Peugeot 1007: Komplett anders
Elektrische Schiebetüren gelten bei großen Vans als Luxus. Und als echtes Verkaufsargument. Der Peugeot 1007 bringt die praktischen Luken jetzt ins Kleinwagensegment. Ein erster Fahreindruck.
In jede LückeAuf dem Supermarkt vor dem Elektro-Discounter ist es eng. Doch der 1007 findet eine Lücke. Theoretisch reicht es, wenn zum Außenspiegel noch ein Zentimeter Luft ist. Dann hat der Franzose genügend Platz, um seine Schiebetüren zu öffnen. Das ist neu. Und es erregt die Neugierde der Passanten mindestens genauso wie der farbenfrohe Innenraum.
Wunder geschehenPer Knopfdruck öffnet sich in acht Sekunden ein 92 Zentimeter breiter Zugang. Kinder gelangen sogar in den Fond, ohne dass der Vordersitz geklappt werden muss. Die beiden Rücksitze lassen sich um 23 Zentimeter verschieben - entweder zugunsten der Beinfreiheit oder des Kofferraumes. Werden die Rücksitzlehnen flachgelegt oder die gesamten Sitze hinter die Lehnen der Vordersitze hochgeklappt, wächst der Gepäckraum von 178 Liter auf bis zu 1.048 Liter. Störend ist nur die hohe Ladekante, die aber aus Gründen der Crashsicherheit notwendig ist. Der Franzose zeigt, dass Sicherheit keine Frage der Größe ist. Im EuroNCAP-Crashtest setzte er beim Insassenschutz mit 36 Punkten (fünf Sterne) die Bestmarke aller bis dato untersuchten Pkw. Alle Peugeot 1007 sind mit ESP. Bremsassistent sowie Front-, Seiten-, Kopfairbags und einem Beinairbag an der Lenksäule ausgerüstet.
Neugierig gemachtEin Mann, Mitte 50, beobachtet den Fototermin einige Zeit, um dann zielstrebig nachzuhaken. "Schickes Auto. Und so praktisch. Was kostet der?" Ab 13.650 Euro gibt es den Peugeot Filou mit 73 PS (54 kW), elektrischen Fensterhebern, beheizbaren Außenspiegeln und Bordcomputer. In der getesteten Version Prémium (ab 14.750 Euro) sind Klimaanlage, eine Wärme abweisende Frontscheibe, Nebelscheinwerfer, das Lederlenkrad und ein zusätzlicher Innenspiegel, mit dem Kinder im Fond beobachtet werden können, an Bord. Fehlt nur noch ein CD-Radio, das für 550 Euro geliefert wird. Richtig pfiffig ist das aus 18 Teilen bestehende Caméléo-Kit. In wenigen Minuten lassen sich die farbigen Elemente der Innenausstattung ohne Werkzeug austauschen. Wenn die Farbkombination nicht mehr gefällt, gibt es für 243 Euro ein anderes Kit. Billiger als ein neues Auto ist das allemal.
Neue KundschaftUnsere Zufallsbekanntschaft hört sich das alles mit wachsender Begeisterung an. Ja, er könne sich durchaus vorstellen, so ein Auto zu fahren, "beim nächsten Autokauf vielleicht". Derzeit habe er noch einen 16 Jahre alten Fiat Uno, der sei nicht kaputt zu kriegen. Vielleicht sollte er sich als Entscheidungshilfe einmal das Finanzierungsangebot von Peugeot anschauen: Inklusive Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung startet das Basismodell Filou 75 mit einer Monatsrate von 99,00 Euro, zuzüglich 20 Prozent Anzahlung. Bislang nutzen Dreiviertel aller Kunden dieses Angebot. Und die Kundschaft des 1007 kommt nach ersten Analysen von Peugeot zu über 70 Prozent von anderen Marken: hauptsächlich VW, Opel, Ford, Renault und Mercedes. Zudem sei die Kundschaft älter und der Frauenanteil liege deutlich unter dem Schnitt derjenigen des Peugeot 206.
Für die Stadt gemachtNach der Innenstadt von Wiesbaden, die der 3,73 Meter kurze Van quirlig meistert, stehen die kurvigen Landstraßen des Taunus auf dem Programm. Beim Herausbeschleunigen aus steil ansteigenden Kurven haben die 73 PS (54 kW) des 1,4-Liter Benziners Mühe, den mit 1,2 Tonnen nicht gerade leichten Microvan in Schwung zu bringen. Mit vier Personen und Gepäck dürfte das zur Geduldsprobe werden. Doch bei aller Plackerei vergisst der Vierzylinder seine guten Manieren nicht. Selbst bei hohen Drehzahlen bleibt es innen angenehm ruhig. Und weder das komfortable Fahrwerk noch die Verarbeitungsqualität lassen sich von den Schlaglöchern auf den einsamen Nebenstraßen aus der Ruhe bringen. Auf der Ebene schafft der 1007 Filou 75 den Sprint aus dem stand auf Tempo 100 in 14,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 165 km/h erreicht. Durchschnittsverbrauch: 6,5 Liter.
Fazit: Das Konzept des Peugeot 1007 macht neugierig, denn der kleine Franzose gibt sich alle Mühe, das Leben einfacher zu gestalten. Das gilt für das Fahrerlebnis genauso wie für den Fahrzeugunterhalt.
mototype.de, Holger Schilp
Weitere Fotos