Avensis 2.2 D-Cat: Meister Proper

Ganz leise, ganz stark - und gaaanz sauber. Der neue Toyota Avensis 2.2 D-Cat ist einer der umweltfreundlichsten Turbodiesel der Welt. Und mit 177 PS eine der schnellsten Möglichkeiten, die Umwelt zu schonen. Preis: ab 26.050 Euro.

Bitte etwas mehr

Lange hat sich Toyota aus dem Diesel-Wettrüsten herausgehalten. Bislang genügte dem Avensis ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 116 PS. Nun haben die Japaner Hubraum und Leistung nachgeschenkt, denn der Trend geht zu immer mehr PS. Vor fünf Jahren genügten 80 Prozent der Käufer in der Mittelklasse noch Dieselmodelle mit weniger als 130 PS. Heute fordert diese Klientel mehr als 130 Pferdestärken.

Bitte viel weniger - Abgas

Also keine halben Sachen. In der Topversion leistet der 2,2-Liter-Turbodiesel satte 177 PS (130 kW). 400 Newtonmeter Drehmoment drücken ab 2.000 Umdrehungen auf die Kurbelwelle. Der Motor beeindruckt mit Kraft und vorbildlicher Laufkultur. Einzig das Ansprechverhalten ist etwas zögerlich. Zum guten Ton gehören auch die Schadstoffnorm Euro 4 und der wartungsfreie Rußpartikelfilter. Zum Vorbild für die Konkurrenz wird das Triebwerk schließlich dank dem D-Cat-System, das auch die für den Sommersmog verantwortlichen Stickoxide vernichtet. Damit wird der Euro 4-Grenzwert für Russpartikel um 80 Prozent, der für die Stickoxide (NOx) um 50 Prozent unterboten. Doch auch die Japaner gönnen das D-Cat-System nur dem Topmodell. Im Herbst folgt eine Variante mit 150 PS (110 kW) - ohne die aufwändige Reinigungstechnik. Euro 4 und Partikelfilter sind dennoch Standard.

Moderne Konstruktion

Die neue Dieselgeneration ist erstmals komplett aus Leichtmetall gefertigt. Normalerweise wird ein Diesel-Motorblock aus Grauguss hergestellt. Der ist günstig und erlaubt trotzdem eine verwindungssteife Konstruktion. Toyota setzt stattdessen auf Hightech: Piezo-Einspritztechnik, Kraftstoffdruck mit bis zu 1.800 bar in der Common-Rail-Leitung und ein Vierventil-Zylinderkopf mit zwei Ausgleichswellen sorgen für eine optimierte Verbrennung. Zugleich konnte die Verdichtung mit 15,7:1 extrem niedrig ausfallen. Das sorgt für eine weiche Verbrennung bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen, was das Schadstoffverhalten positiv beeinflusst.

Kraft aus dem Keller

Schön und gut. Doch wie fährt sich das Wunderwerk der Technik? Tatsächlich hat der Motor keine Mühe mit der geräumigen Limousine. Mit vorbildlicher Laufkultur zieht der Flüsterdiesel in 8,6 Sekunden von null auf 100 km/h. Die sechs Gänge rasten auf kurzem Weg, wenn auch nicht besonders präzise ein. Höchstgeschwindigkeit: 222 Stundenkilometer. Dann sind nur noch dezente Wind- und Abrollgeräusche zu vernehmen, der Vierzylinder hüllt sich weitgehend in Schweigen. Damit ist der Japaner perfekt für lange Autobahnetappen gerüstet. Dort kann auch die Federung voll überzeugen. Für wilde Kurvenhatz ist das komfortable Fahrwerk weniger geeignet. Im Schnitt soll sich der D-Cat mit 6,1 Litern je 100 Kilometer begnügen. Wir werden es mit einem Praxistest überprüfen.

Kompromisslos sicher

Im Crashtest heimste der Avensis bereits die Maximalwertung von fünf Sternen ein. Front-, Seiten-, Kopfairbags und der Knieairbag für den Fahrer sorgen für Sicherheit. ABS, Bremsassistent und ein elektronisches Stabilitätssystem sind ebenfalls an Bord. Da der 2.2 D-Cat ausschließlich in der gehobenen Ausstattungslinie Sol verfügbar ist, fällt auch die Liste der Serienausstattung lang aus. Zweizonen-Klimaautomatik, elektrisch anklappbare Außenspiegel, ein automatisch abblendbarer Innensiegel sowie Regensensor, Tempomat, Bordcomputer und ein CD-Radio mit acht Lautsprechern sind an Bord.

Fazit: Toyota setzt sich nicht nur bei den Hybridfahrzeugen sondern auch bei der Dieseltechnik an die Spitze des Fortschritts. Der Avensis 2.2 D-Cat zeigt, wie schnell und konsequent der Angriff auf TDI, HDI & Co erfolgen kann.

mototype.de, Holger schilp

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