Sanft schaltende Automatik
Für diese nicht ganz so überragende Agilität zeigt sich unter anderem das Automatik-Getriebe verantwortlich. Während der spritzige V6-Diesel auf Gasebefehle spontan anspricht, braucht der Wandler jedoch etwas Zeit, die vehemente Kraft in Vortrieb umzusetzen. Dennoch harmoniert die Sechsgang-Automatik in angenehmer Weise mit dem Antrieb. Trotz der kleinen Gedenksekunde beim Wechsel von Teillast auf Volllast ist die Beschleunigung gleichmäßig und nervt der doppelt aufgeladene Diesel nicht mit einem Turboloch. Die Gangwechsel gehen zudem sanft und schnell von statten.
Angenehme Trinksitten
Trotz ordentlicher Fahrleistungen und dem Komfort einer Automatik bleibt der Katzenjammer an der Zapfsäule aus. Selbst bei forciertem Autobahntempo begnügt sich der Diesel mit zehn Litern auf 100 Kilometer. Im Bereich der Wohlfühl-Drehzahlen zwischen 2.000 und 3.000 Umdrehungen lässt er sich recht Sprit sparend fahren. Bei 130 Tempo begnügt sich der Luxus-Liner mit 8,5 Litern auf 100 Kilometer. Nach rund 3.000 Testkilometern haben wir einen Durchschnittsverbrauch von 9,2 Litern ermittelt. In den Tank passen 70 Liter Sprit, die somit Reichweiten zwischen 700 bis 800 Kilometer zulassen.
Edel-Ambiente
Der Diesel-S-Type empfiehlt sich also für lange Strecken. Für diesen Einsatzzweck qualifiziert ihn auch sein komfortabler Innenraum, der zudem mit Jaguar-typischem Ambiente erfreut: Unser gut ausgestatteter Testwagen verwöhnte mit weißem Leder, viel Holz, hochwertigen Kunststoffen und Metall-Applikationen. In der Mittelkonsole wirken jedoch die Schalter zum Teil willkürlich verstreut. Die neue Übersichtlichkeit bei Jaguar wird erst ab März 2006 in der nächsten XK-Generation einkehren. Ebenfalls nicht mehr zeitgemäß ist das Ford-Zündschloss, das sich unter anderem auch im Lieferwagen Transit wiederfindet. Die Gleichteile-Politk bei großen Autokonzernen treibt eben manchmal seltsame Blüten.
Kein Raumwunder
Sportlich bequem und mit gutem Platzangebot sitzt man im S-Type vorne. Hinten sind Knie- und Kopffreiheit jedoch nur ausreichend. Das Platzangebot für Gepäck ist angesichts der Länge von 4,90 Meter bescheiden: Nur 400 Liter passen in den Kofferraum. Das sind 120 Liter weniger als im 5er BMW und 140 Liter weniger als in der Mercedes E-Klasse. Immerhin hat die Rassekatze auch Sinn fürs Praktische: Die hintere Sitzbank ist im Verhältnis 60 zu 40 geteilt umlegbar und bietet somit die Möglichkeit zum Transport auch längerer Gegenstände.
Fahrwerk mit sportlicher Abstimmung
Besonders beeindrucken kann das Schwergewicht mit seinem exzellenten Handling. Mit einer unvermuteten, fast spielerischen Leichtigkeit lässt sich der S-Type durch schnelle Kurven scheuchen. Wird der Kurvenradius etwas enger als bei der Einfahrt angedacht, muss man das Lenkrad einfach weiter rumdrehen. Die Großkatze schmiegt sich selbst bei hoher Geschwindigkeit in engen Radien so elegant wie ein Schmusekater um das Bein eines Menschen. Reifenquietschen? Unter- oder Übersteuern? Fehlanzeige. Vorder- wie Hinterwagen folgen den Richtungsbefehlen der sehr exakten und verbindlichen Lenkung in souveräner Weise. Sollte es doch mal etwas eng werden, sorgen ESP und gut dosierbare ABS-Bremsen für zusätzliche Sicherheitsreserven. Doch bis man das Fahrwerk des S-Type in die Knie zwingt, muss man schon einiges wagen.
Ausgewogen sportlicher Hecktriebler
Dank Heckantrieb sind zudem unschöne Reaktionen wie Traktionsprobleme oder ein Zerren an der Lenkung nicht spürbar. Sicherlich dürfte hierzu die Kombination aus Sportfahrwerk und den schicken 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 245er-Reifen von Pirelli verhelfen. Letztere krallen sich heftig in den Asphalt und sorgen für eine satte Straßenlage. Dafür muss man Nachteile beim Komfort hinnehmen. Etwas sänftenartiger dürfte der edle Brite schon noch über Kopfsteinpflaster gleiten. Doch auf unebenen Strecken wird es polterig. Wer jedoch dynamische Eigenschaften bevorzugt, ist mit dieser Fahrwerkseinstellung sehr gut beraten.
Teilen Sie Ihr wissen
ADAC - Staumeldungen: