Peugeot 607 V6 HDi: Sanfte Löwenpranken

Wer in der Premiumliga Erfolg haben möchte, braucht einen starken V6-Turbodiesel. Peugeot hatte ihn lange nicht. Inzwischen sorgt der V6 HDi FAP 205 bei der Limousine 607 für frischen Schwung.

Auf ein Neues

Gegen Mercedes E-Klasse, BMW 5er und Audi A6 hatte der Peugeot 607 bislang wenig zu melden. Seit dem Produktionsbeginn vor fünf Jahren rollten erst 125.000 Exemplare vom Band. Doch nun erlebt der Franzose seinen zweiten Frühling. Der Grund steckt gut gekapselt unter der Motorhaube: ein 2,7-Liter-Commonrail-Diesel mit zwei Turboladern, die im Teamwork 204 PS (150 kW) ermöglichen.

Im Teamwork

Bei der Entwicklung des V6 HDi kooperierte PSA Peugeot/Citroen erneut mit dem Ford Konzern. Dessen Nobelmarken Jaguar und Land Rover setzen das Triebwerk ebenfalls ein. In Verbindung mit dem wartungsfreien Rußpartikelfilter wird die Schadstoffnorm Euro 4 erreicht. Stolz sind die Ingenieure auf das geringe Gewicht. Zylinderköpfe aus Aluminium und ein Motorblock aus Graphitguss machen das Aggregat mit 199 Kilogramm zu einem der leichtesten seiner Zunft. Agilität und der Verbrauch profitieren davon gleichermaßen. Im Testbetrieb begnügte sich die Limousine mit durchschnittlich 8,5 bis elf Litern Diesel.

Sanfte Kraft

Wie es sich für einen Franzosen gehört, beherrscht der V6 HDi die Etikette. Vorbildliche Laufruhe und mächtig Dampf im Drehzahlkeller zeichnen den Selbstzünder aus. Schon bei 1900 Umdrehungen kümmern sich 440 Newtonmeter Drehmoment um den Franzosen, der mit knapp 1,8 Tonnen nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Dennoch geht es aus dem Stand in 8,7 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 230 km/h erreicht. Auf der Landstraße überzeugt der Antritt aus mittleren Drehzahlen. Dort vernascht der Testwagen problemlos auch zwei Lastwagen auf einmal. Dabei klingt der Motor keinesfalls angestrengt. In die dezente Akustik mischt sich ein tiefes Grollen, das Kraft verheißt.

Genießen lernen

Im 607 V6 HDi reist es sich entspannt, auch wenn sich das Fahrwerk recht straff präsentiert. Dennoch zeigt der Diesel-Express bei vollem Leistungseinsatz Traktionsprobleme. Dagegen ist auch das elektronisch geregelte Fahrwerk machtlos. Doch das Peugeot-Flagschiff will kein Rennwagen sein. Der kraftvolle Motor und die sequenzielle Sechsgangautomatik, deren Schaltcharakteristik sich dem Fahrstil anpasst, sorgen für Gelassenheit am Steuer. Zum Premiumgefühl passt auch die noble Platinum-Serienausstattung (42.200 Euro), mit der unser Testwagen angetreten ist.

Nobel, nobel

Wurzelholzdekor, 17-Zoll-Alufelgen, Lederpolster, Memory-Funktionen für den Fahrersitz, die Lenkradposition und die Spiegel-Einstellung, ein elektrisch bedienbarer Kofferraumdeckel sowie ein 240-Watt-Soundsystem von JBL sind nur einige der Highlights einer langen Liste mit Serienausstattung. Das Sicherheitspaket ist mit Front-, Seiten-, Kopf- und Windowairbags ebenfalls prall gefüllt. ESP und der Notbremsassistent sorgen ebenfalls für Sicherheit. Und bei harten Bremsmanövern warnt der automatisch aktivierte Warnblinker nachfolgende Fahrzeuge.

Fazit: Der V6 HDi ist der Motor, der dem Peugeot 607 bislang gefehlt hat. Die Kunden sehen das offenbar genauso. Derzeit werden drei von vier 607 mit dem neuen Top-Diesel ausgeliefert.

mototype.de, Holger Schilp

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