Mazda6: Es muss nicht immer Diesel sein

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Bei Mazda spielt die Musik in der Mittelklasse. Jeder zweite Verkauf der japanischen Marke geht hierzulande auf das Konto des Mazda6. Nun wurde der Kassenschlager in zahlreichen Details überarbeitet.

Gut ist nicht genug

Bester beim 100.000-Kilometer-Marathon der Zeitschrift "Auto Bild" und Top-Ergebnisse beim Pannenreport des ADAC. Was soll da noch zu verbessern sein? Die Perfektionisten von Mazda fanden fast 800 Punkte, denen sie mit Detailverbesserungen zu Leibe rückten. Sparsamer, stärker, sicherer und komfortabler, lautete die Devise. Die Preise der Basisversion stiegen um 450 Euro, alle anderen verteuerten sich um 350 Euro. Die Limousine Mazda6 1.8 Comfort startet damit bei 20.350 Euro, der Kombi bei 21.070 Euro.

Kleines Facelift

Außen griffen die Designer zu beliebten Mitteln: Scheinwerfer, Kühlergrill, Rückleuchten und Stoßfänger wurden leicht modifiziert. Auch die bis zu 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen erhielten eine neue Optik. Geschickt eingesetztes Makeup lässt den neuen Mazda6 frischer wirken, ohne dass der Vorgänger plötzlich alt aussieht. Das Blech blieb unangetastet. Darunter wurde der Sechser an den Türsäulen und am Fahrschemel verstärkt. Von der steiferen Karosseriestruktur profitieren Komfort, Agilität und Sicherheit gleichermaßen. Das Fahrwerk präsentiert sich leichtfüßig und es verdient das Prädikat "narrensicher". Bis auf gelegentliches Poltern und die spürbar straffe Dämpfung bei kurzen Bodenwellen gibt es nichts zu kritisieren.

Schick statt grau

Innen fällt sofort die dezent dunkel gehaltene Mittelkonsole auf. Kein silberner Raumschiff-Enterprise-Look mehr, das wirkt seriöser. Auch die neuen Polsterstoffe zeugen vom Reifeprozess, der den Kunden zudem mehr Ausstattung beschert. Klappschlüssel, elektrische Fensterheber hinten und ein CD-Radio sind jetzt Standard. Darüber hinaus ist die Basisversion Comfort bereits mit Klimaanlage, ESP, Bremsassistent und sechs Airbags ausgerüstet. Beim Diesel gibt es den Rußpartikelfilter serienmäßig. Hierbei handelt es sich um ein wartungsfreies System, das von Mazda entwickelt wurde. Der Einsatz bei der Konzernmutter Ford oder den Schwestermarken Volvo und Jaguar ist derzeit nicht geplant. Bei Mazda müssen sich die Kunden noch bis mindestens Ende Oktober gedulden. Nur die Benziner sind als Stufenheck, Fünftürer und Kombi ab sofort verfügbar.

Besser im Detail

Die Motorenpalette umfasst Benziner mit 120 PS (88 kW), 147 PS (108 kW) und 166 PS (122 kW). Dieselfahrer haben die Wahl zwischen einem 2,0-Liter-Common-Rail-Aggregat mit 121 PS (89 kW) und 143 PS (105 kW). Im Zuge der Modellpflege sanken die Verbrauchswerte um bis zu einem halben Liter. Gleichzeitig erhöhten sich bei manchen Aggregaten Drehmoment und Leistung. Neu ist auch das exakt schaltbare Sechsgangetriebe. Nur der Basis-Benziner muss darauf verzichten. Er kommt mit fünf Schaltstufen über die Runden. Und das erstaunlich gut, wie erste Testfahrten durch die hügelige Toskana zeigten.

Ungleiche Brüder

Eigentlich sollten der große Diesel und der mittlere Benziner gegeneinander antreten. Beide sind nahezu gleich stark. Doch weil bei der Präsentation bereits alle Benziner mit 147 PS unterwegs waren, fiel die Wahl auf den kleineren Bruder mit 120 PS. Objektiv hat der drehmomentschwache Ottomotor (165 Nm bei 4.500 U/min) beim Zwischenspurt auf der Landstraße keine Chance gegen die Wucht des Turboladers (360 Nm bei 2.000 U/min). Auch beim Antritt aus dem Stand auf Tempo 100 fährt er mit 10,7 Sekunden gut eine Sekunde hinterher. Trotzdem wirkt der Benziner spritzig, drehfreudig und keineswegs untermotorisiert. Schließlich hat er nicht mit dem turbotypisch leicht verzögerten Ansprechverhalten des Selbstzünders zu kämpfen. Besonders deutlich wird das in hügligem Terrain; beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven.

Zahlen und sparen

Kraftstoffverbrauch. Hier lagen beide - laut Bordcomputer - mit siebeneinhalb Liter Diesel und achteinhalb Liter Super erstaunlich dicht beisammen. Damit werden nur extreme Vielfahrer die 3.300 Euro wieder einsparen, die der Mazda6 1.8 Exklusive (22.850 Euro) günstiger ist. Selbst zum direkt vergleichbaren Diesel mit 121 PS beträgt die Preisdifferenz noch knapp 1.900 Euro.

Fazit: Kühle Rechner greifen zum Basis-Benziner, dem bei den ersten Vergleichsfahrten ein unerwartet souveräner Auftritt gelang. Alle Mazda6 zeichnet jedoch aus, dass sie viel Komfort, Sicherheit und Fahrspaß zum fairen Preis bieten.

mototype.de, Holger Schilp

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