekt aus Geldmangel verworfen und wird wohl erst in der nächsten 9-3-Generation ein Thema.
Flotter und durstiger Allrounder
Bis dahin muss man sich mit dem etwas traktionsschwachen Vorderradantrieb begnügen, der dennoch ein agiles Kurvenfahren ermöglicht. Dank der mitlenkenden hinteren Achse und der zwar straffen aber nicht unkomfortablen Feder-Dämpferabstimmung lässt sich der Kombi eben sehr direkt und stabil durch enge Biegungen jagen. Das Heck zieht sauber mit, ohne zu übersteuern. Darüber hinaus empfiehlt sich der 9-3 als vorzüglicher Cruiser und Langstreckler mit gutem Komfort und starkem Durchzugsvermögen. Lediglich der Verbrauch dürfte manchem Vielfahrer etwas zu hoch sein. Laut Bordcomputer bewegte sich dieser auf unserer Testfahrt zwischen zehn und elf Litern. Saab gibt den Durchschnittverbrauch mit 10,2 Litern an. Wer es sparsamer will, sollte sich besser einen ebenfalls druckvollen aber weniger trinkfreudigen Turbodiesel kaufen.
Vier Motoren, sieben Leistungsstufen
Apropos Motoren: Neben dem getesteten V6-Benziner bietet Saab für den 9-3 SportCombi zwei weitere Benzinmotoren mit 1,8 beziehungsweise 2,0 Litern Hubraum an. Die Vierzylinder gibt es in jeweils zwei Leistungsstufen mit 122, 150, 175 oder 210 PS. Der 1.8i mit 122 PS markiert das Einstiegsmodell für 25.450 Euro. Trotz seiner bereits umfangreichen Serienausstattung ist das kein Schnäppchen-Tarif. Doch im Vergleich zu den bereits genannten Mitwettbewerbern ist dies ein absolut marktfähiger Preis. Der 3er-Touring von BMW und der Audi A4 Avant kosten mit vergleichbaren Motoren in etwa gleichviel. Zusammen mit dem prestigereicheren und besonders attraktiven V6 muss der Kunde übrigens stattliche 37.950 Euro bezahlen. Dafür bekommt man immerhin viel Power und viel Premium.
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| Diesel | Benzin | Super | Super+ | |
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| Durchschnittspreis | 1.116 | 1.141 | 1.142 | 1.227 |
| Günstigster Preis | 1.081 | 1.106 | 1.106 | 1.162 |