Suzuki Sixteen 125/150: Große Räder sind modern

Suzuki Sixteen 125/150: Große Räder sind modern
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Dienstag August 5

Als attraktiven Großrad-Roller für Innenstadtbewohner preist Suzuki den Sixteen 125 für 3 250 Euro an. Für 240 Euro mehr gibt es den Sixteen mit 150 ccm Hubraum-Version. Damit folgen die Japaner dem europäischen Trend, wo Großradler hoch im Kurs stehen. Selbst in Deutschland machen sich die langbeinigen 16-Zöller im Stadtbild immer breiter. Bei der Namensgebung hat Suzuki nicht lange nachgedacht - Sixteen, der Name reflektiert der Einfachheit halber die Konstruktion mit großen Rädern im 16-Zoll-Format.

Bei der Front mit keilförmigem Lufteinlass und in die Verkleidung integriertem Scheinwerfer könnte man fast meinen, hier kämen die gleichen Zulieferer wie beim Honda SH-Roller zum Zuge. Auch die große Radabdeckung vorn könnte an den SH passen. Ungeachtet der auch auf den zweiten Blick ähnlichen Optik zeigen sich beim Aufsteigen deutliche Unterschiede: Der Fußraum mit dem breiten, ebenen Trittbrett endet ziemlich plötzlich an der Front, die Stiefel stoßen gern dagegen. Das bewirkt eine kompakte, geradezu stadtsportliche Haltung mit viel Gewicht auf dem Vorderrad und einer leichten Vorhaltung. Durch die für einen Großradler niedrige Sitzhöhe von 80 Zenitmetern, dank derer nahezu jeder sicheren Stand findet, liegen die Knie vergleichsweise hoch. Insgesamt ist der Platz aber ausreichend auch für lockeren Soziusbetrieb bemessen. Nur sind die Beine auf dem hinteren Plätzchen aufgrund der recht hoch angebrachten Rasten stark gebeugt.

So wirkt der Sixteen im Gegensatz zu seinen Konkurrenten eine Spur kleiner, aber auch wuseliger - ohne tatsächlich leichter zu sein. Mit 143 Kilogramm bewegt er sich sogar am oberen Rand der schnörkellosen Langbeiner. Leichtbau gehört demnach nicht zu den Prinzipien des nach bewährtem Strickmuster zusammengesetzten Fahrwerks. Immerhin zeigt sich die Kombination aus Stahlrohrrahmen, Telegabel und herkömmlicher Triebsatzschwingenaufnahme recht ausgewogen und auch bei schnellen Schräglagenwechseln ausreichend gedämpft. Übermäßige Unruhe kommt hier jedenfalls nicht ins Fahrwerk, auch nicht auf schnell gefahrenen Autobahnabschnitten. Fast eine Spur zu sportlich gehen dabei jedoch die Federelemente zu Werke, gerade die beiden Federbeine im Heck könnten etwas mehr Komfort bieten.

Dafür lässt sich der Sixteen leichtfüßig um sämtliche innerstädtische Hindernisse dirigieren. Trotz des vergleichsweise kurzen Lenkers setzt der Suzuki-Scooter Richtungsbefehle des Piloten recht präzise um. Verlässlich arbeitet das Integralbremssystem mit je einer Scheibe vorn und hinten, die vom linken Lenkerhebel gemeinsam bedient werden. Die Bremse beißt zwar nicht allzu heftig zu, liefert aber vernünftige, vor allem gut dosierbare Verzögerung. Hierzulande gibt es zwei Sixteen-Versionen, die über das gleiche Fahrwerk verfügen und sich nur in der Hubraumgröße des Motors unterscheiden. In beiden werkelt ein neu konzipierter flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertakter mit elektronischer Einspritzanlage, die Abgase werden per Lambda-Sonde und G-Kat Euro-3-gemäß entgiftet. Führerschein-A1-Aspiranten müssen sich mit dem 10 kW/13 PS starken 125er begnügen. Wer den Motorradführerschein besitzt, darf den 150er mit etwas mehr als 11 kW/15 PS fahren. Dieser gibt sich nicht nur bei Ampelduellen spürbar spritziger, sondern erreicht auch eine um fünf km/h höhere Maximalgeschwindigkeit von 105 km/h.

Als Langstreckenfahrzeuge kommen beide Suzuki-Rollervarianten wegen des fehlenden Windschutzes kaum in Frage. Zudem ist neben dem konstruktiv eingeschränkten Stauraum auch das Tankvolumen von gut acht Litern etwas dürftig; dennoch kommt dank des moderaten Spritkonsums von 3,6 Litern bei der 150er ein theoretischer Aktionsradius von gut 230 Kilometern zustande.

Sinnvolle Details, eine gute Verarbeitung und der moderne Viertaktmotor runden den Sixteen ab. Größte Pluspunkte gegenüber der Großrad-Konkurrenz sind die ungewohnte Wendigkeit und die ordentlichen Fahrleistungen des 150ers. Diese lässt sich Suzuki allerdings auch gut bezahlen. Thilo Kozik/mid

Teststeno Suzuki Sixteen 125:

Automatikroller mit flüssigkeitsgekühltem Einzylinder-Viertakt-Motor, vier Ventile, Hubraum 125 ccm, max. Leistung 10 kW/13 PS bei 9 000 U/min, max. Drehmoment 11,6 Nm bei 7 500 U/min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator, CVT-Automatikgetriebe, Sitzhöhe 80 cm, Tankinhalt 8,5 Liter, Leergewicht 143 kg, Zuladung 182 kg; Preis 3 250 Euro.

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