Citroen C3 Facelift: Mit Sicherheit sparsam
Einen Diesel mit Rußpartikelfilter, eine Start-Stop-Automatik für den Benziner und ab kommendem Jahr auch eine Version mit Erdgasantrieb. Der Citroen C3 bemüht sich, im Alltag Geld zu sparen. Zudem präsentiert sich der kleine Franzose jetzt noch sicherer und komfortabler.
Tiefe EingriffeOftmals ist ein Facelift pure Kosmetik: Geänderte Stoßfänger, Scheinwerfer und Rückleuchten sowie andere Sitzbezüge und schickere Kunststoffe. Fertig. Damit kann der Citroen C3 auch dienen. Doch die Ingenieure legten auch bei der Karosseriestruktur Hand an. Verstärkungen im Boden, an der B-Säule und in den Türen sorgen für eine steifere Karosserie, die besonders beim Seitencrash mehr Sicherheitsreserven bieten soll. Hinzu kommen ein neu abgestimmtes Fahrwerk und eine Vielzahl von Triebwerken - von extrem sparsam bis ziemlich flott.
Große VielfaltDas Motorenpalette umfasst vier Benziner und zwei Turbodiesel. Mit dem HDi 110 FAP (109 PS/ 80 kW) geht der erste C3 mit Rußpartikelfilter an den Start. Sein kleiner Bruder HDi 70 erreicht zwar auch die Schadstoffnorm Euro 4, doch auf den Partikelfilter verzichtet er. Der neue 1.6-Liter-Turbodiesel rennt bis zu 190 km/h schnell. Damit ist er nur 2 km/h langsamer als der gleich starke 1,6-Liter-Benziner, der dafür beim Zwischenspurt deutlich das Nachsehen hat. Trotz sportlichem Talent, lässt es der laufruhige Top-Diesel an der
Tankstelle mit einem Normverbrauch von 4,5 Litern ruhig angehen. Bevor allerdings gespart werden kann, muss mit mindestens 18.490 Euro tief in die Tasche gegriffen werden.
Pfiffige IdeeGünstiger ist der C3 Start&Stop. Dessen 1,4-Liter Benziner (88 PS/65 kW) ist mit dem automatisierten Schaltgetriebe SensoDrive und einer Start-Stop-Automatik kombiniert. Bei jedem Halt wird der Motor ausgeschaltet. Sobald der Fuß von der Bremse genommen wird, wirft ein Starter-Generator, der anstelle der Lichtmaschine verwendet wird, den Motor in Sekundenbruchteilen und ruckfrei wieder an. Damit lässt sich an Ampeln, Kreuzungen oder im Stau viel Benzin sparen. Erste unabhängige Tests kommen im Großstadtverkehr auf ein Sparpotenzial von bis zu 28 Prozent. Im Mischbetrieb mit Landstraße und Autobahn sind es immerhin noch fünf Prozent. Wird viel elektrische Energie benötigt, weil beispielsweise Klimaanlage, Scheinwerfer und das Radio Höchstleistung fordern, läuft der Motor auch im Stand weiter. Die Batterie wird damit aufgeladen. Für den Start bei frostigen Temperaturen ist ein weiterer konventioneller Anlasser an Bord, der weniger Strom benötigt, um das Triebwerk anzuwerfen. Davon abgesehen, ist der Start&Stop ein ganz normaler C3, dessen 1,4-Liter-16-V-Motor 88 PS (65 kW) mobilisiert. 133 Nm Drehmoment machen sich beim Überholen auf der Landstraße positiv bemerkbar. Der kleine Geizkragen ist für 16.490 Euro im Angebot - 400 Euro mehr als der konventionelle 1.4 SensoDrive kostet.
Gasgeben und sparenSparsame Fortbewegung verspricht auch der C3 Bivalent, der sich wahlweise mit Benzin oder Erdgas bewegen lässt. Mit Erdgas (CNG) sinken zwar Drehmoment (116 Nm) und Motorleistung (73 PS/ 54 kW) um fünf bis zehn Prozent, dafür halbieren sich in etwa die Kraftstoffkosten. Der Preis: 16.170 Euro - eine der günstigsten Möglichkeiten, den umweltfreundlichen Kraftstoff Geld zu fahren. Für die Unterbringung der Gasflaschen nutzt Citroen den Raum unter dem Moduboard, das normalerweise die Ladekante im Kofferraum ausgleicht. Übrig bleiben 282 Liter Stauraum, womit der Fünftürer in der kleinen Klasse immer noch eine gute Figur abgibt.
An der BasisSparfüchse sollten sich aber auch einmal das Basismodell C3 1.1 ansehen. In der keineswegs spartanisch wirkenden Ausstattungsvariante Style kostet der Basis-Benziner 12.590 Euro. Etwas Chrom und silbern lackierte Kunststoffelemente verströmen innen einen Hauch Noblesse. Helle Polster und das dunkel eingefärbte Armaturenbrett wirken in Kombination ebenfalls schick. Der vergrößerte Drehzahlmesser mit einer hellen Skala und die ebenfalls größeren Ziffern des Digitaltachos lassen sich nun - wie bei allen C3 - besser ablesen. Die Sitze bieten ausreichend Auflagefläche für die Schenkel, aber fast keinen Seitenhalt, wie die ersten zügig angegangenen Kurven zeigen. Dafür bewähren sich die Fahrwerks- und Karosseriemodifikationen. Komfortabel und mit einem sicheren Gefühl werden auch schnelle Kurven gemeistert. Bei niedrigem Tempo bleiben die Passagiere weitgehend von Fahrgeräuschen verschont. Obwohl der Testwagen mehr als eine Tonne wiegt, hält der kleine 1,1-Liter-Vierzylinder in der Stadt munter mit. An Autobahnsteigungen gehen den 60 PS (44 kW) schnell die Puste aus. Ein Blick ins Datenblatt bestätigt den ersten Eindruck: 153 km/h Spitze und 17,3 Sekunden von null auf 100. Doch damit lässt sich in der Praxis besser leben als man dies zunächst glauben möchte. Zumal sich der Testwagen mit nur sechs Litern Super zufrieden gibt, was der Bordcomputer nach einer ausgedehnten Proberunde durch das Siebengebirge bestätigt.
Fazit: Wer den C3 vorwiegend als Zweitwagen einsetzt und sparen will, fährt mit dem Basismodell 1.2 Style am besten. Der C3 Start&Stop kostet 3.900 Euro mehr, der Ergas-C4 3.600 Euro und der kleine HDi 70 immer noch 1.600 Euro. Vom HDi 110 FAP ganz zu schweigen, der nur in den höherwertigen Austattungslininien ab "Confort" angebten wird und satte 4.000 Euro Zuschlag verlangt. In diesem Fall bietet die technisch simpelste Lösung - das Basismodell - das größte Sparpotenzial. Wenn man sich mit den gebotenen Fahrleistungen arrangieren kann.
mototype.de, Holger Schilp
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