Mazda MX-5: Nippon Spaßmaschine, Teil III

Mazda MX-5: Nippon Spaßmaschine, Teil III
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Nur wenige Automobile haben das Zeug zur Legende. Der Mazda MX-5 ist so ein Fall. Der Japaner brachte uns 1989 den Glauben an das bezahlbare Fahrvergnügen zurück. Jetzt rollt Mazda die dritte Modellgeneration an den Start - eine komplett neue.

Verlockendes Angebot

Er öffnete bei seiner Weltpremiere vor 16 Jahren nicht nur sein Dach, sondern auch unsere Herzen. Der MX-5 erinnerte uns daran, dass Fahrspaß keine Frage von Geld, PS oder Prestige sein muss. Belohnt wurde der Mut von Mazda, das damals von allen Herstellern vernachlässigte Roadstersegment wiederzubeleben, mit bislang über 725.000 verkauften Fahrzeugen. Genug für einen Platz im Guinness Buch der Rekorde. Nun tritt mit der dritten Modellgeneration ein komplett neues Fahrzeug in den Ring: Größer, stärker und in allen Belangen besser, verspricht Mazda. Immerhin steht der Ruf einer noch jungen Legende auf dem Spiel.

Starkes Doppel

Der neue MX-5 startet mit 1,8 Liter Hubraum und 126 PS (93 kW) bei 21.190 Euro, der Zweilitermotor mit 160 PS (118 kW) kommt auf mindestens 23.690 Euro. Damit liegt das Basismodell mehr als 2.000 Euro über dem Vorgänger - dafür gibt es mehr PS und Ausstattung. Elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und ein CD-Radio sind serienmäßig. Der kleine Vierzylinder ist mit 196 km/h Spitze und 9,4 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer schon recht flott. Doch es mangelt ihm an Drehfreude und Durchzugskraft. Davon hat der Zweilitermotor dank 188 Nm Drehmoment mehr zu bieten. Er beschleunigt eine halbe Sekunde schneller und rennt bis zu 210 Stundenkilometer schnell. Zur Feier der Markteinführung präsentiert Mazda das Sondermodell "3rd Generation" mit Lederausstattung, Xenonlicht, Bose-Soundsystem und Bilstein-Sportfahrwerk für 30.700 Euro. Das Sicherheitspaket aller MX-5 umfasst neben ABS und einem elektronischen Stabilitätsprogramm auch Frontairbags sowie - erstmals - Kopf-/Seitenairbags. Ein verstärkter Windschutzscheibenrahmen und silberne Bügel hinter den Kopfstützen sorgen für zusätzliche Sicherheit.

Mehr Platz

Mazda widerstand der Verlockung, den MX-5 durch pures Größenwachstum den gestiegenen Ansprüchen der Kundschaft anzupassen. Auch der Neue bleibt knapp unter der Vier-Meter-Marke. Durch den sechseinhalb Zentimeter längeren Radstand und der geraden Fahrzeugflanke fühlt sich der Zweisitzer dennoch eine Nummer größer an. Jetzt passt das Platzangebot für bis zu 185 Zentimeter Körpergröße, fünf mehr als bislang. Das Heck fasst zwar nur 150 Liter Gepäck, doch durch den abgesenkten Boden schluckt der Kofferraum nun sogar eine Kiste mit 1,5-Liter-Flaschen. Für Kleinkram gibt es hinter den Vordersitzen zwei zusätzliche Fächer, in die Türablagen und den Mitteltunnel wurden Becherhalter integriert.

Straffer Body

Das neue Design wirkt deutlich straffer. Hinten ähnelt der MX-5 noch am meisten seinem Vorgänger. Heckleuchten mit runden Einsätzen hinter einer Klarglasabdeckung und eine Doppelrohr-Auspuffanlage sorgen für einen unverwechselbaren Auftritt. Die Front mit dem ovalen Lufteinlass unter dem Stoßfänger und den kraftvoll ausgestellten Kotflügeln ist eine Mischung aus dem Ur-MX-5 und dem Wankel-Coupé RX-8. Silbern lackierter Kunststoff über der Mittelkonsole und am Dreispeichen-Lederlenkrad schafft im Innenraum sportliches Flair. Das Volant ist zwar nur in der Höhe verstellbar, dennoch findet sich auf den Ledersitzen des Testwagens schnell eine sportlich-entspannte Sitzposition. Wie bislang verfügt die Schaltung über einen kurzen Hebel, mit dem sich die Gänge präzise und auf kurzen Wegen sortieren lassen. Locker, mit einer kleinen Bewegung aus dem Handgelenk. Beim Topmodell "Expression" (27.190 Euro) kommt eine Sechsgangschaltung zum Einsatz, sonst muss eine Fünfgangbox genügen.

Schnelles Verdeck

Kleine Dreiecksfenster in den Türen und ein schmales Windschott mit Wabengitter halten störende Zugluft bei geöffnetem Verdeck weitgehend fern. Zum Öffnen der Stoffmütze genügt ein Dreh am Zentralverschluss oben an der Windschutzscheibe. Dann lässt sich das Verdeck mit einer Hand nach hinten klappen. Dabei faltet es sich z-förmig in die Vertiefung hinter den Sitzen, wo es mit sanftem Druck arretiert wird. Eine Persenning ist damit überflüssig. Zum Öffnen steigt man allerdings besser kurz aus, wenn man nicht über einen trainierten Bizeps verfügt. Eine Bedienung der Stoffmütze per Knopfdruck ist nicht vorgesehen. Auch geschlossen macht der MX-5 eine gute Figur. Allerdings muss bei höheren Geschwindigkeiten mit deutlichen Windegeräuschen gerechnet werden.

Scharfer Flitzer

Gezielte Verstärkungen der Karosseriestruktur machen den Zweisitzer spürbar steifer. Davon profitiert neben der Sicherheit auch das Fahrverhalten. Der Roadster lässt sich mit der super-direkten Lenkung messerscharf durch die Kurven zirkeln. Ein Fahrverhalten fast wie bei einem Kart. Erstaunlich, dass der Komfort nicht auf der Strecke bleibt. Schlaglöcher und Bodenwellen werden zuverlässig geschluckt. Zur Gewichtsreduktion kommen hochfeste Stähle und Aluminium bei den Hauben und am Fahrwerk zum Einsatz. Mit Erfolg: Raumgewinn und die verbesserte Sicherheit machen den Roadster nur zehn Kilogramm schwerer. Und so fühlt sich der neue MX-5 so agil an wie der Vorgänger. Nur besser. Er reagiert feinfühliger und gutmütiger, die möglichen Kurvengeschwindigkeiten sind deutlich höher. Und das bei beiden Motorisierungen. Das Stabilitätsprogramm DSC lässt leichte Drifts zu, bevor es zur Sicherheit der Passagiere eingreift. Mazda bestätigt den subjektiven Eindruck mit Testfahrten auf der Nordschleife des Nürburgrings, die der neue Roadster 15 Sekunden schneller absolviert.

Fazit: Der neue MX-5 ist spürbar gereift, ohne dass der Fahrspaß dadurch gelitten hat. So muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Erfolgsgeschichte des MX-5 weitergehen wird. Trotz zunehmender Konkurrenz durch andere Marken.

mototype.de, Holger Schilp

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