Vom Lademeister zum Lifestyle-Kombi hat sich der Honda Accord Tourer in der neuen Generation gewandelt. Wo der Vorgänger noch mit einem geräumigen, aber klobigen Laderaum aufwartete, trägt der Neue ein schlank geschnittenes Heck mit coupéhafter Dachlinie, aber weniger Platz für Gepäck. Punkten kann der Mittelklässler jedoch weiterhin mit Langstreckenkomfort und hohem Ausstattungsniveau. Die Version mit dem 110 kW/150 PS starken Dieselmotor kostet ab 30 750 Euro.
Die Schlankheitskur hat dem Accord sichtlich gut getan. Das immerhin 4,75 Meter lange Auto wirkt nun eleganter und gleichzeitig präsenter. Die sanft abfallende Dachlinie und die ansteigende Schulter strecken das Profil, an der Front sorgen ein großer Kühlergrill mit drei Chromstreben und schmale Scheinwerfer für einen wuchtigen Auftritt. Die Kofferraumklappe ist leicht schräg ausgestellt und das insgesamt rundliche Heck wird von zwei großen, weit in die Kotflügel geschwungenen Rückleuchten dominiert.
Der Nachteil der schlanken Linie wird jedoch beim Öffnen der Laderaumklappe sichtbar. Mit nur 395 Litern Raum für das Gepäck liegt der Honda bei voller Bestuhlung deutlich hinter Wettbewerbern wie VW Passat Variant, Mazda6 Kombi oder Ford Mondeo Turnier. Durch Umklappen der Rücksitze lässt sich zwar der Stauraum auf immer noch mäßige 1 252 Liter erweitern, doch unpraktischerweise ragen dann Teile des Radkastens in den Innenraum und schränken die Ladebreite deutlich ein. Zudem bilden die umgelegten Fondsitze eine Stufe, die das Hineinschieben von schweren Gegenständen behindert. Die Anhängelast fällt mit 1 700 Kilogramm ebenfalls eher gering aus. Als Ausgleich bietet der Accord aber auch einige praktische Details: Die Ladekante ist angenehm tief, unter dem Gepäckraumboden findet sich ein Staufach und gegen Aufpreis gibt es einen Elektromotor, der das Schließen der Klappe übernimmt.
Unter den Passagieren können sich zumindest Fahrer und Beifahrer über gute Platzverhältnisse freuen. Positiv fallen auch die straffen und bequemen Sitze auf. Die Innenraummaterialen und ihre Verarbeitung sind hochwertig, das Lenkrad und die Mittelkonsole wirken allerdings mit einer Vielzahl an Knöpfen überfrachtet. Etwas eng geht es im Fond zu: Der schmale Türausschnitt behindert bereits beim Einsteigen, der Fußraum ist knapp bemessen und Großgewachsene stoßen sich den Kopf am Dachhimmel.
Beim Antrieb ist für einen Mittelklässler wie den Honda in der Regel ein Diesel die günstigste Wahl. Anders als die meisten Wettbewerber haben die Japaner jedoch nur einen einzigen Selbstzünder im Programm: den bereits aus dem Vorgängermodell bekannten 2,2-Liter-Motor, der nun zehn PS mehr leistet und damit auf 110 kW/150 PS kommt. Er ist dank seiner Common-Rail-Einspritzung ausgesprochen kultiviert und geräuscharm, die Durchzugskraft ist überzeugend. Bei sechs bis 6,5 Litern Verbrauch mit manueller Sechsgangschaltung im Testbetrieb ist er außerdem recht genügsam. Die vom Hersteller angegebenen 5,9 Liter lassen sich höchstens durch konzentriertes Befolgen der Anweisungen einer serienmäßigen Schaltpunktanzeige erreichen. Allerdings verleitet das agile Fahrverhalten und die leichtgängige und präzise Lenkung des Accord zu einer etwas flotteren Fahrweise. Der Komfort kommt aufgrund eines ausgewogenen Fahrwerks dabei nicht zu kurz, so dass vor allem nach Langstreckenfahrten ein entspanntes Ankommen gewährleistet ist.
Die Ausstattung ist Honda-gemäß bereits in der Grundversion üppig und lässt den hohen Basispreis von 30 750 Euro schnell vergessen. Serienmäßig an Bord sind beim Diesel unter anderem CD-Radio, Klimaautomatik, Fensterheber vorn und hinten, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer sowie 16 Zoll-Felgen. Für Sicherheit sorgen sechs Airbags und der Schleuderschutz ESP mit Anhängerstabilisierung. Gegen Aufpreis gibt es unter anderem einen Tempomat mit Abstandsradar und Bremsassistent sowie einen Spurverlassenswarner. Die Kfz-Haftpflicht liegt etwa bei der AXA bei 643 Euro im Jahr.
Unterm Strich präsentiert sich der Honda Accord als gelungener Lifestyle-Kombi. Wer mit dem eher geringen Gepäckraumvolumen klar kommt, findet in ihm ein komfortables Langstreckenauto, das durchaus auch Fahrspaß bietet. Holger Holzer/mid
Bewertung:
Plus: kultivierter Motor, agiles Fahrverhalten
Minus: eingeschränktes Ladevolumen, nur ein Dieselmotor im Programm
Teststeno Honda Accord Tourer:
Mittelklasse-Kombi, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,75 Meter/1,84 Meter/1,47 Meter/2,71 Meter, Gepäckraumvolumen 395 Liter - 1 252 Liter, Leergewicht 1 702 kg, Zuladung 541 kg, Anhängelast gebremst: 1 700 kg;
2,2-Liter-Dieselmotor mit 110 kW/150 PS, max. Drehmoment 350 Newtonmeter zwischen 2 000 und 2 500 U/min, Höchstgeschwindigkeit 212 km/h, 0-100 km/h in 9,7 s, Normverbrauch je 100 Kilometer 5,6 Liter Diesel, CO2-Ausstoß 148 g/km, Euro 5; Beiträge bei der AXA-Versicherung: KH 643 Euro (Typklasse 19, SF 1, Zulassung Düsseldorf, 100 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), VK 767 Euro (Typklasse 22, SF 1, 300/150 Euro SB), TK 153 Euro (Typklasse 24, 150 Euro SB); Preis ab 30 750 Euro.
Freitag Juni 5
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