Renault Mégane CC 1.6: Licht im Oberstübchen

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Erst Mercedes, dann Peugeot, Renault und Opel. Cabrios mit einem Blech-Klappdach liegen im Trend. Die Verdecksysteme ähneln sich, doch einzig Renault verfügt über eine Blechkapuze mit integriertem Glasdach. Der Mégane CC 1.6 Dynamique im Praxistest.

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Ob Sommer, oder nicht. Dem Renault Mégane CC ist das egal. Bei Schmuddelwetter schützt er die Passagiere mit seinem verglasten Blechdach, bei Sonnenschein schafft er in wenigen Sekunden Open-Air-Vergnügen. Auf Knopfdruck, der Schalter sitzt in einer Konsole zwischen den Vordersitzen.

Viel Platz im Heck

Geschlossen verfügt das Mégane Coupé-Cabriolet über einen familientauglichen Kofferraum. 490 Liter verschwinden in dem kantigen Heck. Offen schrumpft das Gepäckabteil auf Kleinwagenformat - ganze 190 Liter bleiben übrig. Das große Dach lässt sich eben nicht wegzaubern. Im Gegensatz zum schärfsten Wettbewerber, dem Peugeot 307 CC, gelang den Renault-Designern ein harmonisches, nicht allzu pummeliges Heck. Die Linienführung wirkt wie aus einem Guss. Geschlossen erscheint der Entwurf durch den Verzicht auf die mittlere B-Säule luftig und leicht.

Balsam für die Seele

Innen wirkt der Mégane CC Dynamique freundlich, obwohl bei Polstern und Kunststoffen dunkles Anthrazit dominiert. Das Glasdach lässt eben selbst an trüben Tagen viel Licht zu den Passagieren - eine Art automobiles Antidepressiva. Gegen allzu starken Sonnenschein gibt es wiederum eine manuelle Jalousie. Und eine serienmäßige Klimaanlage. Für das Auge: die silberne Mittelkonsole wirkt sportlich elegant. Vorne sitzen die Passagiere gut zweieinhalb Zentimeter tiefer als in der Limousine. Das schafft Platz über dem Scheitel - und das Gefühl einer sportlichen Sitzposition. Allerdings ist das Heck vom Fahrersitz aus kaum einzusehen, weshalb die akustische Einparkhilfe (225 Euro) ratsam ist. Dank dem in Länge und Höhe verstellbaren Lenkrad passt der Arbeitsplatz für unterschiedlichste Staturen. Hinten geht es enger zu. Die Sitzfläche im Fond ist stark geneigt, was zu stark angewinkelten Beinen führt. Doch solange vorne keine allzu großen Menschen sitzen, lässt es sich auch in der zweiten Reihe gut aushalten. Allerdings ist der Weg dorthin etwas mühselig. Trotz Easy-Entry-Funktion.

An der Basis

Das Zusatz "Dynamique" in der Modellbezeichnung des Testwagens bezieht sich eindeutig auf die flotte Optik, Bäume reißt der 1,6-Liter-Vierzylinder nämlich keine aus. Muss er auch nicht. Der Basismotor mobilisiert 113 PS (83 kW), die im Alltag völlig ausreichen. Im Cabrio definiert sich Fahrspaß eben anders. Angesichts moderater Verbrauchswerte zwischen sieben und neun Litern verzeihen wir dem Vierzylinder auch die Antrittsschwäche an der Ampel. Er will mit dem Fünfganggetriebe bei Drehzahl und Laune gehalten werden. Dann geht es in 11,8 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 195 Stundenkilometern erreicht. Allerdings wird der Motor jenseits von 150 Stundenkilometern recht laut. Nix zu mäkeln gibt es am Fahrverhalten und dem Federungskomfort. Auch bei hohem Tempo hält der Franzose stur Kurs, die Windgeräusche sind bemerkenswert gering. Auf kurvigen Landstraße bewegt sich der 1,4-Tonner leichtfüßig und mit sicherem Tritt. Eskapaden des Fahrers werden mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm und bissigen Bremsen kontrolliert.

Nummer Sicher

Auf Bodenwellen zittert das Armaturenbrett etwas. Doch das ist bei fast allen Cabrios so. Und es hat beim Mégane CC keinen Einfluss auf die Stabilität. Klappern gehört beim Testwagen eindeutig nicht zum Handwerk. Zudem sicherte sich der Franzose im EuroNCAP-Crashtest souverän die Maximalwertung von fünf Sternen. ABS, Bremsassistent, Front-, Seiten und Anti-Submarining-Airbags sind an Bord. Letztere wurden als Metallschienen, die sich bei Bedarf aufblähen, in die vorderen Sitzpolster integriert. Sie verhindern bei einem Crash, dass der Körper unter dem Beckengurt durchrutscht. Sollte sich einmal ein Überschlag ereignen, schützen massive Stahl-Überrollbügel hinter den Rücksitzen. Wer sich an deren Optik stört, kann ein aktives System (300 Euro) ordern, bei dem Schutzbügel erst bei akuter Gefahr empor schnellen.

Fazit: Flotte Optik, viel Platz und günstige Verbrauchswerte. So fährt sich der Mégane CC 1.6 Dynamique in die Herzen der Kundschaft.

mototype.de, Holger Schilp

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