Spitze bei 196 km/h
Die Beschleunigungswerte sind für ein Einstiegsaggregat ansehnlich. In 10,9 Sekunden spurtet die Göttin von null auf Tempo 100. Sie erreicht bei ausreichenden 196 km/h die Höchstgeschwindigkeit. Natürlich gibt es sportlichere Fortbewegungsarten, aber wer eine komfortable und entspannte Fahrweise zu schätzen weiß, ist mit dem 1.4 TSI bestens versorgt.
Mehr verbraucht
Laut VW soll sich der Eos mit 6,7 Liter Benzin auf 100 Kilometer begnügen. Dass sich die tatsächlichen Werte aber meistens von denen des Datenblatts unterscheiden, ist kein Geheimnis. Daher kommen auch wir bei unserem Test auf einen höheren Spritverbrauch von 7,8 Liter pro 100 Kilometer.
Läuft er noch?
Was die Laufkultur des neuen Aggregats angeht, lässt sich nur Positives berichten. Trotz Klapp-Verdeck erweist sich die Dämmung des Eos als ausgezeichnet. Der Vierzylinder arbeitet ruhig und kultiviert im Off. Lediglich der Wind ist zu vernehmen, wenn er etwas stärker an die Scheiben weht. Bei Ampel-Stopps fragten wir uns des Öfteren, ob der Motor überhaupt noch läuft. Selbst mit geöffnetem Dach ist das Triebwerk kaum zu hören. Leiser geht nicht.
Achsen von der Verwandtschaft
Die Lenkung verrichtet zielsicher, präzise und leichtgängig ihre Arbeit. Das Fahrwerk ist komfortabel ausgelegt und zeigt keinerlei Schwächen. Kein Wunder, denn im Eos finden Achssysteme aus Golf und Passat ihre Verwendung: die Federbein-Vorderachse des Golf und die Vierlenker-Hinterachse des Passat. Beide Komponenten wurden speziell auf das Coupé-Cabrio abgestimmt und verbessert. Mit einer Breite von 1,79 Meter, einer Höhe von 1,44 Meter und einer Länge von 4,41 Meter steht der Wagen aber auch sehr stabil auf seinen Rädern. Die hohe Karosseriesteifigkeit des 1,5 Tonnen schweren Eos wirkt sich zusätzlich positiv auf die Fahreigenschaften aus. Die Bremsen packen bei Bedarf beherzt zu, sind aber im normalen Betrieb gut zu händeln.
Das besondere Etwas: Die Kuppel
Die Besonderheit des Eos ist das einzigartige fünfteilige Hardtop mit integriertem Schiebe-Ausstell-Glasdach. Innerhalb von 25 Sekunden verwandelt sich das geschlossene Auto in ein Open-Air-Gefährt. Das so genannte CSC-Dach (Cabriolet-, Schiebe- und Coupé-Dach) lässt sich elektrohydraulisch öffnen und schließen, aber leider nur im Stand. Mitstreiter wie der Peugeot 307 CC können das auch bei langsamer Fahrt - aber sicherlich nicht so eindrucksvoll wie der VW. Egal wo wir stehen und das Klappdach betätigen, ziehen wir neugierige und staunende Blicke an. Die Metamorphose des optisch eher unauffälligen Eos gerät überall zur Schau.
Der Tanz in den Kofferraum
Wie ein ausgezeichnet choreographierter Tanz wird aus dem Ganzjahres-Eos ein schickes Cabrio. Sobald der Verdeck-Schalter an der Mittelkonsole bedient wird, schiebt sich das Glasdach nach hinten, parallel dazu senken sich die Scheiben ab. Im Folgenden hebt sich die hintere Abteilung des Daches und das Glasdach schiebt sich unter diesen Bereich, sodass beide übereinander liegen. Im Anschluss daran klappt der Verdeck-Klappe samt Kofferraumdeckel vollständig nach hinten. Die Dachholme auf den Seiten schieben sich zurück und das Glasdach sowie der hintere Bereich des Daches senken sich komplett nach hinten ab. Die Dachholme werden in Öffnungen in der Nähe der hinteren Seitenscheiben befordert. Im letzten Schritt liegt das gesamte Metalldach wie ein Sandwich im hinteren Abteil und die Kofferraumhaube schließt sich. Den Webasto-Spezialisten ist mit diesem System ein echtes Meisterwerk gelungen. Auch nach mehrmaligem Zuschauen ist man von der Verarbeitung und dem perfekten Zusammenspiel der Verdeck-Komponenten begeistert.
Wenig Stauplatz
Weniger Grund zur Freunde bietet allerdings die Kofferraum-Größe bei geöffnetem Dach. Statt der normalen 380 Liter fasst die hintere Koje dann nur noch 205 Liter. Konkurrenten bieten da mehr Stauraum: Bei dem soeben überarbeiteten Ford Focus CC beispielsweise passen 534 Liter ins Gepäckabteil, offen sind es immerhin noch 248. Außerdem fällt das Beladen beim Eos auf Grund der kleinen Öffnung außerordentlich schwer. Zwei kleine Reisetrolleys passen zwar rein, sollten aber bereits bei geschlossenem Verdeck an Ort und Stelle verstaut werden.
Nur zu zweit komfortabel
Keinen Anlass zur Kritik geben uns Platzangebot und Sitzkomfort im vorderen Bereich. Fahrer und Beifahrer können sich über mangelnde Kopf- und Beinfreiheit nicht beklagen und auch die Bequemlichkeit kommt nicht zu kurz. Das Gestühl bietet einen guten Seitenhalt und ist in einer gelungenen Mischung aus Komfort und Sportlichkeit gefedert. Die Fond-Sessel sollten aber ausschließlich von Kindern in Anspruch genommen oder mit Reise-Utensilien bepackt werden, denn eine 1,80 Meter große Person kann nur in leicht gebückter Kopfhaltung Platz nehmen. Aber mit solch einem Cabrio fährt man ja auch lieber zu zweit in die Morgenröte.
Müdes Gesicht
Ansonsten erinnert uns der Innenraum an VW-Geschwister wie den Golf oder den Passat. Keine herausragenden Highlights, aber auch nichts Unansehnliches. Die Verarbeitung ist volkswagentypisch übersichtlich und hochwertig. Außen allerdings gibt es eine Besonderheit: Die Motorhaube zieht sich beim Eos mehr noch als bei anderen VW-Modellen über die Scheinwerfer und verleiht so der Lampenpartie beinahe menschliche Züge. Meist wird das Design mit Augenbrauen verglichen, auf uns macht es eher den Eindruck eines schläfrigen Gesichts mit halb geschlossenen Augen. Der verchromte, v-förmige Wabengrill an der Front gehört natürlich auch zum Erscheinungsbild der griechischen Gottheit.
Ab 27.150 Euro
Preislich bewegt sich der Wagen leicht über dem Mitstreiter-Niveau. Für unseren Testwagen mit dem 1,4-Liter-TSI und 122 PS müssen 27.150 Euro berappt werden. Ein vergleichbarer Renault Mégane CC 1.6 kostet 23.500 Euro, ein Peugeot 307 CC 110 schlägt mit 24.600 Euro zu Buche und Opel lässt sich einen Astra TwinTop 1.6 mit 25.960 Euro bezahlen.
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