Hyundai Matrix 1.5 CRDi: Kompakt und doch ein Großer
Viel Platz auf kleiner Fläche, praktische Details und seit Frühjahr 2005 ein neuer Turbodiesel. Der Hyundai Matrix ist eine durchaus interessante Alternative im Markt der Kompaktvans. Der Matrix GLS 1.5 CRDi kostet 16.680 Euro.
Einer mehrBislang mühte sich im Matrix CRDi ein Dreizylinderaggregat, das weder mit Laufkultur noch durch Spritzigkeit beeindruckte. Der neue 1,4-Liter-Common-Rail-Turbodiesel verfügt über vier Zylinder - und mehr Leistung (102 PS/75 kW). Drehmoment: 235 Newtonmeter bei 2.000 Umdrehungen. Das Triebwerk zeigt wie konsequent der koreanische Automobilhersteller Schwachstellen ausmerzt. Kraftvoll und kultiviert legt sich der Common-Rail-Turbodiesel ins Zeug. Verbrauchswerte zwischen fünf und sechs Liter sind die Regel. Kurz nach dem Kaltstart ist noch dieseltypisches Brummen zu hören, das aber schnell in den Hintergrund tritt. Einzig am Abgasverhalten muss Hyundai dringend arbeiten: Schadstoffnorm Euro 3 und der fehlende Rußpartikelfilter sind für ein neues Aggregat kein Ruhmesblatt. Euro 4 kommt erst zum Jahresende.
Kraft aus der MitteDer vier Meter lange Van beschleunigt in 14,3 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 164 Stundenkilometern erreicht. Nach zwei intensiven Wochen über Stadt und Land bescheinigen wir dem Matrix ein durchaus lebhafteres Temperament als dies die Zahlen vermuten lassen - so lange die Drehzahl nicht unter 1.500 Umdrehungen fällt. Darüber präsentiert sich der Koreaner durchzugstark und einsatzfreudig. So kann mancher Griff zum Schalthebel unterbleiben. Und das ist gut so, denn die Fünfgangbox gefällt zwar mit kurzen Wegen, beim Zurückschalten in den zweiten Gang hakelt es bisweilen aber arg.
Objektive QualitätenBei der Karosserie holte sich Hyundai Unterstützung bei den italienischen Designprofis von Pininfarina. "Nun gut, auch dort müssen Praktikanten ausgebildet werden", lautete der bissigste Kommentar über das Blechkleid. Anderen wiederum gefällt der markante Schnitt mit der tief liegenden Fensterlinie, die vorne und hinten im rechten Winkel auf die Kotflügel trifft. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, was auch für die objektiven Qualitäten gilt: Vom Fahrersitz aus werden kleinste Parklücken auch ohne akustische Einparkhilfe gemeistert, die Übersicht ist sehr gut. Gleiches gilt für den Fahrkomfort. Auch nach 1.000 Kilometern Autobahn sind der Rücken und das verlängerte Rückenmark noch gut in Schuss.
Variabler InnenraumDie Polster lassen sich in Höhe und Neigung verstellen, das Lenkrad nur in der Höhe. Trotzdem findet sich schnell eine bequeme Sitzposition - aufrecht mit viel Raum über dem Scheitel. Im Fond lässt sich die geteilte Rückbank um 19,5 Zentimeter längs verschieben. Zudem ist die Lehne in der Neigung verstellbar. Entweder genießen die Passagiere fürstliche Beinfreiheit oder der Kofferraum (354 bis 1.284 Liter) vergrößert sich auf Limousinenformat. Darüber hinaus gibt es reichlich Ablagen. Besonders praktisch ist die Staubox unter dem Beifahrersitz. Flaschen finden in den Türfächern Platz und für den Stopp am Drive-in sind Becherhalter an Bord.
Gut aufgehobenInnen dominieren dunkle Grautöne. Robuste Kunststoffe und Stoffe, die sich angenehm anfühlen, sorgen für einen durchaus wohnlichen Aufenthalt. Alle Knöpfe und Schalter lassen sich intuitiv bedienen, die Platzierung der Instrumente mittig auf dem Armaturenbrett ist wiederum Geschmacksache. Die Ablesbarkeit ist jedoch über jeden Zweifel erhaben. Der Testwagen war mit einem optionale Navigationsgerät Becker DTM bestückt, das mit präzisen Ansagen und einer zuverlässigen Routenführung gefällt. Klimaanlage, Funk-Zentralverriegelung, Alarmanlage und Bordcomputer sind im optionalen Klimapaket für 1.290 Euro enthalten. Fast schon Cabrio-Feeling vermittelt ein elektrisch betätigtes Faltschiebedach, das Hyundai gegen 900 Euro Aufpreis liefert. Ein Lederpaket (1.300 Euro) und die Metallic-Lackierung (360 Euro) runden die Palette der Extras ab. Sonst ist von den beheizbaren Außenspiegeln bis zum Gepäcknetz im Kofferraum alles Wichtige an Bord.
Fazit: Der Hyundai Matrix glänzt mit inneren Werten. Platzverhältnisse, Fahrkomfort und Verbrauchswerte genügen auch gehobenen Ansprüchen. Positiv ist auch die dreijährige Neuwagengarantie. Als dunkler Fleck auf der Weste bleibt allerdings das Abgasverhalten.
mototype.de, Holger Schilp
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