A3 Sportback 3.2 quattro DSG: Die Luxusgranate

Wenn es mal wieder etwas mehr sein darf: Audi rüstet den A3 Sportback mit 250 PS, Allradtechnik und Doppelkupplungsgetriebe DSG aus. Reichlich Kleingeld vorausgesetzt, lässt sich damit viel Spaß erfahren. Die Basisversion startet bei 34.350 Euro.

Klare Linie

Es ist immer wieder interessant wie der Bekanntenkreis auf neue Testwagen reagiert. Im Fall des A3 Sportback war das Interesse jedenfalls enorm. Zentrale und oft gestellte Frage: Hält das Auto, was die Optik verspricht? Selbst eingefleischte BMW-Fahrer zeigten sich beeindruckt. Vom mächtigen Plaketten-Kühlergrill, der kraftstrotzenden Keilform und einem Heck in bester Avant-Manier. Kare Linien vom Anfang bis zum Ende. Kombis aus Ingolstadt wirken auch nach Jahren noch taufrisch, wenn die entsprechende Limousine bereits Patina angesetzt hat.

Exklusive Leidenschaft

In Tukan-Gelb ist der Sportback ein bunter Hund, der selbst im noblen Düsseldorf Blicke auf sich zieht. Alcantara-Sportsitze, Bose Soundsystem, 17-Zoll Bereifung, ein Navigationssystem und weitere Nettigkeiten machen den Testwagen zum vollends zum Edel-Kompakten. Wer Audi kennt, der ahnt: Das wird nicht billig. Im Handschuhfach liegt die Bordmappe mit der Ausstattungsliste. Tatsächlich stehen dort Zahlen, bei denen Otto-Normalverbraucher erstmal die Luft wegbleibt: gut 44.000 Euro. Für einen A3 Sportback, die etwas längere fünftürige Version des Audi A3, ein naher Verwandter von Golf & Co. Aber was für einer: 250 PS (184 kW), in 6,3 Sekunden von null auf Tempo 100 und Tempo 250 Spitze. Leise und mit tiefem Bass tönt der 3,2-liter-V6 aus dem Doppelrohrauspuff. Doch er muss noch warten

Sparsam ist anders

Innen findet sich die für die vier Ringe inzwischen sprichwörtliche Verarbeitungsqualität. Pressenge Spaltmaße, hochwertige Kunststoffe und hautsympathische Textilien. Alles appetitlich garniert mit etwas Aluminium und Chrom. Der Testwagen ist mit dem Sonderpaket 25 Jahre quattro bestückt: Xenon-Licht, 17-Zöller, Leder, Sitzheizung Tempomat und Fußmatten hinten für 2.800 Euro, ein Preisvorteil von 25 Prozent. Vielleicht ein Versuch, den Fahrer gnädig zu stimmen. Denn Verbrauchswerte unter elf Liter sind Illusion. Wer auch nur einen Teil der Leistung nutzt, verbrennt mindestens 13 Liter auf 100 Kilometer. Senkt sich der Gasfuß schließlich lustvoll auf das Bodenblech, können es schon mal zwanzig Liter werden.

Jubelarie

Der 3,2-Liter V6 müsste eigentlich einen Maulkorb tragen, so bissig wie er auf kleinste Gaspedalbewegungen reagiert. Zuerst ein dumpfes Blubbern, dann ein Röcheln und schließlich ein heißeres Fauchen. Natürlich gut gedämpft, schließlich spielen wir in der automobilen Premiumliga. Der Drehzahlmesser fliegt in den roten Bereich bis fast 7.000 Umdrehungen. Maximal 320 Newtonmeter Drehmoment kümmern sich ab 2.500 Umdrehungen um den 1,5-Tonner. Die Gänge lassen sich mit dem DSG-Getriebe per Schaltpaddel am Lenkrad sortieren. Eigentlich überflüssig, denn die Doppelkupplungstechnik funktioniert bei Bedarf wie eine Automatik. Nur besser, völlig ohne Schaltrucke. Beim Gangwechsel öffnet sich die eine Kupplung, während sich die andere schließt. Dadurch wird der Kraftfluss zwischen Motor und Antriebsrädern nie unterbrochen. Allradtechnik sorgt dafür, dass keine Energie in durchdrehenden Rädern verpufft. Beim Anfahren verlangen die 250 Pferdchen allerdings einen sensiblen Gasfuß, andernfalls wird der Kopf mit einem Ruck gegen die Kopfstütze gepresst.

Sicheres Geschoss

Der Testwagen beschleunigt wie an der Schnur gezogen. Erst ab 220 Stundenkilometern lässt der Vorwärtsdrang spürbar nach. Bergab dreht die Maschine in den roten Bereich, die Tachonadel bezwingt die 260er-Marke. Dann eine lang gezogene Kurve. Und das gelbe Geschoss liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Selbst Bodenwellen und Spurrinnen sind kaum zu spüren. Später wird das Experiment wiederholt. Der Sportback ist voll besetzt und der Kofferraum bis unters Dach beladen. Wieder spielt der Bayer den Stoiker, auch wenn am Heck nun spürbar die Gesetze der Schwerkraft zerren. Wäre das Gepäckabteil größer als 302 Liter, müsste weniger hoch gestapelt werden. Doch die quattro-Technik braucht eben Platz für die angetriebene Hinterachse. Und den gönnen wir ihr gerne.

Fazit: Der Audi A3 Sportback wird wie gewünscht wahrgenommen: als edles Kompaktmobil, das mit dem 3,2-Liter-V6 sogar waschechten Sportwagen die Stirn bieten kann. Ökologisch völlig unkorrekt, zielt der kompakte Luxussportler direkt auf das Lustzentrum. Und so werden sich wohl nur Kleingeister an den exzessiven Trinksitten stören.

Holger Schilp, mototype.de

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