Audi A8 4.2 TDI: Stärkste Diesel-Serienlimousine
Mit diesem Titel darf sich derzeit der Audi A8 4.2 TDI schmücken. Die Ingolstädter verweisen die Konkurrenz mit 326 PS auf die Plätze. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis
BMW und Mercedes nachziehen werden.
Kraft und KulturDoch der Titel "leistungsstärkster Seriendiesel im Markt", ist nur die halbe Wahrheit. Beim Drehmoment hängt der Hammer in Stuttgart. Der neue Mercedes E 420 CDI schaufelt 730 Nm auf die Kurbelwelle, während es der A8 bei 650 Nm belässt, die von 1.600 bis 3.500 Umdrehungen bereit stehen. Damit liegt der neue 4.2 TDI auf dem Niveau seines Vorgängers. Vermutungen, dass der Grund dafür in der begrenzten Belastbarkeit einzelner Antriebskomponenten zu suchen ist, weisen die Ingolstädter von sich. Man habe genug Drehmoment, heißt es. Und tatsächlich kann dem kaum widersprochen werden.
Mehr als genugNach dem Start ist nur ein dumpfes Raunen zu vernehmen, das pure Kraft verheißt. Tatsächlich sind die Fahrleistungen des A8 4.2 TDI Sportwagen-like. Beim Kickdown der 6-stufigen tiptronic-Automatik schiebt der Zweitonner in jeder Lebenslage und Geschwindigkeit unbarmherzig an. Von null auf 100 km/h geht es in 5,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 Stundenkilometer begrenzt. Dank variabler Luftfederung lässt sich die fünf Meter lange Limousine per Knopfdruck auf sportlich trimmen. Keiner der Wettbewerber ist dermaßen gierig auf die nächste Kurve. Und dank Allradantrieb gelangt die Leistung sicher auf die Straße.
Geizig beim KonsumWer es zurückhaltend angehen lässt, rollt mit durchschnittlich 9,4 Liter über Land. Damit genehmigt sich der von 275 PS auf 326 PS erstarkte Turbodiesel sogar einen Schoppen weniger als sein Vorgänger. Bestwerte auch in Sachen Umweltschutz: Schadstoffnorm Euro 4 und der Rußpartikelfilter sind selbstverständlich. Absolut gesehen sind 253 g CO2-Emmisssion pro Kilometer natürlich nicht rekordverdächtig. Die besten Kleinwagen liegen im Bereich unter 100 Gramm/Kilometer. Dennoch ist es für die Herren Vorstände und Politiker sicherlich angenehm, das die Dieselweste keinen dunklen Fleck aufweist. Da macht es auch nichts, dass die Ingoldstädter in Sachen Hubraum großzügig aufrunden. Aus 4.134 Kubikzentimeter Hubraum wird wie selbstverständlich ein 4.2 TDI, was nach 4,2-Liter-Triebwerk klingt.
Auf Diät gesetztDer V8-TDI gehört - wie schon die beiden Sechszylinder 3.0 und der 2.7 TDI - der neuen V-Motorenfamilie von Audi an. Statt einem Zahnriemen kommt hier ein Kettenantrieb für die Nockenwellen und Nebenaggregate zum Einsatz. Mit 520 Millimetern Länge und 255 Kilogramm gehört das Aggregat zu den kompakten Leichtgewichten seiner Klasse. Der Aluminium-Zylinderkopf verfügt über vier Ventile pro Brennraum. Zwei Turbolader und eine Common-Rail-Einspritzung mit Drücken von bis zu 1.600 bar sind für die Befüllung der Zylinder zuständig.
In kleinen PortionenSo genannte Piezo-Injektoren ermöglichen eine besonders feine Dosierung der Einspritzmenge. Dabei übernehmen Piezo-Kristalle die Ansteuerung der Einspritzdüsen. Unterstützt durch ein hydraulisches Element lösen sie mechanisch die Öffnung der Einspritz-Düsennadel aus, sobald elektrische Spannung angelegt wird. Piezo-Injektoren reagieren doppelt so schnell wie andere Common-Rail-Düsen. Damit kann der Einspritzvorgang in bis zu vier einzelnen Portionen erfolgen. Kraftstoffverbrauch, Abgaswerte und Geräuschentwicklung profitieren gleichermaßen davon.
Fazit: Hightech hat ihren Preis. Aluminiumkarosserie, Allradantrieb, Luftfederung und ein Sahne-V8 mit 326 PS. Audi verlangt dafür mindestens 81.000 Euro. Erste Auslieferungen sind für das dritte Quartal 2005 geplant, Bestellungen sind schon jetzt möglich.
mototype.de, Holger Schilp
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