Innen auf hohem Niveau
Besonders beeindrucken kann die mustergültige Verarbeitung des Interieurs. Die Belegschaft im Opelwerk Bochum hat sich in den vom drastischen Stellenabbau geprägten Monaten mit viel Erfolg dem Projekt perfekter Zafira gewidmet. Auch die Materialien schaffen ein wertiges und wohnliches Ambiente. Neben der tadellosen Bedienbarkeit erfreut der Neo-Zafira zudem mit einigen Innovationen. Der hochgelegte Schalthebel schafft zwischen den bequemen und straffen Vordersitzen Platz. Der u-förmige Handbremshebel ist raumökonomisch und haptisch eine besonders elegante Lösung. Angenehm in der Hand liegt auch der Signalgeber für das schlüssellose Entriegelungs- und Startsystem (420 Euro Aufpreis). Obwohl ein Handschmeichler, darf das Kleinod in der Hosentasche bleiben, während der Motor per Startknopf zum Leben erweckt wird.
Seidig und druckvoll
In der von uns getesteten Version mit dem 200 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor geht dies zunächst recht unspektakulär vonstatten. Das starke Triebwerk ist im Leerlauf kaum hörbar und hält sich selbst im Fahrbetrieb akustisch dezent im Hintergrund. Dank des bereits hohen Drehmoments bei niedrigen Drehzahlen sind höhere Touren kaum nötig. Gegen ein Ausdrehen der sechs Gänge hat der 16-Ventiler jedoch nichts einzuwenden und kündet den Insassen mit dem Pfeifen des Turboladers von seiner Potenz. Dank der üppigen Kraft kann der 1,5-Tonner überaus flott bewegt werden. Nach glatt neun Sekunden ist der 100-km/h-Sprint beendet, der Zwischenspurt von 80 auf 120 dauert 9,8 Sekunden. Das Fahrverhalten bei Höchstgeschwindigkeit 225 km/h sind möglich konnten wir auf der internationalen Präsentation in Südschweden jedoch nicht antesten.
Von sparsam bis betont sportlich
Angesichts der hohen Leistung geht der Spritkonsum von 9,5 Litern in Ordnung. Wer es sparsamer will, hat die Wahl zwischen vier weiteren Benzin- und drei Dieselmotoren. Der Einstiegsbenziner (ab 19.990 Euro) bietet mit 1,6 Litern Hubraum und 105 PS bereits gute Fahrleistungen bei 7,1 Litern Durchschnittsverbrauch. Noch sparsamer ist der Einstiegsdiesel 1.9 CDTI mit 100 PS für 22.090 Euro. Der Selbstzünder, serienmäßig bereits mit Rußpartikelfilter ausgestattet, begnügt sich mit 6,1 Litern. Den Sparnaturen unter uns sei die Erdgasvariante CNG ans Herz gelegt. Das erfolgreiche Sparmobil wird es auch in Generation II geben. Wer es hingegen besonders sportlich mag, sollte auf die 240 PS starke OPC-Version warten. Für ein Familienauto mag das übertrieben viel Leistung sein. Doch die 200-PS-Version zeigte, dass dieser Van auf ambitionierte Fahrweise sehr gelassen bis souverän reagiert.
Top Fahrwerk
Wird viel Leistung abgefordert, quittiert der Fronttriebler dies mit typischen Traktionsproblemen an den Antriebsrädern und einem störenden Einfluss auf die Lenkung. Doch angesichts der hohen Drehmomente ist dieser Einfluss noch gering. Bei der Fahrwerksabstimmung verdient der Zafira unter anderem deshalb sein größtes Lob. Weder schwammig, noch mit nervigen Wankbewegungen geht er in schnelle Kurven, liegt satt und sicher auf der Straße. Unebenheiten werden, für die Insassen kaum spürbar, sauber weggefiltert. Lediglich in Kombination mit dem genialen IDS-Plus-Fahrwerk (615 Euro) geht es per Knopfdruck sportlicher zu, mit entsprechenden Einbußen beim Komfort. Dafür sorgt der zuschaltbare Sportmodus für eine dynamischere Charakteristik von Lenkung und Gasannahme und ein verbessertes Handling und damit für einen wirklichen lustvollen Kick. Wer natürlich übertrieben schnell ums Eck will, wird auch den Zafira zum Untersteuern bringen. Dann kommt das serienmäßige ESP-Plus zum Einsatz, welches jedoch nicht zu früh eingreift.
Sehr flexibel und variabel
Trotz aller Sportlichkeit geht es beim Zafira vor allem um seine Fähigkeit, viel Gepäck und/oder Passagiere zu transportieren. Allzu oft wird man von allen sieben Sitzen wohl nicht Gebrauch machen. Doch auf Wunsch lassen sich mit wenigen Handgriffen zwei zusätzliche Sitzplätze aus dem Kofferraumboden herauszaubern. Wie beim Vorgänger ist der Platz in Reihe drei etwas knapp bemessen. Vor allem an Fußraumtiefe mangelt es. Dennoch können selbst zwei Erwachsene noch halbwegs bequem reisen. Deutlich bequemer sitzt es sich natürlich auf der in der Fahrzeuglänge verschiebbaren, zweiten Sitzreihe.
Auf Wunsch viel Platz
Platz für Gepäck gibt es bei sieben Sitzplätzen so gut wie keinen. Dafür passen in den Zafira mit fünf Sitzen immerhin stolze 645 Liter Gepäck. Werden die Lehnen der zweiten Sitzbank nach vorne gelegt, ist Platz für 1.820 Liter. Erwähnenswert ist noch das 120 Euro teure FlexOrganizer-Paket für das Ladeabteil. In zwei seitlich im Gepäckraum angebrachten Aluminium-Schienen lassen sich Netze und Trennstangen fixieren. Das verhindert nicht nur ein unkontrolliertes Umherkullern des Wochenendeinkaufs, sondern schafft auch eine gewisse Ordnung der Dinge.
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| Diesel | Benzin | Super | Super+ | |
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| Durchschnittspreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Günstigster Preis | 9 | 9 | 9 | 9 |