Ford Fiesta Facelift: Bunte Technikwelt

Außen dezent, innen tief greifend überarbeitet: Der neue Fiesta zeigt sich farbenfroh. Je nach Ausstattung erkennt er die sogar Wünsche seines Fahrers und folgt ihm aufs Wort. Da haben die Kölner tief in die Technikkiste gegriffen.

Vieles neu, alles anders

Frühjahrsputz in der Kleinwagenwelt. Vom Renault Clio über den Hyundai Getz und Fiat Grande Punto bis zum VW Polo - alle erhielten in den vergangenen Monaten entweder ein Facelift oder sie rollten als komplett neue Modellgeneration zu den Händlern. Und ein ebenfalls komplett neuer Corsa steht bereits in den Startlöchern. Da konnte Ford nicht hinten anstehen. Rechtzeitig zum 30-jährigen Geburtstag der Baureihe im Januar 2006 bekommt der Fiesta ein Facelift spendiert.

Bunte Fiesta-Welt

Außen ist es mit den großen Klarglasscheinwerfern, neuen Heckleuchten und den geänderten Stoßfängern die bewährte Modellkosmetik. Kleine Änderungen, die den Kölner aber wesentlich frischer und moderner erscheinen lassen. Das gilt auch für den Innenraum. Offenbar erhörten die Rotstiftakrobaten des Ford-Controlling die Wünsche der Kundschaft. Statt tristem Grau gibt es nun eine Sitz- und Instrumentenlandschaft mit frühlingsfrischen Farben. Der Instrumententräger ist mit farbigem Softlack überzogen, der nur die Mittelkonsole ausspart. Rot, grün, blau - alles ist möglich. Zudem lassen sich die klar gegliederten Rundinstrumente mit schwarzem Ziffernblatt und weißen Zahlen besser ablesen.

Hört, hört

Premiere im Kleinwagensegment: Der Fiesta mit (optionaler) Sprachsteuerung für Klimaautomatik, Mobiltelefon (Bluetooth-Schnittstelle) und das CD-Radio. Lauter, leiser, wärmer oder kälter, der Fiesta pariert aufs Wort. Weiteres praktisches Extra ist der Aux-Eingang in der Mittelkonsole. Dort wird beispielsweise ein tragbarer-DVD-Player angeschlossen, der Sound kommt dann aus den Lautsprechern des Autoradios. Zudem können - vom automatischen Anklappen der Außenspiegel beim Verlassen des Fahrzeugs bis zur bevorzugten Anzeige der Displayinformationen - viele Bedienungsfunktionen über den Bordcomputer an die Wünsche des Fahrers angepasst und gespeichert werden (Serie ab Ghia). Erstmals ist auch eine Klimaautomatik mit automatischer Temperaturkontrolle im Angebot, die für die Temperaturkorrektur selbst die Intensität der Sonneneinstrahlung mit berücksichtigt.

Die ganze Palette

Wie bislang gibt es die Ausstattungsstufen Ambiente, Trend und Ghia. Die Basisversion mit einem 1,3-Liter-Benziner (60 PS/44 kW) ist als Dreitürer für 10.775 Euro im Angebot, der Fünftürer kostet 675 Euro mehr. Insgesamt stehen vier Benziner und zwei Turbodiesel zur Auswahl. Für die Kraftübertragung sorgt je nach Motorisierung ein Fünf- oder Sechsganggetriebe, eine 4-Gang-Automatik oder das automatisierte Durashift-Getriebe. Sportliches Topmodell ist der Fiesta ST (150 PS/110 kW). Ein echter Sportknaller, der sich bis zur Fahrwerksabstimmung in vielen Details seinen braven Brüdern unterscheidet.

Unterwegs

Für einen ersten Fahreindruck stand ein fünftüriger Fiesta 1.6 Ghia (15.750 Euro) mit Lederpaket (1.520 Euro) bereit. Typisch Ford ist der Arbeitsplatz, der auch Fiesta-Neulinge vor keine Rätsel stellt. Schalter und Tasten folgen einem logischen System und sie sind nahezu perfekt erreichbar. Damit braucht man die Sprachsteuerung eigentlich nicht. Optisch ungewöhnlich ist der hohe Schalknüppel, der aber perfekt zur Hand liegt und durch eine exakte Führung überzeugen kann. Weniger gut gelungen sind die für Personen über 1,80 Meter Körpergröße recht kurzen Polster der Vordersitze, denen es an Schenkelauflage und Seitenhalt mangelt. Der Vierzylinder ist im Stadtverkehr recht leise. Für zügige Fortbewegung braucht der 1,6-Liter-Motor allerdings viel Drehzahl, maximal 146 Newtonmeter Drehmoment stehen erst bei vergleichsweise hohen 4.000 Umdrehungen bereit. Von null auf 100 km/h geht es in elf Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 179 Stundenkilometern erreicht. Auf den einsamen Straßen des Spreewaldes gelingt dem straffen aber nicht unkomfortablen Fahrwerk ein guter Einstand. Lange Zeit neutral, und erst im Grenzbereich mit deutlicher Tendenz zum gutmütigen Untersteuern, behält der Kölner Jung auch in kniffligen Situationen die Nerven. Auch ohne das optionale ESP (495 Euro).

Fazit: Schwächen beseitigt, Innovationen dazu gepackt und Stärken beibehalten. So hätte sich mancher den Fiesta bereits vor drei Jahren gewünscht.

mototype.de, Holger Schilp

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