Opel Vectra: Profil geschärft
Neues Gesicht, neue Motoren, Partikelfilter für alle Diesel sowie viel Feinschliff im Detail. Opel hat den Mittelklassemodellen Vectra und Signum ein umfangreiches Facelift gegönnt. Nur der Basispreis bleibt mit 20.030 Euro unangetastet.
Neue NaseZeitgleich rollt am 17. November die gesamte Vectra-Modellfamilie zu den Opel-Händlern. Limousine, Caravan, das sportliche Schrägheck GTS und der extravagante Fünftürer Signum recken der Kundschaft dann eine frisch polierte Nase entgegen. Die Publikumspremiere findet aber schon kurz zuvor auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt statt.
Achtung, Aufmerksamkeit!Riesige Scheinwerfer und große Kühleröffnungen im Stil des erfolgreichen Astra markieren das Ende der Bescheidenheit: Der Vectra wirkt nun markanter und erwachsener. Doch es gibt dezente Unterschiede zwischen Vectra und Signum. Limousine, Caravan und GTS tragen einen aggressiv wirkenden Wabengrill, über dem sich eine breite Chromspange mit dem Opel-Blitz spannt. Der Signum hat stattdessen mehr Chrom aufgelegt. Prägend sind bei allen Karosserievarianten die glitzernden Projektionsscheinwerfer. Ihre Klarglasabdeckung bohrt sich unten spitz in den Stoßfänger, oben schneidet sie tief in die Motorhaube und die Kotflügel.
Alter BekannterInnen: wenig Neues. Die Instrumententafel und die Türverkleidungen bekamen Oberflächen, deren Narbung an Leder erinnern soll. Chromschmuck und abgerundete Lüftungsdüsen nehmen der Bedieneinheit optisch etwas von ihrer wuchtigen Masse. Neu sind auch Dekorleisten in Holz-, Aluminium- und Karbonoptik, die nicht mehr so billig wirken wie beim Vorgänger. Sitzposition und Raumgefühl waren bislang schon ohne Fehl und Tadel. Zumindest vorne. Hinten bieten Limousine und GTS nicht allzu viel Beinraum. Davon findet sich im Caravan und Signum dank längerem Radstand und verschiebbarer Rückbank dafür umso mehr.
Neue KraftFünf Benzinaggregate (1,6 - 2,8 Liter Hubraum) decken ein Spektrum von 100 PS bis zu 230 PS ab. Topmotorisierung ist ein neuer V6-Aluminiummotor mit Turboaufladung, der bereits ab 1.500 Umdrehungen 90 Prozent seines maximalen Drehmoments von 330 Newtonmetern erreicht. Der Spitzenwert steht konstant zwischen 1.800 und 4.500 Umdrehungen bereit. Damit lässt sich der Benziner so schaltfaul fahren wie ein Diesel. Nur beim Benzinverbrauch hat er mit durchschnittlich 10,3 Litern noch das Nachsehen. Neben dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe steht für den Turbobenziner optional eine Sechsgangautomatik zur Wahl, deren Schaltstufen sich in einer separaten Gasse auch manuell schalten lassen. Zudem passt sich die Getriebecharakteristik dem individuellen Fahrstil an.
Alles sauberTrotz explodierender Kraftstoffpreise: Der Diesel konnte in den letzten Wochen immer weniger punkten. Feinstaubdebatte, drohende Fahrverbote und fehlende gesetzliche Regelungen ließen die Käufer zögern. Opel geht mit gutem Beispiel voran und beseitigt mögliche Probleme schon ab Werk: Alle vier Turbodiesel verfügen serienmäßig über einen Rußpartikelfilter und die Schadstoffnorm Euro 4. Nach unten rundet ein neuer 1,9-Liter-Motor mit 100 PS die Dieselpalette ab. Am oberen Ende findet sich der 3.0 V6 CDTi, der es inzwischen auf 184 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment bringt.
Top-AusstattungDoch nicht nur beim Diesel legt Opel die Latte hoch. Xenon-Scheinwerfer mit Kurven- und Abbiegelicht sorgen auf Wunsch für deutlich mehr Sicherheit bei Nachtfahrten. Wer die Technik einmal testen konnte, möchte nicht mehr darauf verzichten. Ungewöhnlich für diese Fahrzeugklasse ist auch das optionale IDSplus-Fahrwerk. Elektronisch geregelte Stoßdämpfer und die Vernetzung aller Fahrdynamiksysteme wie ABS oder Traktionskontrolle garantieren auch in Extremsituationen eine bemerkenswerte Straßenlage. Davon abgesehen präsentiert sich bereits das Basismodell recht gut ausgestattet. Klimaanlage, Funk-Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und beheizbare Außenspiegel sind serienmäßig.
Fazit: Die Qualität stimmt inzwischen wieder bei Opel. Das belegt nicht zuletzt das gute Abschneiden des Signum in Sachen Verbraucherzufriedenheit beim jüngsten J.D Power-Report in Deutschland. Hier platzierte sich der Rüsselsheimer an der Spitze der deutschen Wettbewerber. Mit dem Facelift sorgt Opel nun dafür, dass die Mittelklassebaureihe auch optisch aus der Masse heraus sticht.
(09/05) mototype.de, Holger Schilp
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