- gute Emissionswerte |
- Kupplung kommt gefährlich hart |
- gute On-Road-Eigenschaften |
- Wankneigung, holperig im Gelände |
- Gelenk- und rückenschonendes Ein- und Aussteigen |
- Hinten zu eng, ungünstiger CW-Wert |
- günstiger als die deutsche Konkurrenz- prächtige Serienausstattung |
Verschieber
Der Innenraum ist wohnlich gestaltet. Alles hat übersichtlich seinen Platz und ist geschmacklich unauffällig. Beinfreiheit können Fahrer und Beifahrer bis zu einer Größe von 1,85 Metern genießen. Hinten ist das Platzangebot nur bei komplett zurück geschobener Rückbank gerade noch für kleinere Leute akzeptabel. Die Rückbank lässt sich nicht nur verschieben sondern auch geteilt umklappen. Der Clou: Dies geht auch mit Hilfe eines speziellen Hebels vom Kofferraum aus.
Rück-Sicht
Das Rückwärts-Einparken ist mit dem hohen Fahrzeug nicht beschwerlich. Ein winziges Kameraauge lugt aus dem Blech über dem Heck-Nummernschild. Dieses schaut neugierig auf die zukünftige Parklücke, welche sich so zentimetergenau ausnutzen lässt. Das Kamerabild wird im Fenster der Navigationsanzeige sichtbar. Auch die sonstige Serienausstattung verdient das Attribut atemberaubend: Klimaautomatik, CD-Radio, Leichtmetallfelgen, Lederausstattung, Tempomat, Wärmeschutzverglasung und Regensensor sind nur ein paar Beispiele, für die deutsche Konkurrenten ein kleines Vermögen haben wollen.
Wank-Trampler
Obwohl für den Ritt durchs Gelände gänzlich ungeeignet, (Toyota gibt nicht mal die Werte für Steigfähigkeit und Wattiefe an) hat sich der RAV4 die rumpelnde Federung der harten Outdoor-Burschen geschnappt. Kleinere Unebenheiten stören eher akustisch. Aber schon die Fahrt über eine Wiese bewältigen die meisten PKW deutlich sanfter. In Kurven kann der hochbeinige Japaner seinen Hang zum Wanken nicht verheimlichen. Man hat zwar nie ein Gefühl von Unsicherheit, aber die Schräglage ist deutlich zu spüren.
Vorsicht: Beißt
Die eingangs erwähnte superharte Kupplung ist bei Toyota kein unbekanntes Thema. Auf unsere Nachfrage wurde bestätigt, dass die Kupplungs-Bedienung von vielen Kunden als gewöhnungsbedürftig hart empfunden wird. Einen Rückruf wird nicht in Erwägung gezogen, wohl aber die Möglichkeit, bei der ersten Durchsicht die Abstimmung sanfter zu gestalten. Dies wäre immerhin eine Art versteckter Rückruf. Da aber ein unvermitteltes Abwürgen des Motors auf offener Straße gefährlich werden könnte, wäre eine Überarbeitung dieses heiklen Punktes durchaus sinnvoll. Schließlich hat Toyota in Sachen Qualität einen Ruf zu verlieren.
Langer Hebel starker Arm
Die Schaltung verlangt vom Fahrer vor allem zwei Dinge: Kraft und Präzision. Der Knüppel braucht eine harte Hand, um sich in Position bringen zu lassen. Und der Kerl neigt ein wenig zum Hakeln. Des Weiteren hat er keine Scheu, bei der Bewegung von links nach rechts ein paar Motorvibrationen in die Hand des Schaltenden einzuleiten.
Schalt-fleißig
Wer immer spritzig unterwegs sein will, muss ordentlich in den Gängen rühren. Von null auf 100 gehts in 9,3 Sekunden, Windschnittigkeit ist nun mal nicht die Sache eines SUV. Der 177-PS-Diesel ist für 200 km/h Spitze gut. Ein ganz manierlicher Wert für eine fahrende Schrankwand. Dabei konsumiert der mittellaute Selbst-Dreher mit zwei Gesichtern. Bei normalen Mitschwimm-Geschwindigkeiten reichen 7,7 Liter, um seinen Nahrungsmittel-Bedarf zu stillen. Soll es mit 200 km/h flott zur Sache gehen, wird ordentlich gebechert. 10,3 Liter müssen es dann schon sein. Egal wie man fährt, das Tankvolumen von 60 Litern bedingt, dass man die Strecke Berlin-München kaum ohne Boxenstopp bewältigen kann.
Links und rechts
Der RAV4 mit 2.2-D-CAT-Motor ordnet sich zwischen seinen Konkurrenten BMW X3 2.0d DPF und Hyundai Tucson 2.0 CRDi DPF VGT GLS 4WD ein. Der Hyundai ist mit 27.690 Euro deutlich billiger, beherbergt aber auch ein schwammiges Fahrwerk sowie eine unpräzise Lenkung. Sein kleinerer Motor bringt 140 PS heraus, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 177 km/h reichen. Der BMW ist bei schlechterer Ausstattung mit 35.550 Euro deutlich teurer. Sein Zwei-Liter-Triebwerk erreicht immerhin 150 PS. Damit ist er fast genauso schnell wie der RAV4, nämlich 198 km/h. In Sachen Fahrwerk ist der BMW dem Toyota überlegen. Beide, der Hyundai und der X3 öffnen ihre Heckklappe nach oben.
(gh)
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