Gediegenes Benz-Ambiente
Außerdem bezaubert das hochwertige Cockpit mit tadelloser Verarbeitung und schicken Materialien. Ganz klar: Hier sitzt man in einem echten Mercedes. Klassisch sind die zwei schnörkellos gezeichneten, großen Rundinstrumente. In der Mittelkonsole befinden sich unterhalb von zwei großen Belüftungsdüsen der Monitor für das optionale Navigationssystem und darunter die Bedienleiste der Klimaautomatik. Einen Gangwahlhebel sucht man hingegen in der breiten Mittelkonsole vergeblich. Dieser wanderte rechts hinter das Lenkrad. Statt mit Schaltgetriebe werden alle Motoren künftig allein mit der genialen Automatik 7G-Tronic kombiniert.
Seidiger und kraftvoller V8
Drückt man den Gangwahlhebel kurz nach unten, ist die Fahrtrichtung vorwärts gewählt. Jetzt braucht man nur noch Gas geben und der seidig-druckvolle Motor schiebt ordentlich vorwärts. Ein wenig mag es verwundern, dass die R-Klasse vom betagten Fünfliter-V8-Motor mit 306 PS und 460 Newtonmetern angetrieben wird, während die neue S-Klasse bereits mit dem auf 388 PS erstarkten Fünfliter-V8-Aggregat im Herbst kommt. Doch ist der R 500 trotzt seiner 2,4 Tonnen Fahrgewicht mit den 306 PS mehr als ausreichend motorisiert: Glatt sieben Sekunden von null auf 100 km/h, 245 km/h Spitze das sind ungewöhnlich sportliche Fahrleistungen für einen Van. Klar, dass die R-Klasse damit kein Sparmobil ist. Laut Mercedes liegt der durchschnittliche Spritkonsum bei stattlichen 13,3 Litern. Wer flott unterwegs ist, kann diesen Wert deutlich in die Höhe treiben.
American Softy
Trotz reichlich Druck vom Motor: Wer die harte Tour bevorzugt, dem wird die amerikanische Fahrwerksabstimmung kaum gefallen. Hier kann man dank der elektronisch gesteuerten Luftfederung per Knopfdruck eigentlich nur zwischen weich und schwammig wählen. Mercedes nennt dies komfortabel und sportlich. Das geleeartige Fahrerlebnis im Ami-R ist positiv ausgedrückt sehr komfortorientiert. Aber keine Angst: Der Euro-R kommt mit einem dynamischeren Setup, und hier kann der Fahrer tatsächlich zwischen sportlich und komfortabel wählen. In der US-Version fuhren wir meist im Quasi-Sport-Modus. Und selbst hier machte der lange Van deutlich, dass er schnelle Kurven eben nicht mit sportlicher Souveränität durchfährt. Immerhin verhilft der permanente Allradantrieb zu reichlich Traktion und Stabilität in Kurven. Doch schiebt die R-Klasse bei schneller Fahrt durch enge Radien über alle Räder und künden die Reifen lautstark quietschend vom turbulenten Grenzbereich. Doch dank der kräftigen Bremsen und den elektronischen Helfern ESP und ASR geht es selbst bei ambitionierter Fahrweise sicher ums Eck. Knackiger Fahrspaß kommt hingegen keiner auf.
Ohne Ende Beinfreiheit
Im Segment der Großraum-Pkws hat man sich ja bereits an Fünf-Meter-Recken gewöhnt. Doch kann die R-Klasse alles Bisherige nochmals toppen. Angesichts ihrer Rekordlänge wundert man sich über das Raumangebot im Innern. Hier bieten einige Konkurrenten mehr Platz für Gepäck und Passagiere auf den meist drei Sitzreihen.
Sitzen wie in der Oberklasse
Dennoch sitzt man in der R-Klasse auf allen Einzelsitzen sehr entspannt und auf Oberklasse-Niveau. Dank des in der Länge verschiebbaren Gestühls in der zweiten Sitzreihe können die Passagiere zwischen hoher und sehr hoher Beinfreiheit wählen. Sollten sich Fahrgäste in der dritten Reihe viel Beinfreiheit wünschen, bleibt selbst den Passagieren in Reihe zwei mehr als ausreichend viel Beinraum übrig. Lediglich bei der Kopffreiheit wird es auf den hinteren Plätzen aufgrund des abfallenden Hecks für Personen jenseits der 1,80 Meter etwas eng. Nicht ganz so großzügig wird übrigens die kürzere Version ausfallen. Auf 4,92 Meter zusammengeschrumpft, sitzen hier die Passagiere in Reihe zwei wie in der E-Klasse, in Reihe drei wie in der C-Klasse.
Viel Platz innen, aber nicht Klassenbester
Nicht nur für Passagiere, auch für Gepäck ist in der R-Klasse reichlich Raum. Der Laderaum variiert zwischen 314 und 2.386 Litern. Zum Vergleich: Der Koreariese SsangYong Rodius bietet zwischen 875 und 3.146 Liter. Vielleicht nicht kinderleicht, aber dennoch mit wenigen Handgriffen können die vier hinteren Sitze umgelegt werden. Der dann nahezu ebene Laderaumboden ist sogar 2,20 Meter lang.
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