25 Jahre Subaru Deutschland: Mit dem XT Turbo kam der Sport
Als einziger Hersteller weltweit rüstet Subaru alle Pkw-Modelle mit Allradantrieb aus. In Deutschland sind die Japaner seit 25 Jahren präsent, der erste Subaru 4WD lief bereits 1972 vom Band. Gratulation zum Jubiläum.
Allrad als TrendBMW, Mercedes,
Volkswagen,
Alfa Romeo und - allen voran - Audi haben Allradmodelle im Programm. Als Pionier der Allradtechnik im Limousinengewand darf sich jedoch Subaru fühlen. Vor 33 Jahren begann alles noch recht harmlos. Der hochbeinige Leone 4WD verfügte über einen simplen zuschaltbaren Allradantrieb, der Vorder- und Hinterachse starr miteinander verband.
Technik verfeinert1980, dem ersten Jahr auf dem deutschen Markt, erhielt der Subaru 1800 eine Geländeuntersetzung. Mit dem Dual-Range-Getriebe mauserte sich der als Limousine und Kombi erhältliche Wagen zum treuen Partner von Förstern und Jägern. Seine robuste Technik und die erstaunlichen Kraxeltalente überzeugten. Mit dem Libero zeigte Subaru 1983 Weitsicht: der Heckmotor-Mikrovan mit Allradantrieb und Sitzen, die sich zu einer Liegefläche umlegen ließen, nahm den Trend zur multifunktionalen Großraumlimousine vorweg. Wenn auch im Bonsai-Format. Beim Libero wurde der Allradantrieb erstmals per Knopfdruck zugeschaltet.
Jetzt zum SportDas Coupé XT 4AWD, das in Japan 1985 als Alcyone vorgestellt wurde, war ein wichtiger Meilenstein: Subaru präsentierte den ersten Sportwagen der Modellgeschichte. Der futuristische Keil glänzte mit weltmeisterlichem Luftwiderstandswert von 0,29 und verfügte erstmals über permanenten Allradantrieb. Ein Mittendifferenziel verteilte die Antriebskraft zu je fünfzig Prozent auf Vorder- und Hinterachse, eine 100-Prozent-Sperre ließ sich manuell zuschalten. Mit Vierzylinder-Boxermotor und Turbolader brachte es die Sportflunder auf 135 PS (99 kW) und ein maximales Drehmoment von 200 Newtonmetern.
Zurück in die ZukunftDie Begegnung mit dem XT Turbo ist eine Reise in die Vergangenheit. Zugunsten der Aerodynamik ist die Front mit Schlafaugenscheinwerfern flach und messerscharf geschnitten. An Fußgängerschutz dachte damals noch niemand. Auch das Armaturenbrett ist kantig und wild zerklüftet. Der Fahrerplatz erinnert mit dem Joystick-Schaltknüppel an die Kommandobrücke von Raumschiff Enterprise. Runde Linien waren Mitte der 80er bei Subaru offensichtlich nicht angesagt. Auf den Weckruf des Zündschlüssels reagiert der Vierzylinder mit dem kehligen Schnurren eines Boxertriebwerks. Unterhalb von 2.000 Umdrehungen tut sich nicht viel, dann kommt so viel Turbobums, wie die 135 Pferdchen eben zulassen.
Einzigartige KonstruktionDas Fahrverhalten wirkt gut ausbalanciert, was Subaru dem symmetrischen Allradantrieb zuschreibt. Frontmotor, Getriebe und Antriebsstrang sind dabei in einer Linie angeordnet. Zudem profitiert das Fahrverhalten vom niedrigen Schwerpunkt des Boxertriebwerks. Wie beim Porsche 911 liegen die Zylinder einander gegenüber. Durch diesen perfekten Masseausgleich erzeugt der Vierzylindermotor kaum Vibrationen. Allradkonzepte mit quer und längs eingebauten Reihenmotoren sind schwieriger auszubalancieren. Doch auch hier sind nahezu perfekte Ergebnisse möglich, wie Audi mit dem quattro-Antrieb bewiesen hat.
Rüstiger RentnerDie Vergangenheit duftet nach Benzin. Durch den Innenraum weht ein Geruch, wie er für alle alten Autos typisch ist. Unser XT Turbo-Testwagen ist ein mit rotem Nummernschild ausgestattetes Museumsstück eines Subaru-Händlers, weswegen sich allzu heftige Test der Fahrdynamik verbieten. Das schief stehende Lenkrad, die weichen Bremsen und offensichtlich ausgeschlagene Fahrwerksbuchsen zeigen, dass der XT, in erster Linie als Schaustück dient. Davon abgesehen wirkt der Oldie erstaunlich frisch. Mit etwas Arbeit könnte er sicherlich einen zweiten Frühling erleben.
Wolf im SchafspelzIm Vergleich zum XT Turbo erscheint das aktuelle Topmodell, der Impreza WRX STI, wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Der Heckspoiler, der auch einen Düsenjet am Abheben hindern könnte, ist ein deutlicher Hinweis auf das Potenzial der Hochleistungslimousine. Das Basisfahrzeug für die Rallye-Sport-Variante Impreza WRC schickt 265 PS (195 kW) zu den Achsen, die Kraftübertragung erfolgt variabel. Von null auf 100 km/h geht es in 5,5 Sekunden. Eine Beschleunigungsorgie, dien von Turbo-Gekläff und Auspuff-Trompeten standesgemäß untermalt wird. Bis heute hat der Impreza WRC sechs Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft gewonnen.
Fazit: In den ersten 25 Jahren verkaufte Subaru in Deutschland gut eine viertel Million Fahrzeuge. Dass dem Pionier der Allradtechnik kein größerer Coup gelang, liegt derzeit an den fehlenden Dieselmotoren. Entsprechende Boxertriebwerke wurden zwar entwickelt, doch Fuji Heavy Industries, die Konzernmutter der Marke Subaru, zögert. Bislang verkaufen sich Subaru-Fahrzeuge in den USA, dem wichtigsten Exportmarkt, auch ohne Dieseltechnik hervorragend.
mototype, Holger Schilp
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