Peugeot 206 CC HDi: Schöner dieseln
Klappe auf, der Spaß beginnt. Peugeot hat dem knuffigen Cabrio-Coupé 206 CC einen Dieselmotor spendiert. Damit das Ganze ein ungetrübtes Frischluftvergnügen wird, ist ein Rußpartikelfilter serienmäßig an Bord.
Immer frischDer Peugeot 206 CC hat anscheinend die ewige Jugend gepachtet. Auch im fünften Produktionsjahr wirkt der kleine Gallier jung und frisch. Die Optik blieb über die Zeit nahezu unangetastet. Unter dem Blech wurde das viersitzige Cabrio-Coupé dagegen stetig weiter entwickelt. So hat schon manches Fahrzeug eine Karriere als Klassiker begonnen.
Schön flottOptisch macht der Viersitzer auf Powerzwerg. 16-Zoll-Alufelgen mit 45er-Niederquerschnittsbereifung füllen die Radkästen - beim HDi 110 sogar serienmäßig. Markant ist auch der gefräßige Kühlergrill unter dem Stoßfänger. Innen: Lederlenkrad, Sportsitze, Aluminiumpedale und ein silbern glänzender Metallknauf. Hinter den Rücksitzen signalisieren zwei Chrombügel Sportlichkeit und Sicherheit. Ein Auftritt Marke "Attacke", jedoch ohne Krawall-Allüren.
Hut abZwischen den Vordersitzen sitzt ein kleiner Hebel, der Frischluftvergnügen verspricht. Die Hydraulikpumpe summt. In zwanzig Sekunden macht das Metalldach einen Knicks und zieht sich genüsslich in das etwas üppige Heck zurück. Unter einer Trenn-Persenning bleiben 190 Liter von ursprünglich 410 Liter Gepäckraum übrig. Zur Not gibt es ja noch die Rückbank - als Kofferraum de luxe. Erwachsene können sich dort sowieso nur einfädeln, wenn die vorderen Passagiere Gnade walten lassen und weit zur Windschutzscheibe rücken. Selbst für Kinder wird es im Fond mangels Knieraum richtig eng.
Zweifel unbegründetDiesel und Cabrio. Fans automobiler Open-Air-Freuden winken hier gerne ab. Zu laut, zu lahm und zu stinkig, lauten die Vorurteile. Peugeot ist nicht der erste Anbieter, der es mit dieser Kombination versucht.
Volkswagen und Audi haben es ebenfalls probiert, ohne durchschlagenden Erfolg. Also machen wir die Probe aufs Exempel. In Sachen Abgasqualität liefert der 206 CC HDi Fap 110 keine Gegenargumente. Schadstoffnorm Euro IV und der serienmäßige Rußpartikelfilter sorgen für möglichst reine Luft. Und auch sonst macht der von PSA Peugeot/Citroen gemeinsam mit Ford entwickelte Common-Rail-Vierzylinder viel Spaß. 109 PS (80 kW) und 240 Newtonmeter Drehmoment treiben das Cabrio in 10,5 Sekunden auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h. Das dieseltypische Brummen stört nicht. Im Gegenteil, es passt sogar gut zum kräftigen Antritt.
Ab durch die MitteAb dem dritten Gang legt der Turbodiesel beim Zwischenspurt noch eine Schippe drauf. 260 Nm stehen per Overboost kurzfristig zur Verfügung. Ergebnis sind Überholvorgänge im Zeitraffertempo. Bullige Kraft aus dem Drehzahlkeller erspart so manchen Griff zum massiven Schaltknüppel. Der sieht zwar glänzend aus, doch die Fünfgangbox selbst lässt es beim Gangwechsel an Exaktheit vermissen. Obwohl der Testwagen nicht geschont wurde, pendelte sich der Verbrauch um die fünf Liter ein. Bei gemütlichen Landpartien sind es kaum über vier Liter Diesel und mit Bleifuß auf der Autobahn zeigt der Bordcomputer kaum Werte über acht Liter an. Respekt. So macht sparen Spaß.
Lauf der ZeitAuf Schlaglochpisten zeigt sich dann doch, dass die Konstruktion des 206 CC einige Jahre auf dem Buckel hat. Die Karosserie verwindet sich beim forcierten Ritt durch das Kurvenlabyrinth spürbar. Sichtbar wird das am zitternden Armaturenbrett. Auch bleiben Klappergeräusche nicht ganz aus, wenn die Breitreifen die Sünden der Straßenbauer aufspüren. Dank ESP und griffigen Bremsen bleibt Gallier jedoch lange auf der sicheren Seite. Für den Fall der Fälle gibt es Front- und Seitenairbags sowie einen verstärkten Windschutzscheibenrahmen und Überrollbügel, die wie ein Schutzkäfig wirken sollen.
Viel drinRichtig erwachsen zeigt sich der 206 CC HDi 110 in Sachen Ausstattung - und beim Preis. Der Testwagen kommt in der Top-Ausstattung Platinum auf 23.450 Euro. Allerdings sind dann Sportsitze mit Sitzheizung und Lederbezug, das Paket "Sport-Design" mit allerlei Aluminium-Zierrat, ein CD-Radio, Licht- und Regensensor und der Bordcomputer bereits serienmäßig.
Fazit. Der kräftige 1,6-Liter-Turbodiesel macht im Peugeot 206 CC richtig Laune. Wer konsequent sparen möchte, verzichtet auf Sport-Lederpolster, Aluminiumschmuck und die Klimaautomatik. Als Tendance gibt es den kleinen Freudenspender ab 20.900 Euro.
mototype.de, Holger Schilp
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